Sabine River in Texas USA
Alle Sabinen aufgepasst, in Texas ist „Ihr River“, nämlich der Sabine River. Mississippi, Missouri, Rio Grande, Colorado River, sind jedem ein Begriff. Aber nur sehr wenige Menschen in Europa kennen den Sabine River. Mit 893 km ist er länger als die Oder (866). In seinem unteren Lauf bildet er die natürlich Grenze zwischen Louisiana und Texas, bis er in den Golf von Mexico mündet. Manchmal wird er auch als die Trennlinie zwischen dem alten Süden und dem neuen Südwesten der USA bezeichnet.
Wer beim Stichwort „Texas“ immer noch nur an Wüste und Cowboys denkt, erfährt hier ein Kontrastprogramm. Weit entfernt von der Wüste, in dem Teil von Nordost Texas, dessen Landschaft als „Prairies and Lakes“ bezeichnet wird, vereinigen sich drei kleine Flüsse. Knapp 100 km östlich von Dallas verschwinden die Wasser von Cowleech Fork, Caddo Fork und South Fork im Lake Tawakoni. Zum Sabine River vereint fließen sie im Südosten wieder aus dem See. In Höhe von Mineola fließt der Sabine River in die „Piney Woods“, die herrliche waldreiche Landschaft, die sich in Osttexas wie ein breiter Streifen zur Golf Region hinzieht. Der Sabine River durchquert die Piney Woods bis Louisiana. Etwa in Höhe von Logansport in Louisiana wird er zum Grenzfluss. Genauer gesagt, erstmal wird er zum Toledo Bend Reservoir, einem riesigen lang gestreckten künstlichen See, der in den 1960ern in einem gemeinsamen Großprojekt der Staaten Texas und Louisiana geschaffen wurde. Dadurch wurden Überflutungen des Sabine River im wahrsten Sinne des Wortes eingedämmt. Der Staudamm dient der Stromgewinnung. Die Länge des Sees entspricht einer Luftlinie von etwa 110 km. Durch den bizarren Uferverlauf hat der See jedoch an die 1.200 Meilen (mehr als 1.900 km) Uferlinie und ist ein Erholungsgebiet riesigen Ausmaßes. Teil dieser herrlichen Natur ist der Sabine National Forest.
Aber bleiben wir beim Sabine River. Auf seinem Weg zum Süden durchfließt er sowohl ausgedehnte Industriegebiete ebenso wie auch weite sumpfige Gegenden in der „Bayou“-Area, eine Landschaftsart, die man eher Louisiana als Texas zurechnet. Wer auf der Interstate 10 von Texas nach Louisiana fährt und in Louisiana beim Visitorscenter stoppt, bekommt auf einem kleinen Wanderweg einen guten Eindruck von dem Charakter der Bayous.
Hinter Orange bildet der Sabine River zusammen mit dem Neches River den Sabine Lake, einen ca. 22 km langen und 11 km breiten See, der weitgehend von Sumpfland umgeben ist. Die texanische Stadt Port Arthur liegt am Sabine Lake. Das Sumpfland ist ein beliebtes Ausflugsziel, insbesondere für Angler. Durch den „Sabine Pass“ findet der Sabine River schließlich seinen Weg in den Golf von Mexiko.
Verantwortlich für diesen Beitrag: Wilma Lojewski


