Sumpferlebnis am Sabine River in Texas USA
Wer die USA Interstate 10 von Louisiana Richtung Texas fährt, möchte vielleicht die Swamps kurz näher anschauen. Mitten auf der Brücke über den Sabine River verlässt man Louisiana und erreicht Texas. Dort ist das Texas Travel Information Center am Interstate Exit 879 für ein kleines ungefährliches Sumpferlebnis gut. Der Sumpf wird Blue Elbow Swamp genannt, weil der Sabine River hier einen großen Bogen macht. Das Center ist erst wenige Jahre alt. Ein breites, etwas versetztes und hoch gelegenes Steggebilde erlaubt einen Gang in den Swamp. Zwar gibt es keine Garantie, Alligatoren und Schlangen zu sehen, aber vom Steg aus sicherer Höhe bekommt man einen Eindruck von der Sumpflandschaft.
An einem Nachmittag Anfang Juni 2009 lief das so ab: Die feuchte Wärme ist genau das, was man sich unter Wetter in den Swamps vorstellt. Das kühle Center tut richtig gut. Die Informationen sind nach den 7 texanischen Landschaften sortiert. Man bekommt die entsprechende umfassende Broschüre und die aktuelle Straßenkarte von Texas.
Die großen Fenster lassen schon den Blick auf den Sumpf zu. Aber besser sieht man draußen. Ruppige Bäume, absterbende Bäume und stolze Zypressen mit langen Moosbärten dominieren das Gesamtbild. Das Wasser ist seicht wegen der langen Trockenheit. Mengen kleiner Fische tummeln sich darin. Für die vielen Schildkröten in verschiedenen Größen muss man schon genauer hinsehen. Etliche Besucher laufen umher. Einige hängen halb über die Geländer, um was Besonderes zu entdecken. Es macht Freude, einfach voranzuschlendern und überall kleine Eindrücke mitzunehmen, wie beispielsweise die einzelne weiße Blüte mit dem roten Tupfen in der Mitte. Sieht aus wie eine Hibiskusblüte, aber kann das sein, hier im Swamp?
Plötzlich kommt Bewegung in die träge Stimmung. Ein Junge ruft: „Ein Alligator“! Und richtig. Links vom breiten Zugangssteg begibt sich ein vielleicht 1,50 m langer Alligator in Richtung Steg. Sicher will er sich im Schatten unter dem Steg ausruhen. Der nächste Aufschrei lässt nicht lange auf sich warten: „Da, eine Schlange“, ruft eine Frau auf der rechten Seite des Stegs. Alle in ihrer Nähe schauen über das Geländer, wo sie steht. Richtig, da liegt eine Schlange etwas gekringelt im seichten Wasser und sonnt sich. Sie hat etwa einen Durchmesser wie ein Zweieurostück, und bestimmt ist sie ausgerollt 1,20 m lang. Bevor auch nur einer mutmaßen kann, um welch eine Schlangenart es sich handelt, kommt unter dem Steg ein großes Maul hervor, geht auf, schnappt zu, und in Sekunden ist nichts mehr von der Schlange zu sehen. Solch eine Szene beobachten zu können, ist wahrscheinlich selten, und die Frage ist, ob man sie kurz vorm Lunch oder überhaupt sehen wollte.
Den Lunch kann man auf den Picknickplätzen vor dem Travel Center einnehmen. Das wissen offenbar auch die Waschbären. Wer an diesem Tag und zu dieser Stunde dort sitzt, kann eine Waschbärin beobachten, die mehrmals ganz vorsichtig aus dem Gebüsch kommt. Immer wieder Deckung suchend, schleicht sie sich zu dem nächstgelegenen ungenutzten Platz. Sie ist mager und hat offenbar Junge. Da muss doch etwas für sie zu finden sein. Keiner jagt sie weg.
Nach so viel „Natur“ innerhalb einer guten halben Stunde und dem Picknick, geht es weiter. Auf der Interstate 10 Texas zu durchqueren, heißt 881 Meilen = gut 1.400 km zu fahren. Da sollte man sich vielleicht Gedanken machen, wo man übernachtet. Wer nicht mehr weit fahren will, kann in Beaumont z.B. im Best Western Jefferson Inn (Exit 851) übernachten und sich die 1824 gegründete Stadt anschauen. Wer noch 4 - 5 Stunden fahren und gut deutsch essen will, rauscht bis Seguin. Dort nimmt man den I 10 Exit zum Highway 46 Richtung New Braunfels. In der von Deutschen gegründeten Stadt gibt es im Friesenhaus ein ordentliches Schnitzel und gut schlafen kann man z.B. im historischen Prince Solms Inn.
Verantwortlich für diesen Beitrag: Wilma Lojewski


