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Wilma Lojewski

St. Severin - die Kirche in Keitum auf Sylt

Massiv und unverkennbar thront sie auf einem der höchsten Punkte der Geest mitten auf Sylt: Sankt Severin, die Keitumer Kirche. Sie ist ein Wahrzeichen der Insel und ein Ort der Besinnung zugleich. Wer sie besucht, wird eingefangen in eine besondere Atmosphäre des Glaubens und der Zeitgeschichte.

St. Severin in Keitum ist die größte der alten Kirchen auf Sylt. Kaum ein Syltbesucher, der sie nicht kennt. Gottesdienste, Orgelkonzerte, stille Einkehr oder Eintauchen in die Geschichte durch eine Besichtigung von Kirche und Friedhof gehören für die meisten Syltbesucher dazu. Die Grabsteine auf dem Friedhof berichten über manche alte Sylter Familie; manch namhafter deutscher Mitbürger hat hier seine letzte Ruhe gefunden.

1240 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, stammt die Kirche St. Severin wahrscheinlich schon aus dem 12. Jahrhundert. Das Langhaus wurde später angefügt und der Turm wurde im 15. Jahrhundert erbaut. In den frühen Jahren war sie nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein Ort der Zuflucht für Kinder, Frauen und Alte, wenn Piraten oder Marodeure die Insel bedrohten, während die Männer auf See waren. Wegen ihrer exponierten hohen Lage auf dem Geestkern, am Rand des Ortes und nahe zum Wattenmeer diente sie gleichzeitig als markantes Seezeichen.

Man betritt St. Severin durch eine Tür an der Nordseite des Turms. Die Backsteinmauern lassen ihr Alter ahnen. Große moderne Glastüren mit bronzenen Walfischen als Griffe führen in die schöne friesische Kirche. Der Blick fällt auf den spätgotischen Flügelaltar aus dem späten 15. Jahrhundert am Ende des Innenraums. Baumaterialien wie der Tuffstein aus dem Rheinland und weitere Kostbarkeiten wie die niederländischen Kronleuchter aus dem 17. Jahrhundert lassen ahnen, welch weitreichende Handelsbeziehungen vor Jahrhunderten bestanden haben. Vieles mehr ist zu bewundern. Der Taufstein aus dem 11./12. Jahrhundert ist das älteste Stück. Eines der neuesten dürfte die herrliche Mühleisen-Orgel sein, die 1999 erbaut wurde. Alles zusammen schafft die Atmosphäre, in der man Andacht und innere Ruhe findet.




Verantwortlich für diesen Beitrag: Wilma Lojewski