Gasanbieterwechsel bei steigenden Gaspreisen
Die Abkopplung der Gaspreise von den Ölpreisen wird das Erdgas spürbar verbilligen. Das war die Einschätzung von Verbraucherschützern und Fachleuten. Doch diese Annahme hat sich leider nicht bestätigt. Nach Einschätzung des unabhängigen Verbraucherportals Verivox werden zukünftig die Gaspreise steigen. Verbraucher können aber mit einem Gasanbieterwechsel gegensteuern und die Gaskosten im Zaum halten.
Laut Verivox werden bei cirka 81 Anbietern die Gaspreise steigen. Im Schnitt geht man von Erhöhungen um 9 % aus. Nach Aussage der Versorger sind die steigenden Beschaffungskosten Schuld. Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise sei die Nachfrage nach Erdgas sprunghaft angestiegen und mit ihr natürlich auch der Einkaufspreis für Erdgas. Ein Grund dafür sei der Wechsel von Öl zu Erdgas in der Industrie. Häufig könnten Industrieunternehmen Öl mit Erdgas beliebig austauschen. Das sei wegen des hohen Ölpreises geschehen, allerdings mit der Folge, dass Erdgas nun selbst teurer geworden sei.
Diese Begründung mag zutreffen, ist aber unvollständig. Eine weitere Ursache für steigende Gaspreise ist nämlich die, wie Verbraucherschützer glauben, verfehlte Beschaffungspolitik vieler Versorger. Sie leben von der Hand in den Mund und halten nichts von vorausschauender Einkaufspolitik. Deswegen müssen sie jetzt die absehbar hohen Einkaufspreise bezahlen. Natürlich wird versucht, die dadurch entstehenden Mehrkosten auf die Verbraucher abzuwälzen.
Andere Gasanbieter verfolgen jedoch eine vorausschauende Beschaffungsstrategie und sind deshalb von den gegenwärtigen Preiserhöhungen beim Erdgas nicht in demselben Ausmaß betroffen. Deshalb wird es voraussichtlich zu unterschiedlichen Preisangeboten für Endabnehmer kommen.
Ein Gasanbieterwechsel kann also die Haushaltskasse spürbar entlasten, bis zu 500 Euro, wie manche Fachleute meinen. Mit Hilfe eines Gaspreisrechners ist es kein Problem, aus der unübersichtlichen Anzahl von Anbietern und Gastarifen das günstigste Tarifangebot für eine bestimmte Region herauszufinden. Gaspreisrechner werden von vielen Vergleichsportalen im Internet zur Verfügung gestellt. Sie sind kostenlos und unverbindlich. In vielen Fällen kann der Gasanbieterwechsel sofort online eingeleitet werden. Alles was für einen Gasanbietervergleich benötigt wird, sind Postleitzahl und der Jahresverbrauch.
Wer sich zu einem Gasanbieterwechsel mit einem Gaspreisrechner entschließt, sollte rechtzeitig vor Beginn der Heizungsperiode handeln. Der Anbieterwechsel benötigt je nach den Bedingungen des Einzelfalls sechs bis zehn Wochen, in Einzelfällen auch länger. Ein Gasausfall während des Wechsels, braucht nicht befürchtet zu werden. Selbst wenn ein Vertrag mit einem neuen Gasanbieter abgeschlossen wird, ist der Grundversorger verpflichtet, die Gaslieferung sicherzustellen.
Verbraucher sollten darauf achten, dass der ausgewählte Gaspreisrechner eine ausreichende Anzahl von Anbietern und Tarifen untereinander vergleicht. Gute Gaspreisrechner verfügen über Filterfunktionen, mit deren Hilfe beispielsweise nur Biogasanbieter verglichen werden können. Verbraucherschützer empfehlen, bei einem Gasanbieterwechsel nicht ausschließlich auf den Preis zu schauen, sondern ebenfalls das Kleingedruckte zu beachten. Empfehlenswert sind Verträge mit kürzeren Laufzeiten und Preisgarantie ohne die Vereinbarung von Vorauszahlungen oder Abnahmemengen.
Verantwortlich für diesen Beitrag: Andreas Lojewski

