Rund um Finanzen, Versicherung und Kredit
Wilma Lojewski

Der Krönungsweg in Prag

Wer zum ersten Mal nach Prag fährt und an einem Tag ganz viel kennen lernen möchte, sollte den ,,Krönungsweg", auch ,,Königsweg" genannt, entlang gehen. Hier gingen die böhmischen Monarchen am Tag ihrer Krönung vom Palast in der Altstadt bis zum Veitsdom auf der Burg.

Der Krönungsweg in Prag bietet eine überreiche Fülle an Eindrücken. Startet man am Wenzelsplatz in der Neustadt, berührt man 4 der 5 Prager Kernbereiche, nämlich die Neustadt, die Altstadt, die Kleinseite und die Burgstadt. Streift man auf dem Rückweg die Josefstadt, hat man alle 5 Bereiche berührt.

Den Wenzelsplatz hinab geht's rechts in Naprikope auf das Gemeindehaus zu. Es gilt als das schönste Jugendstilgebäude in Prag. Dort war früher der Königspalast. Daneben am gotischen Pulverturm beginnen Krönungsweg und Altstadt. Vom Pulverturm geht es in die Celetna. Barocke oder gotisch geprägte Häuser umsäumen die Gasse, die zum Altstädter Ring führt. Mitten auf dem Platz das Jan-Hus-Denkmal, am Rande die gotische Teynkirche und vorn das prächtige Altstädter Rathaus aus dem 14. Jahrhundert; wohin soll man zuerst schauen? Zur vollen Stunde ist an der astronomischen Rathausuhr das ,,Männleinlaufen". Über den Kleinen Ring geht's in die berühmte Karlsgasse, an deren Ende sich die einzigartige gotische Karlsbrücke anschließt. Atemberaubend, der Blick über die Brücke mit ihren Figuren hin zur Kleinseite und der darüber thronenden Burg. Eintauchen in buntes Treiben auf der Brücke mit herrlichem Moldaupanorama. Die Kleinseitener Brückentürme führen über die romantische Brückengasse zum Kleinseitener Ring. Dort ist ,,St. Niklas auf der Kleinseite", die bedeutendste Kirche des Prager Hochbarock, mit ihrer riesigen Kuppel. Der Krönungweg führt vorbei zur Nerudova. Kunstvolle Zeichen an den Häusern verraten die dort ausgeübten Gewerke, wie z.B. Geigenbau. Steil geht's über die Burgrampe auf die wuchtigen Torpfosten mit steinernen Giganten zu. Die Burgstadt ist erreicht. Im dritten Burghof ist das Ziel: Der prächtige Dom St. Veit.

Die Burgstadt hat außer dem Dom viel zu bieten, auch Kontraste, wie das berühmte Goldene Gässchen. Kontrastreich auch die Historie der winzigen Häuschen. Burgwächter über Alchemisten bis Künstler wie Franz Kafka waren die Bewohner. Große Gärten laden im Sommer zum Flanieren ein. Man könnte Tage auf der Burg verbringen.

Wer den Orientierungsgang abrunden und noch die Josefstadt berühren will: Zurückgehen bis über die Karlsbrücke. Dort links die Krizovnicka entlang, bis links ein großer Platz und dahinter das Rudolfinum (Sitz der tschechischen Philharmonie) auftaucht. Rechts liegt die Josefstadt mit Museen, Synagogen und dem alten jüdischen Friedhof. Quer die Parizska entlang kommt man über den Altstädter Ring schnell wieder zum Wenzelsplatz.






Verantwortlich für diesen Beitrag: Wilma Lojewski