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Andreas Lojewski

Musiktherapie nach Schlaganfall

Forscher der Helsingfors Universität um Teppo Sarkamo fanden heraus, dass Musikhören nach einem Schlaganfall die Genesung der Patienten beschleunigen kann. Die Wissenschaftler verglichen Patienten, die täglich eine Stunde Musik hörten, mit Patienten, die nichts oder Hörbücher hörten. Die erste Gruppe war in einer besseren seelischen Verfassung und bei der Wiedererlangung des Gedächtnisses und der Aufmerksamkeit im Vorteil.

Das Sprachgedächtnis der Musik-Gruppe verbesserte sich nach drei Monaten um 60 Prozent, bei der Hörbuch-Gruppe nur um 18 Prozent und bei Patienten, die gar nichts gehört hatten um 29 Prozent. Die konzentrierte Aufmerksamkeit stieg bei den Musikhörern um 12 Prozent, bei den anderen Gruppen dagegen gab es keine Veränderung, Die Wissenschaftler haben versucht, die Musiktherapie zu beginnen, bevor die nach einem Schlaganfall möglichen Veränderungen im Gehirn eintreten.

Die Musiktherapie könne in erster Linie für Patienten nützlich sein, die für andere Rehabilitationsmaßnahmen noch nicht bereit seien, so Sarkamo. Weitere Vorteile seien die geringen Kosten und die einfache Handhabung. In der ersten Zeit nach einem Schlaganfall würden die Patienten drei Viertel des Tages mit „nichttherapeutischen Aktivitäten“ verbringen. Sie würden in ihren Zimmern bleiben ohne irgendwie aktiv zu sein. Gerade die ersten Wochen und Monate seien für ein Training des Gehirns aber besonders geeignet.

Die Studie der Wissenschaftler beschränkt sich auf 60 Schlaganfallpatienten. Weitere Studien seien - so Sarkamo – erforderlich, um die Wirksamkeit der Therapie zu belegen. Auch sei nicht sicher, dass die Musiktherapie bei allen Schlaganfallpatienten gleich erfolgreich ist.




Verantwortlich für diesen Beitrag: Andreas Lojewski