Prognosen treiben Ölpreis
Der Ölpreis steigt und steigt. Das tut er seit Jahren. Lag er noch 2005 bei ca. 45 USD, hat er jetzt mit etwas über 125 USD pro Barrel einen Höchststand erreicht. Seit Anfang Mai hält sich der Ölpreis auf diesem Niveau und seit Anfang Februar 2008 ist ein rasanter Anstieg des Ölpreises von ca. 88 USD auf das jetzige Niveau zu verzeichnen.
Ein wichtiger Grund für die Entwicklung des Ölpreises liegt ohne Frage in der steigenden Nachfrage, vor allem der Schwellenländer. Selbst wenn sich die Weltwirtschaft abkühlt, muss wohl weiter mit Ölpreisen auf hohem Niveau gerechnet werden. Aber auch Spekulation ist Ursache für die hohen Ölpreise. Und Prognosen heizen die eh schon hysterische Stimmung erst richtig an.
Ein Beispiel dafür ist die neueste Studie von Goldman-Sachs. Der Investmentbank wird in Sachen Ölpreis große Kompetenz zugesprochen. Die Banker glauben, der Ölpreis werde im 2. Halbjahr 2008 auf 141 USD steigen; im Gegensatz zu früheren Prognosen (107 USD). Der Ölpreis reagierte auf die Veröffentlichung am Freitag mit einem neuen Rekord von 127,82 USD. Goldman-Sachs geht dabei allerdings immer noch von einem Weltwirtschaftswachstum von 3,8 Prozent aus, was jüngst von Fachleuten bezweifelt wurde, die nur noch 1,8 % annehmen.
Eine Langfristprognose wagte das DIW Anfang 2008 und sagte eine Verdoppelung des Ölpreises bis 2018 voraus. Damals bedeutete eine Verdoppelung des Ölpreises 200 USD. Auch die OPEC äußerte sich Ende März und rechnete mit einem Preis zwischen 80 und 110 USD per Barrel in diesem Jahr. Ursachen seien nicht die Förderpolitik der OPEC Staaten, sondern Dollarschwäche und Probleme mit der US-Wirtschaft. Überhaupt schätzen die Produzenten die Entwicklung des Erdölpreises vorsichtiger ein als die Verbraucherländer. Dafür könnten eigene Interessen auf beiden Seiten der Grund sein. Die Internationale Energiebehörde IAE senkte Mitte Mai unter anderem wegen der globalen Konjunkturabkühlung ihre Schätzung zum Ölverbrauch um 230.000 Barrel auf 1,3 Mio. Barrel pro Tag. Das führte nur kurzzeitig zum Rückgang des Ölpreises. Konjunkturabkühlung oder nicht, auch wenn die Spekulationsblase bei Erdöl platzen sollte, das Erdöl wird teuer bleiben.
Verantwortlich für diesen Beitrag: Andreas Lojewski


