Rund um Finanzen, Versicherung und Kredit
Jan Fragel


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Inflationsrate in Deutschland- fallend oder steigend

Sprachlich gesehen bedeutet der aus dem Lateinischen stammende Begriff Inflation „sich -Aufblasen“ oder „Aufschwellen“. Einfach erklärt könnte man sagen, dass eine Inflation durch eine längerfristige Erhöhung der Geldmenge entsteht, vorgenommen durch den Staat oder dessen Banken z.B. der Bundeszentralbank. Dadurch kommt es zu einem Missverhältnis der Währung (Geld) zu allen anderen Gütern. Dies führt zur Entwertung des Geldes und verursacht einen Anstieg des Preisniveaus für Endprodukte und alle Güter. Je nach Umfang der Geldentwertung spricht man von „schleichender Inflation“ oder von „galoppierender Inflation“. Die Inflationsrate in Deutschland
wird für 2010 bei rund einem Prozent liegen.
Neben den bekannten Gründen können auch staatliche Maßnahmen wie Steuererhöhungen oder vom Staat vorgeschriebene Preiserhöhungen die Inflationsrate erhöhen. Ein Land kann aber auch eine Inflation aus dem Ausland importieren. Hier sind feste anstatt variable Währungskurse ein wirksames Mittel.

Wie kann man eine Inflation frühzeitig bemerken? Natürlich indem die aktuelle Inflationsrate
beobachtet wird.
Volkswirtschaftlich: Dazu werden u.a. Statistiken erstellt, die auf unterschiedlichen Methoden beruhen. Die bekannteste Methode orientiert sich am sogenannten Verbraucherpreisindex und beruht auf dem sogenannten Warenkorb. Dieser wird in einem bestimmten Jahr für einen Durchschnittshaushalt als repräsentativ betrachtet und auf dieser Basis werden dann für jedes weitere Jahr die Lebenshaltungskosten errechnet. So lassen sich Steigerungen oder Senkungen zum Vergleichsjahr ableiten. Da dieser Index nicht unumstritten ist, gibt es verschiedene Modelle, um eine andere Grundlage zur Berechnung der Inflationsrate zu bekommen.
Wie bei allen wirtschaftlichen Bewegungen gibt es auch bei einer Inflation Gewinner und Verlierer. Arbeitnehmer und Personenkreise, die Sozialleistungen beziehen, haben ein geringeres Einkommen, weil die Inflation die Reallöhne und die Sozialleistungen beeinflusst. Meistens können keine zeitnahen Lohnerhöhungen erreicht werden und der Staat berücksichtigt die Inflationsrate selten in voller Höhe bei den Sozialleistungen.
Die größten Verluste haben Besitzer von Geldvermögen oder festverzinslichen Wertpapieren wie Staats- oder Unternehmensanleihen, da diese Vermögen durch die Inflation einem besonders starken Wertverlust unterliegen. Der Staat profitiert am meisten, da die Staatsverschuldung durch die Inflation sinkt. Welche Mittel am wirksamsten gegen eine Inflation helfen, ist umstritten. Nicht immer ist eine restriktive Geldpolitik, d .h. die Verknappung des Geldangebotes, ein probates Mittel, aber auch andere staatliche Maßnahmen greifen nicht immer. Aufgrund der Öffnung der Märkte und der globalen Politik haben einfach zu viele andere, vom Staat nicht oder nur schwer zu beeinflussende Faktoren an Bedeutung gewonnen.


Verantwortlich für diesen Beitrag: Jan Fragel