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Wilma Lojewski

Morsum - auf Sylt ganz vorn

Nachdem ich in meiner ersten Sylt-Szene - Sylt im Überblick - schon alle Inselorte mit Namen vorgestellt habe, will ich sie jetzt einzeln unter die Lupe nehmen. Heute werfen wir einen Blick auf Morsum.

Wenn man von Westen den Ortseingang von Morsum erreicht, kann man lesen: „Sylt – in Deutschland ganz oben, Morsum – auf Sylt ganz vorn.“ So ist es. Etwa 10 km bevor man an die Westküste gelangt, trifft der Zug in Morsum auf die Insel. Nach einem kleinen Blick auf die in Watt übergehenden Wiesen fährt man praktisch in einen Trog ein. Seitlich aufragende Böschungen bieten, je nach Jahreszeit Wildblumen zur Begrüßung. Von Oktober bis Mai setzen blühende Stechginsterbüsche gelbe Tupfer. Das beeindruckt besonders, wenn die Büsche von Frost oder Schnee umrahmt sind.

Große Heideflächen, ein kleines Auwäldchen, die gerade Linie des Nössedeichs, weite Felder – im Mai viele leuchtendgelb vom Raps – geben Morsum die persönliche Note.

Das Highlight ist das Naturschutzgebiet Morsum-Kliff. Es dominiert die nordöstliche Wattseite. Für Geologen erlauben die aufgefalteten Erdschichten einen Blick in Millionen Jahre Erdgeschichte und berichten über klimatische Veränderungen von mediterran bis eiszeitlich. Für Laien wie mich ist es einfach ein grandioses Farben- und Formspiel. Schwarzer Glimmerton, roter Limonitsandstein und weißer Kaolinsand werden unten umrahmt vom stets geheimnisvoll wirkenden Watt und oben von Heide und Strandhafer. Die wechselnden Einflüsse von Wasser und Licht sorgen dafür, dass jeder Besuch neuen Zauber ausübt. Bei ganz genauem Hinsehen entdeckt man unten an der Kliffkante manchmal Fossilien und am Rand der Heidefläche seltene Pflanzen, wie zum Beispiel im Juni das gefleckte Knabenkraut.

Morsum war früher ein Dorf der Bauern und Seeleute. Es hat sich – wie alle Inselorte – dem Tourismus geöffnet und trotzdem seinen gewachsenen Charakter behalten. Viele alte Häuser sind noch zu sehen. Einen Besuch wert ist die Kirche, die vermutlich aus dem 12. Jahrhundert stammt. Der massive weiße Bau mit dem abseits stehenden Glockenturm sind unverkennbar. Gottesdienste und Orgelkonzerte in der schmucken friesischen Kirche sind immer ein besonderes Erlebnis. Aber auch sonst lädt St. Martin ein zu wohltuenden Momenten der Stille und der Besinnung.

In der Mitte des Ortes steht das Muasem-Hüs, das Kurhaus, wo Informationen und Veranstaltungen angeboten werden. In Morsum kann man stundenlang Rad fahren oder wandern. Selbstverständlich findet man etliche Möglichkeiten, sich danach in Restaurants zu stärken. Ich bevorzuge Tee und Friesentorte bei Bäckerei Ingwersen.



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Verantwortlich für diesen Beitrag: Wilma Lojewski