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Andreas Lojewski

Flexible Deutsche

Flexibilität, das wurde und wird von deutschen Arbeitnehmern gefordert. Viele heiße Debatten wurden um diesen Begriff geführt und oft schwang dabei mit, dass es den Deutschen an Flexibilität ermangelt. Das Gegenteil folgt nun aus einer Studie des Soziologischen Instituts der Johann Gutenberg-Universität in Mainz.

Untersucht wurde die berufsbedingte Mobilität von 7150 Menschen aus Belgien, Frankreich, Polen, Spanien, der Schweiz und aus Deutschland. Ergebnis: Die Deutschen sind mobiler als andere Europäer, wenn es ihr Beruf erfordert.

Zwanzig Prozent der erwerbstätigen Deutschen müssen zu ihrem Arbeitgeber pendeln. Am häufigsten ist das so genannte Fernpendeln mit mindestens einstündiger Anfahrt. Spanische Arbeitnehmer zum Beispiel pendeln nur zu 14 Prozent. Besonders das Fernpendeln ist natürlich eine zusätzliche Belastung. Etwa 71 Prozent aller Fernpendler klagen über ständigen Zeitdruck, und jeder zweite leidet an häufigen Erschöpfungszuständen. Schließlich hat das Fernpendeln Auswirkungen auf die Familienplanung. Mobile Frauen sind häufiger kinderlos als andere Frauen.

Junge Akademiker sind besonders flexibel, ebenso Mitarbeiter internationaler Konzerne und befristet Angestellte. Viele Pendler nehmen in ihren Unternehmen mittlere Positionen ein.


Verantwortlich für diesen Beitrag: Andreas Lojewski