Klebstoff von der Miesmuschel
Miesmuscheln sind die Meister des Klebens. Zu diesem Ergebnis kam das Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (vgl. Fit DAK Magazin, Ausgabe 1 2008, Seite 5). Selbst in der stärksten Brandung halten sie sich an Buhnen, Mauern oder Pfählen fest. Dr. Ingo Grunwald vom Fraunhofer Institut Bremen: “Üblicherweise verlieren Klebstoffe unter Salzwasser oder feuchtwarmer Umgebung ihre Haftung. Das Sekret aus der Miesmuschel erreicht dann erst seine Bestform.“ Dadurch eröffnen sich für den Klebstoff von der Miesmuschel vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, vor allem im medizinischen Bereich. Zumal das Sekret mit fast jeder Oberfläche reagieren kann.
Dafür ist vor allem ein Proteinbaustein verantwortlich: Die Aminosäure „Dopa“. Dopa gilt auch als Wirkstoff gegen die Parkinsonkrankheit.
Zur Gewinnung eines Gramms Klebstoffextrakt werden etwa 10 000 Miesmuscheln benötigt. Die Forscher des Fraunhofer Instituts bauen die Proteine der Miesmuschel deshalb im Labor nach. Auf diese Weise kann auch der Bestand an Miesmuscheln geschont werden.
Gelingt das Forschungsprojekt und wird die Produktion des Klebstoffs möglich, kann damit das Nähen von Schnittwunden ersetzt werden. Der Klebstoff von der Miesmuschel könnte Knochen kleben und als Fixierhilfe für Bänder zur Reparatur der Netzhaut oder zur Befestigung von Zahnersatz dienen.
Verantwortlich für diesen Beitrag: Andreas Lojewski


