Rund um Finanzen, Versicherung und Kredit
Wilma Lojewski

Schreibmaschine schreiben aktuell

Ist Schreibmaschine schreiben im Computerzeitalter unmodern geworden oder immer noch aktuell? Zugegeben, die Zeiten, in denen die Schreibmaschine die Büros beherrscht hat, sind lange vorbei und der PC ist eingezogen. An die Zeiten, wo das Betätigen der Hochstelltaste für die Großbuchstaben Krafttraining für die kleinen Finger bedeutete, kann sich kaum noch jemand erinnern. Hinter „Schreibmaschine schreiben“ verbirgt sich aber die Fähigkeit, mit allen zehn Fingern blind zu tippen. Eine Fertigkeit, die für Büroangestellte zum Beruf gehört. Ob es dem Normalverbraucher im Umgang mit dem Computer hilft, ist umstritten.

Anhänger des „Adler-Such-Systems“ mit zwei Fingern halten Blindschreiben für überflüssig. Mit einiger Übung kommt man auch so auf gewisse Geschwindigkeiten. Zusätzlich hilft die Eingabe von Wörtern im PC, die dann schon beim Anschlagen vorgeschlagen werden und eingeklickt werden können. Ein häufiges Argument ist: Von den Adler-Such-System-Tippern hätte sich noch keiner beschwert, und die meisten kämen damit prima zurecht.

Kein Wunder, woher sollen sie wissen, wie viel schneller es geht, wenn man nicht dauernd zwischen Tastatur und Bildschirm hin und her schauen muss. Man schaut auf den Bildschirm, konzentriert sich auf seine Gedanken und den Rest machen die Finger. Wenn man abschreibt und nicht blind schreiben kann, wackelt der Kopf ständig hin und her, um Vorlage und Tastatur im Blick zu halten. Der richtige Punkt im Vorlagetext muss jedes Mal neu angepeilt
werden. Das ist anstrengend für die Augen.

Das Zehnfingersystem zu lernen, ist zwar etwas trist, aber ziemlich leicht und macht sich im Laufe des Lebens vielfach bezahlt. Egal ob man mit 14 einen Aufsatz, in seinen 20ern eine Examensarbeit oder bis ins hohe Alter Emails einfach geradeaus blickend in die Maschine tippt. Schreibmaschine schreiben oder besser Zehnfingerschreiben lernen, ist nach wie vor ein guter Tipp. Und wo lernt man es? Auch das ist leicht. Im Internet werden Lernprogramme angeboten, die teilweise sogar kostenlos sind. Wer eine Gruppenatmosphäre bevorzugt, kann es beispielsweise bei Volkshochschulen lernen. Das hat auch den Vorteil, dass man viele der – zweifellos etwas langweiligen – Übungen in den vorgegebenen Stunden gemeinsam abarbeitet. Das Ergebnis lohnt sich. Alles was man schreiben will, kann man danach einfach in die Maschine denken, weil die Finger automatisch arbeiten. Man profitiert davon sein Leben lang. Das Zehnfingerschreiben in Schulen zu unterrichten, ist eine gute Idee und wird teilweise auch schon gemacht.


Verantwortlich für diesen Beitrag: Wilma Lojewski