Rund um Finanzen, Versicherung und Kredit
Andreas Lojewski

Börsenkurse und Rezessionen

Heftig gebeutelt werden die Börsenkurse in jeder Rezession, auch wenn dies in Langfristcharts kaum sichtbar ist. In der Rezession schrumpft das Bruttoinlandsprodukt und mit ihm die Gewinne und Gewinnausblicke der Unternehmen. Das lässt die Aktienkurse straucheln. Allerdings sind Rezessionen nicht nur schmerzhafte Schrumpfungsprozesse. Es werden auch manche ungesunde Übertreibungen abgebaut. Eigentlich schaffen Rezessionen das Fundament eines neuerlichen Aufschwungs. Jedenfalls in der Vergangenheit folgte den Rezessionsphasen immer der nächste Aufschwung.

Wenn die Angst umgeht in der Rezession und eine Katastrophenmeldung die andere jagt, denkt kaum einer an steigende Aktienkurse. Ist aber Licht am Ende des Tunnels erkennbar, zeichnet sich also – wenn auch in weiter Ferne – das Ende der Rezession ab, dann verfliegt die Angst vor der Rezession ganz schnell. Sie wird ersetzt durch die Angst, den richtigen Einstiegszeitpunkt für den Aktienkauf zu verpassen. Die Börsenkurse starten oft eine fulminante Aufholjagd.

So war es 1982 nach der angeblich schwersten Rezession in den USA seit der Weltwirtschaftskrise 1929. Binnen eines Jahres stieg der Dow Jones um 52 %, binnen 5 Jahren um 244 %. Dann ging es wieder heftig abwärts. Allein im berüchtigten Oktober 1987 fielen die Börsenkurse um 30 %. Ein Jahr später hatten sie wieder um 20 % zugelegt. Nachdem Anfang 2000 die Technologieblase geplatzt war, brachen die Börsenkurse weltweit in beeindruckender Weise ein. Etwa im Oktober 2002 war der Tiefpunkt erreicht. Der Dow Jones hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 40 % verloren. Fünf Jahre später, im Jahr 2007, markierte er dann allerdings ein neues Allzeithoch.

Damals platzte die Technologieblase, heute wird die Finanzkrise als Auslöser der Rezession angesehen. Die Ursachen für das Entstehen einer Krise mögen unterschiedlich sein. Ein Blick in die jüngere Geschichte zeigt aber, dass sich die Börsenkurse immer wieder erholt haben. Nichts spricht dagegen, dass es diesmal genauso ist.


Verantwortlich für diesen Beitrag: Andreas Lojewski