Auswandern nach USA
Die Beliebtheit solcher Sendungen wie: „Mein neues Leben“ sind ein Zeichen dafür, dass viele Menschen davon träumen, auszuwandern. Viele, mehr als diese Sendungen wiedergeben können, träumen nicht nur davon, sie tun es. Viele davon wählen heute noch Amerika als neue Heimat. Heute noch spürt man in den USA eine besondere Atmosphäre von Freiheit, die offenbar die Siedler aus früheren Zeiten überliefert haben. Das ist es vielleicht, was auch heute noch Menschen aller Alterklassen anzieht.
Für alle die in die USA auswandern möchten, insbesondere für junge Leute, hier ein paar Tipps: Gut ist es, wenn man sich frühzeitig über Visumfragen informiert. Das Visum ist das A und O und ein Kapitel für sich. Es gibt etliche, und mit Änderungen muss man laufend rechnen. Das Internet bietet einen guten Einstieg und reichlich Quellen an.
Ein ideales Visum ist die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung, auch „Greencard“ genannt. Sie erlaubt es, in den USA zu leben und zu arbeiten solange man will. Man kann sein Glück versuchen und an der jährlichen Greencard-Lotterie teilnehmen. Das kann man auf eigene Faust machen. Wenn man allerdings sichergehen möchte, dass alles korrekt gemacht wird, ist es besser, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. „The American Dream“ hilft sehr gut und ist preislich in Ordnung. Außerdem ist es sinnvoll, ein paar Euros auf dem Bankkonto zu haben. Englischkenntnisse werden meistens nicht verlangt. Besser ist es, wenn man sie hat oder vor der Auswanderung erwirbt. Für manches Visum wird eine abgeschlossene Berufsausbildung oder höhere Schulbildung verlangt. Je besser man ausgebildet ist, desto besser sind die Chancen, dass der amerikanische Traum ein Erfolg wird.
Der Traum ist alt. Erste deutsche Siedler gingen bereits Ende des 17. Jahrhunderts nach Amerika, sie siedelten in Pennsylvania. Das waren meistens Menschen, die aus religiösen Gründen verfolgt wurden. Im 18. Jahrhundert gab es ebenfalls viele Auswanderer, die unter heute unvorstellbaren Bedingungen in die neue Heimat kamen. Freiheit und ein Stück eigenes Land, das war es, wovon die Menschen träumten. Meistens bekamen sie es und genossen ihre Freiheit und Selbstbestimmtheit. Trotzdem war es schwierig. Schwere Arbeit gehörte zum Alltag, wie z.B. Roden, um Ackerland zu bekommen. Mit Konflikten, die sich aus den Auseinandersetzungen zwischen Indianern, Franzosen und Engländern ergaben, musste stets gerechnet werden. Im 19. Jahrhundert kam der Goldrausch dazu. „Go West“ war angesagt. Die Auswanderer begaben sich auf die mühsamen Trecks nach Westen. Manche Bücher und Filme haben solche Storys zur Grundlage, wie „Kalifornische Symphonie“. Im 20. Jahrhundert wanderten die Menschen aus, um Krieg, Verfolgung und Arbeitslosigkeit zu entgehen.
Wer heute eine Reise in die USA macht und genau hinschaut, staunt über den immensen Einfluss deutscher Siedler auf die Entwicklung dieses wunderbaren großen Landes. Straßennamen und Städte geben schweigend Auskunft darüber. Westlich von Atlanta kommt man nach Bremen. Stundenlang in Kansas und Oklahoma durch endloses Grasland gefahren, landet man plötzlich im klitzekleinen Verden. Hamburg und Stuttgart liegen in Arkansas, Minden in Nevada, Berlin in New Hampshire und Wisconsin, ganz zu schweigen von einigen „Frankforts“. Ein Frankfort ist sogar Hauptstadt, nämlich in Kentucky. Enorme deutsche Einflüsse gibt es in Texas. Hier siedelten deutsche Auswanderer z.B. um Houston. Organisiert vom Deutschen Adelsverein kamen deutsche Siedler nach New Braunfels, Fredericksburg, San Antonio und Umgebung. Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen.
Das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven hat eine große Karte, auf der amerikanische Städte mit deutschen Namen verzeichnet sind. In den Dateien findet man vertraute Familiennamen, vielleicht sogar Verwandte. Ein Besuch dieses neuen Museums ist wunderbar. Vielleicht hilft er bei der Entscheidung für die eigene Auswanderung im 21. Jahrhundert. Heute ist zwar alles anders, aber dennoch: Mit Schwierigkeiten kann man rechnen, ebenso wie mit großer Freude.
Verantwortlich für diesen Beitrag: Wilma Lojewski


