Rund um Finanzen, Versicherung und Kredit
Andreas Lojewski

Kontovergleich bei Girokonten

Ohne Girokonto kommt kaum einer aus. Fast der gesamte Zahlungsverkehr wird in Deutschland irgendwie über ein Girokonto abgewickelt. Umso verwunderlicher ist es, dass viele Menschen auf einen Kontovergleich nur wenig Gedanken „verschwenden“. Das Girokonto wird bei der Bank um die Ecke oder bei der Hausbank der Familie eröffnet, ohne dass groß über Kontoführungsgebühren, Überziehungszinsen oder Habenzinsen nachgedacht wird. Dabei kann man mit einem Girokontovergleich auf Dauer gesehen einiges Geld sparen. Allein die jährlichen Kosten für Girokonten unterscheiden sich erheblich. Einerseits bieten vor allem Direktbanken, aber nicht nur die, kostenlose Girokonten an. Andererseits können sich die Kosten jährlich auf 150 Euro und mehr belaufen.

Leider sind die Kontomodelle und Gebührentabellen vieler Banken recht unübersichtlich. Bisweilen macht die Kombination aus Kosten und Wohltaten einen Kontovergleich schwer. Manche Banken verlangen hohe Gebühren, bieten aber nebenher noch weitere Dienstleistungen an, wie Versicherungen. Dann stellt sich die Frage, ob diese Nebenleistungen gebraucht werden und ob sie einem Leistungsvergleich mit anderen Anbietern standhalten. Andere Banken wiederum leisten Bonuszahlungen bei Einrichtung eines Kontos oder pro Überweisung. Wieder andere bieten ein kostenloses Privatkonto, aber nur, wenn ein monatlicher Mindestgeldeingang per Überweisungen erreicht wird, beispielsweise zurzeit 1.250 Euro bei der Postbank. Besonders Filialbanken verknüpfen die kostenlose Führung des Girokontos an besondere Bedingungen, wie Nutzung des Onlinekontos oder Telefonbanking. Manche Direktbanken, deren Konten zwar kostenfrei oder besonders günstig sind, verlangen besondere Gebühren für Überweisungsbelege und Scheckeinreichungen. Muss man den Postweg einschalten, entstehen Postgebühren.

Ein Girokontovergleich wird voraussichtlich ergeben, dass irgendeine reine Direktbank die günstigste ist. Die Frage ist dann aber, ob man mit dem Leistungsangebot vor Ort auskommt oder doch (zusätzlich) einen Vor Ort Service benötigt. Übrigens können unterdessen vor allem Regionalbanken häufig bei den Konditionen mit Direktbanken mithalten.

Eine Direktbank mit meines Erachtens unschlagbaren Konditionen ist die Deutsche Kreditbank (DKB). Die DKB ist ein Unternehmen der BayernLB und verfügt unterdessen über mehr als 1,6 Millionen Privatkunden. Das Girokonto DKB Cash ist kostenfrei, auch die Kreditkarte mit Partnerkarte ist es. Es wird eine vernünftige Guthabenverzinsung geboten, und die Bedingungen für einen Dispokredit sind ebenfalls gut. Mit der DKB-VISA-Card lässt sich weltweit Geld abheben.


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Worauf sollte bei einem Kontovergleich besonders geachtet werden? Natürlich auf die Kontoführungsgebühr, auch ob – sehr selten – die Guthaben verzinst werden und zu welchen – geringen – Zinsen. Weiter: Kann man ein Tagesgeldkonto über das Girokonto „rüberlegen“ und dadurch unter Umständen höhere Zinsen erzielen? Wie teuer sind Dispokredite? Werden mit dem Girokonto Kreditkarten und/oder EC Karten vergeben und zu welchen Bedingungen. Wichtig ist auch, inwieweit eine Bargeldversorgung über Geldautomaten möglich ist. Wie dicht ist das Geldautomatennetz, und wie hoch sind die Kosten, wenn man die Kreditkarte zum Geldabheben verwenden muss?

Wer sich nach einem Kontovergleich entschließt, die Bank zu wechseln, kann dies sofort gebührenfrei tun. Kündigungsfristen gibt es nicht. Ein unterschriebener Brief, in dem die Kündigung ausgesprochen und um Überweisung des verbleibenden Betrages auf das neue Konto gebeten wird, reicht. Allerdings ist es sinnvoll, das alte Girokonto und das neue Girokonto einige Zeit nebeneinander laufen zu lassen, damit keine Unstimmigkeiten im Zahlungsverkehr auftreten. Oft bietet die neue Bank einen Service bei Kontowechsel an, der aber ebenso oft unpraktisch ist. Besser ist es, den Kontowechsel selbst zu organisieren, nachdem man nach dem Kontovergleich eine günstigere Bank gefunden hat.

Stand: 2009-06-16



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Verantwortlich für diesen Beitrag: Andreas Lojewski