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Andreas Lojewski

Schwellenländer stabilisieren Weltwirtschaft

In den Industrieländern scheint sich die Konjunktur abzukühlen. Viele Schwellenländer bleiben aber weiter auf Wachstumskurs. Die Zunahme der Binnennachfrage in manchen Schwellenländern deutet auf verlässliches strukturelles Wachstum hin. Das gilt vor allem für China, unter den Schwellenländern die für die Entwicklung der Weltwirtschaft gegenwärtig bedeutendste Volkswirtschaft.

Im April wuchsen die Ausfuhren gegenüber dem Vorjahr um 21,8 Prozent. Die Importe stellten diese Zahl allerdings in den Schatten. Sie explodierten mit einem Plus von 26,3 Prozent. Die Einzelhandelsumsätze nahmen gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozent zu. Die Inlandsnachfrage gewinnt also an Bedeutung und stabilisiert die konjunkturelle Entwicklung in China. Möglich ist allerdings, dass sich das verheerende Erdbeben in Sichuan negativ auf die Konjunktur und den Strukturwandel auswirkt. Falls dies geschieht, dürfte es sich allenfalls um eine vorübergehende Erscheinung handeln.

Die Pekinger Regierung fördert den Strukturwandel. Sie hat offenbar erkannt, dass die exportlastige Wirtschaftsstruktur Chinas überwunden werden muss, soll die
Wirtschaftsdynamik zukünftig erhalten bleiben. Deshalb investiert die Regierung in Peking zum Beispiel gezielt in Infrastrukturmaßnahmen.

Die neue Entwicklung kommt nicht nur China zugute sondern ebenso der Weltkonjunktur insgesamt. Die günstige wirtschaftliche Entwicklung Chinas und anderer Schwellenländer verhindert nach Auffassung vieler Fachleute ein Einbrechen der Weltkonjunktur. So hat der internationale Währungsfonds seine Wachstumsprognose lediglich von 4,1 Prozent auf 3,7 Prozent gesenkt. Allerdings gibt es auch Prognosen, die eine deutlichere Abkühlung der Weltkonjunktur voraussagen.

Günstig könnte sich eine Abkühlung der Weltwirtschaft auf die Rohstoff- und Energiepreise auswirken, selbst wenn die Nachfrage aus den Schwellenländern wächst. Die Verbilligung von Rohstoffen und Energie könnte die Wirtschaft in den Schwellenländern weiter stimulieren. Da diese Länder auf industrielles Wachstum setzen, ist der Bedarf an Energie besonders hoch.


Verantwortlich für diesen Beitrag: Andreas Lojewski