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Wilma Lojewski

Munkmarsch auf Sylt - ein Ort mit Vergangenheit

Die kleine Tochter meiner Freundin war ein paar Mal auf Sylt gewesen, als die Lehrerin fragte: ,,Wie kommt man auf eine Insel?". Lisas prompte Antwort: ,,Mit dem Autozug". Klar, der Hindenburgdamm ist die zentrale Verbindung zum Festland. Aber erst seit 1927. Wie sind die Leute vorher hingekommen? Munkmarsch spielte dabei damals eine wesentliche Rolle.

Munkmarsch auf Sylt, der kleine Ort am Wattenmeer zwischen Keitum und Braderup, ist nicht in aller Munde wie Westerland oder Kampen. Das war mal anders. Bis 1928 - ein Jahr nach dem Bau des Hindenburgdamms - kamen hier die Sylter Feriengäste an. Sie kamen mit der Fähre von Hoyerschleuse. Von Munkmarsch aus ging es mit der kleinen Dampfbahn über die Heide - das heutige Flugplatzgelände - Richtung Westerland. Das schöne Munkmarscher Fährhaus wurde noch lange als Gaststätte betrieben, stand irgendwann leer und schien zu verfallen.

Zum Glück kam es nicht so weit. Ende der 90er restauriert und durch Anbauten ergänzt, ist das Fährhaus heute ein erstklassiges Hotel mit erlesener Gastronomie . Gegenüber, der kleine Hafen, dient jetzt einem Segelclub. Beides zusammen gibt dem Ort den historischen Bezugspunkt. Die Bebauung besteht zumeist aus netten Häusern mit Ferienwohnungen. Die Lage am Watt ist idyllisch.

Einer meiner Lieblingsspaziergänge führt nach Munkmarsch: Parken bei der bekannten Kirche Sankt Severin in Keitum, geht's neben der Kirche entlang zum Weg, der Richtung Watt führt. Weiter am Watt Richtung Nord. Der naturbelassene Weg ist manchmal etwas holprig. Teilweise führt er über Holzstege. Heidereste, etwas Schilf und immer die bezaubernde Stimmung des Wattenmeers lassen ein malerisches Umfeld entstehen. Bald geht es kurz durch einen kleinen Hain. Hier kann man sehen, wie auch das Wattenmeer am Ufer nagt. Gleich danach kommt eine geschwungene Holzbrücke, die irgendwie verloren in der Weite steht. Sie überquert einen kleinen Wasserlauf , der über das Gelände eines Bauernhofes zum Watt führt. Licht und Wolken runden das Ganze stimmungsvoll ab. Munkmarsch ist nicht mehr weit. Man sieht schon weiß leuchtend das Fährhaus liegen.




Verantwortlich für diesen Beitrag: Wilma Lojewski