Rund um Finanzen, Versicherung und Kredit
Andreas Lojewski

Gesundheitskredit finanziert Schönheitsoperationen

Die Kreditwirtschaft hat einen neuen Wachstumsmarkt entdeckt: den Gesundheitskredit. Pioniere auf dem Gebiet des Gesundheitskredits sind die Unternehmen Medipay und Readybank. Medipay vermittelt die Gesundheitskredite, die Readybank stellt das Geld zur Verfügung. Der Kredit dient als Finanzierungshilfe für Behandlungen, die von den Kassen als nicht notwendig erachtet und deshalb nicht bezahlt werden.

Ursprünglich sollte der Gesundheitskredit der Finanzierung von Zahnsanierungen dienen. Heute sind Schönheitsoperationen der Hauptanwendungsbereich. Die Kredite werden meist von Ärzten oder der Klinik mit Hilfe von Mediapay vermittelt und dann von der Readybank ausgezahlt. Der Arzt erhält von der Bank eine Vermittlungsgebühr. So wird der Patientin, die z.B. Geld für eine Brustvergrößerung benötigt, der oft als peinlich empfundene Gang zur Hausbank erspart.

Natürlich werden nicht nur Schönheitsoperationen finanziert, sondern z.B. auch künstliche Befruchtungen, Gebisssanierungen und teure Check-Ups. Bedeutung gewinnt der Gesundheitskredit in letzter Zeit besonders im Rahmen der Augen-Laser-Heilkunde.

Neuerdings vermittelt ein Finanzierungsinstitut Gesundheitskredite, das man eher aus anderen Geschäftsfeldern kennt. Es handelt sich um eine Tochter der Postbank mit Namen Beamten Heimstättenwerk (BHW). Das BHW vermittelt Gesundheitskredite über eine selbständige Abteilung mit dem umständlichen Namen „Bereich Absatzfinanzierung Gesundheitswesen“. Das durchschnittliche Kreditvolumen beträgt ca. 1.600 Euro. Der Zinssatz soll im Augenblick bei 7,9 Prozent liegen. Vermittelt wird der Kredit auch hier über Ärzte und Kliniken. Kreditanfragen sind allerdings ebenfalls Online über die Websites der Kliniken möglich. Außer den hier genannten haben natürlich auch andere Banken und Factoring-Gesellschaften die Chancen des Geschäftsfeldes Gesundheitskredit erkannt.


Verantwortlich für diesen Beitrag: Andreas Lojewski