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Andreas Lojewski

Biokraftstoffe in der Kritik

Die Nahrungsmittelpreise steigen seit einiger Zeit. Ein Grund für diese Entwicklung ist die Verwendung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen zur Produktion von Biokraftstoffen. Biokraftstoffe sollen ein Beitrag zur Bekämpfung der angenommenen von Menschen verursachten Erderwärmung sein. Inwieweit das tatsächlich der Fall ist, haben OECD Experten jetzt untersucht.

Der Bericht „Biofuels: Linking Support to Performance“ zeichnet ein sehr differenziertes Bild. Positive Umwelteffekte durch die Nutzung von Biokraftstoff sind möglich, deren Ausmaß hängt aber von den verwandten Ausgangsstoffen ab. Außerdem entstehen durch die Kraftstoffproduktion unüberschaubare Treibhausgasemissionen. Insgesamt können nach dem Bericht Biokraftstoffe – 2007 mit etwa 15 Mrd. USD gefördert – nicht signifikant zum Klimaschutz beitragen.

Biokraftstoffe aus Zuckerrohr, Abfällen und Molke sparen allerdings bis zu 70 Prozent Treibhausgase im Vergleich zu fossilen Brennstoffen ein. Wird der Biokraftstoff – wie meist in Europa – aus Biomasse, z.B. aus Getreide, gewonnen, sind es nur 30 Prozent, bei nicht einschätzbaren Emissionen durch die Produktion. Die Herstellung von Biokraftstoff aus Raps, Soja und Zuckerrohr ist laut Bericht teuer und bringt nur 30 – 50 % Ersparnis. Dagegen wird eine bessere CO2 Bilanz durch Celluloseethanol erwartet. Celluloseethanol befindet sich noch in der Entwicklung.

Biokraftstoffe rechnen sich nach dem Bericht nur bei hohen Benzinpreisen. Unter Berücksichtigung aller Faktoren werden Biokraftstoffe zukünftig kaum mehr als 10 bis 20 Prozent des Bedarfs im Transportwesen abdecken können, so die Schlussfolgerung; auch wenn die Produktion zukünftig billiger und emissionsärmer wird. Der Bericht empfiehlt die Energieeffizienz im Verkehrswesen zu verbessern und CO2 Steuern durchzusetzen.


Verantwortlich für diesen Beitrag: Andreas Lojewski