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Andreas Lojewski

Aktienanalyse mit gesundem Menschenverstand

Die Aktienanalyse scheint eingeweihten Profis vorbehalten zu bleiben. Für einen Börsenneuling oder einen Privatanleger scheinen Begriffe, die für eine Aktieanalyse von Bedeutung sind, zunächst mehr als undurchsichtig: Fundamentale Aktienanalyse, technische Aktienanalyse, Feststellung des so genannten inneren Wertes einer Aktie, KGV, Dividendenrendite und vieles mehr. Wer in Aktien investieren möchte, sollte natürlich wissen, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt. Sinnvoll ist es auch, sich alle möglichen Informationen über das Unternehmen und dessen Kennzahlen zu verschaffen, in welches man eventuell investieren möchte. Denn Aktien sind kein abstraktes Papier. Mit dem Aktienkauf wird man Mitinhaber des betreffenden Unternehmens, und Erfolg wie Misserfolg der Investition sind untrennbar mit dem zukünftigen Schicksal der Akteingesellschaft verknüpft. Bei der Ermittlung von Kennzahlen wird vielen Privatanlegern nichts anderes übrig bleiben, als sich auf den Sachverstand anderer zu verlassen. Je nach Geschmack kann es sich dabei um den Wertpapierberater einer Bank, einen Börsenbrief oder um Informationen aus dem Internet handeln, um nur einige Beispiele zu nennen. Denn kaum ein Privatanleger wird in der Lage sein, etwa den zukünftigen inneren Wert eines Unternehmens abschätzen zu können.

Der erste Schritt, bevor man all diese Informationen zusammenträgt, kann eine einfache Vorauswahl mit Hilfe des gesunden Menschenverstands sein. Überlegen Sie sich, welche Produkte Sie täglich einkaufen. Würden Sie diese Produkte auch kaufen müssen, wenn es finanziell einmal enger wird? Handelt es sich also um ein notwendiges Produkt des täglichen Lebens? Wie schätzen Sie die Nachfrage nach solchen Produkten ein? Wird die Nachfrage weltweit zunehmen? Überlegen Sie, welche Unternehmen die Kapazitäten haben, eine weltweite Nachfrage zu befriedigen. Das sind die Marktführer einer bestimmten Branche. Welche Marken des betreffenden Produkts kennen Sie? Sofern Sie diese Markenartikel selbst kaufen, würden Sie der Marke treu bleiben, oder ohne weiteres zu einem „no name“ Produkt wechseln, weil es billiger ist? Benötigen Sie oder Bekannte von Ihnen spezielle Produkte? Welche Bürosoftware wird an Ihrem Arbeitsplatz verwandt? Sind Sie damit zufrieden? Welche Medikamente erhält Ihr zuckerkranker Freund, und welche Firma hat den Herzschrittmacher Ihres Verwandten hergestellt? Wird der Bedarf an Medikamenten oder Medizintechnik künftig zunehmen oder fallen? Wer sind die Marktführer in diesen Branchen? Viele solcher Beispiele ließen sich anführen. All diese Überlegungen können helfen, eine Vorauswahl solider Aktien zu treffen.


Verantwortlich für diesen Beitrag: Andreas Lojewski