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Andreas Lojewski

Patienten verschätzen sich bei Arztkosten

Die Vorstellungen vieler Patienten über die Kosten für ihren Arzt liegen vollständig neben der Wirklichkeit. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Kieler Instituts für Mikrodaten-Analyse. So kostet eine Blutdruckmessung nach Meinung der Patienten 24,66 Euro. In Wirklichkeit zahlen die Kassen aber nur 7,41 Euro. Ein Arztgespräch wird auf über 34 Euro geschätzt. Tatsächlich beträgt das Kassenhonorar nur 7,67 Euro. Die Blutuntersuchung nach einem Zeckenbiss kostet ca. 165 Euro, meinen die Patienten. Tatsächlich zahlt die Krankenkasse nur 7,70 Euro. Diese Beispiele zeigen: Einzelleistungen werden teilweise um das Zehnfache und mehr überschätzt.


Das ist wohl auch der Grund dafür, dass Wahltarife bei den Kassen nur sehr zögerlich abgeschlossen werden, obwohl die Gesundheitsreform sie ausdrücklich zulässt. Die verblüffenden Fehleinschätzungen der Patienten über die tatsächliche Höhe der Arztkosten verhindern eine brauchbare individuelle Kosten/Nutzen Abschätzung. Die Beurteilung, ob ein Wahltarif im konkreten Fall günstig oder ungünstig ist, lässt sich deshalb kaum vornehmen.

Andererseits unterschätzen die Patienten die Krankenkosten, die im Laufe eines gesamten Lebens anfallen. Die betragen nämlich ca. 142.000 Euro und nicht, wie die Patienten glauben, nur 56.000 Euro.

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Verantwortlich für diesen Beitrag: Andreas Lojewski