Geldmarktfond Informationen
Der Geldmarktfond ist ein besonderer Investmentfonds, also ein Sondervermögen, das Banken zwar verwalten, auf das sie aber nicht zugreifen dürfen. Der reine Geldmarktfond investiert ausschließlich oder überwiegend in Geldmarkttitel und liquide Wertpapiere mit (Rest)laufzeiten unter 12 Monaten. Beispiele sind Termingelder, Schuldscheindarlehen und Anleihen.
Die Performance ähnelt der von Tagesgeldkonten oder Festgeldkonten mit kurzer Laufzeit. Investiert der Geldmarktfond in internationale Geldmarkttitel, kann die Performance höher sein. Performance und damit allerdings auch das Risiko steigen auch, wenn nicht in einen reinen Geldmarktfond angelegt wird, sondern der Investor Mischformen wählt. Je nach „Beimischung“ sind unterschiedliche Formen des Geldmarktfonds möglich:
Reine Geldmarktfonds investieren ausschließlich in Geldmarkttitel wie in Tages- und Festgelder verschiedener Währungen und in festverzinsliche Wertpapiere mit Laufzeiten unter 12 Monaten. Cashfonds legen 75 % oder mehr in Guthaben von Kreditinstituten an. Geldmarktnahe Fonds investieren etwa je zu 50 % in Geldmarkttitel und in variabel verzinsliche Anleihen mit längerer Laufzeit. Synthetische Geldmarktfonds investieren darüber hinaus noch in langfristige Rentenpapiere.
Wie bei jedem Investmentfonds ist die richtige Auswahl entscheidend für die Rendite. Kriterien sind vergangene Wertentwicklung, Anlageschwerpunkte und Durchschaubarkeit der Anlagestrategie. Ausgabeaufschläge und andere Gebühren können die Rendite erheblich beeinträchtigen, vor allem bei kurzfristigem Anlagehorizont. Deshalb sollte nach einem Geldmarktfond ohne Ausgabeaufschlag gesucht werden, und es sollten keine zusätzlichen Depotgebühren entstehen.
In Deutschland ist der Geldmarktfond eine verhältnismäßig junge Anlageform. Geldmarktfonds wurden erstmals 1994 zugelassen. Sie gelten als ideal für Anleger, die möglichst kein Risiko eingehen wollen und für kurzfristige Geldanlagen, etwa um Kapital für einen geplanten Aktienkauf zu parken. Der Geldmarktfond ist börsentäglich handelbar, also flexibel und nicht termingebunden. Anders als beim Tagesgeld oder Festgeld braucht der Anleger sich um die Zinsentwicklung im Einzelnen nicht selbst zu kümmern. Das ist Sache der Fondsmanager.
Allerdings besteht auch beim Geldmarktfond sowohl ein Zinsänderungsrisiko als auch ein Kreditrisiko. Das wurde während der letzten Finanzkrise deutlich, als selbst besonders risikoarme Geldmarktfonds kurzfristig einen Wertverlust hinnehmen mussten.
Geldmarktfonds bieten Anlegern die Möglichkeit, sich auf dem Geldmarkt mittelbar zu engagieren, auf dem sonst nur institutionelle Anleger, wie Banken, Versicherungen oder der Staat, tätig sind. Da die Rendite regelmäßig etwas höher ist als beim Tagesgeld, ist ein solider Geldmarktfond zur herkömmlichen kurzfristigen Geldanlage eine echte Alternative.
Verantwortlich für diesen Beitrag: Andreas Lojewski


