Rund um Finanzen, Versicherung und Kredit
Wilma Lojewski

Das Rantum-Becken – ein einzigartiges Naturschutzgebiet auf der Insel Sylt.

Einer meiner Lieblingsblicke auf unserer Heimatinsel Sylt ist der Blick aus der Syltquelle über das Naturschutzgebiet Rantum-Becken. Für Aktive ist eine Umrundung des Beckens unbedingt empfehlenswert

Der Bau des Rantum-Beckens hatte absolut nichts mit Naturschutz zu tun. Im dritten Reich – 1936 – begann man in der Bucht nördlich des Ortes Rantum auf Sylt ein Wattgebiet von ca. 550 ha einzudeichen. Das auf diese Weise entstandene Becken hatte militärische Zwecke. Wasserflugzeuge sollten hier starten und landen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde zwar Wasser aus dem Becken abgelassen. Es bildete sich aber eine Naturlandschaft, mit zunehmender Bedeutung als Rastplatz für Seevögel. Deshalb wurde das Gebiet 1962 unter Naturschutz gestellt. Es wird betreut vom Verein Jordsand, der auch häufige interessante naturkundliche Führungen anbietet.

Mit dem Bau des Quellenhauses der Syltquelle entstand 1993 die einzigartige Möglichkeit, aus der Position der ersten Etage das gesamte Becken zu überblicken. Je nach Licht und Wetter verschieden schimmert die Wasserfläche, unregelmäßig umrandet von Reet, je nach Jahreszeit in grün, beige oder gold. In der Ferne sieht man das Wahrzeichen Keitumer Kirche.
Der Raum, der diesen Ausblick gewährt, dient wechselnden Kunstausstellungen. Daher kann man hier Kunst und Natur nebeneinander in aller Ruhe genießen.

Bei einem Spaziergang am Beckenrand kann man See- und Wasservögel aus der Nähe beobachten, besonders im Winterhalbjahr, wenn die Zugvögel hier Rast machen. Mehr als 250 Vogelarten, einschließlich des seltenen Säbelschnäblers, wurden hier bereits beobachtet. Für Naturliebhaber ist die Umwanderung des Rantum-Beckens auf dem ca. 9 km langen Deich deshalb immer ein Erlebnis. Im Osten, wo der Deich zwischen Becken und Wattenmeer entlang führt, sind meistens besonders viele Vögel zu sehen. In kühlen Zeiten wie jetzt, kann man sich bei der Rückkehr im Quellenhaus bei Kaffee und Kuchen aufwärmen. Anschließend lohnt sich noch einmal der Blick von oben über das Rantum-Becken. Nach dem langen Spaziergang hat man zwar denselben Blick aber anderes Licht und andere Farben.




Verantwortlich für diesen Beitrag: Wilma Lojewski