Prostatakrebs nimmt zu
Immer mehr und immer jüngere Männer erkranken in westlichen Industrienationen an Prostatakrebs. Teilweise ist der Zuwachs an Prostatakrebserkrankungen allerdings auf die umfassendere Früherkennung zurückzuführen. Darauf weist das Deutsche Krebsforschungszentrum hin.
Allerdings bleibt Prostatakrebs, die häufigste Krebsart bei Männern, nach wie vor oft unentdeckt. Etwa 10 Prozent aller Männer erkranken an Prostatakrebs. In Deutschland werden jährlich ungefähr 58.000 Neufälle entdeckt und 12000 Männer sterben jährlich an der Krankheit. Eine Heilung ist möglich, setzt aber meistens voraus, dass die Krankheit im Frühstadium entdeckt wird.
Gegenwärtig wird zur Krebsvorsorge zunächst eine Blutuntersuchung durchgeführt. Ist der dabei festgestellte Wert der Konzentration des prostata-spezifischen Antigens (PSA) erhöht, erfolgt eine Biopsie. Bei der Entnahme von Gewebeproben kann ein möglicher Tumor jedoch unerkannt bleiben, dann nämlich, wenn die Biopsienadel gesundes Gewebe trifft. So wird der Prostatakrebs in ungefähr 30 Prozent der Fälle zunächst nicht entdeckt.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat jetzt in Zusammenarbeit mit der Martini-Klinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ein Verfahren entwickelt, mit dem Prostatakrebs zuverlässig erkannt werden könnte. Sie untersuchten Prostata-Biopsien von 114 Männern. Dabei stellten sie mit Hilfe der so genannten Microarray-Technologie fest, dass fünf Gene bei Prostatakrebskranken anders abgelesen werden als bei gesunden Patienten. Gleichgültig ist, ob die Gewebeprobe Tumorzellen enthält oder nicht. Ob der Gentest in der Praxis tatsächlich zu verlässlichen Ergebnissen führt, lässt sich nach Auffassung der Wissenschaftler allerdings noch nicht mit der erforderlichen Sicherheit feststellen. Dazu sind weitere Studien nötig, um die vorläufigen Ergebnisse zu überprüfen.
Verantwortlich für diesen Beitrag: Andreas Lojewski


