Ölpreis bleibt lange hoch
Das Öl bleibt teuer. Das jedenfalls ergibt sich aus einer aktuellen Prognose der IEA. Danach soll der Ölpreis in den nächsten fünf Jahren hoch bleiben. Experten sprechen schon lange von einem Ölpreisschock. Wie gerechtfertigt diese Einschätzung ist, mag ein Beispiel zeigen. Der Preis für einen Barrel der Nordseesorte Brent stieg allein in den letzten sechs Monaten um ca. 48 % auf 141,20 US Dollar.
Von einer grundlegenden Beruhigung am Ölmarkt ist aus zwei Gründen nicht auszugehen. Erstens:Die Nachfrage nach Ölprodukten in Schwellenländern, vor allem in China und Indien, steigt weiter, und trotz des etwas gedämpften Wirtschaftwachstums in den Industrieländern wird in absehbarer Zeit dort die Nachfrage nicht nennenswert zurückgehen. Zweitens: Zwar gibt es eine Anzahl von Möglichkeiten, die Förderkapazitäten zu erhöhen, die Erschließung neuer Ölquellen kommt aber aus den unterschiedlichsten Gründen nur sehr zögerlich voran.
So wird es wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die politische Diskussion um die Erschließung von offshore Ölfeldern in den USA beendet ist. Auch das sehr ergiebige Ölfeld Kashagan in Kasachstan wird nach neueren Nachrichten erst ab 2013 Öl liefern können.
Hinzu kommt, dass Produktionssteigerungen in der Ölindustrie ausgesprochen kapitalintensiv sind. So eigenartig es sich anhört, aber die Eindämmung des Ölpreisanstiegs scheint von zwei Faktoren abhängig zu sein, die für sich gesehen eher negativ sind: Eine mittelfristige deutliche Abkühlung des Wirtschaftswachstums in den USA und anderen Industrieländern und ein noch anhaltender hoher Ölpreis. Die Ölindustrie könnte den anhaltend hohen Kapitalzufluss nutzen, um die Produktivität zu steigern und neue Ölquellen zu erschließen.
Verantwortlich für diesen Beitrag: Andreas Lojewski


