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Andreas Lojewski

Sylts Rotes Kliff

Das Rote Kliff auf Sylt ist eine einmalige Küstenlandschaft. Es erstreckt sich vom Norden Westerlands über Wenningstedt bis nach Kampen. Seinen Namen verdankt das Rote Kliff dem rosaroten Geschiebelehm, der seine Färbung durch die Oxidation eisenhaltiger Bestandteile erhielt. Besonders in der Nachmittags- und Abendsonne leuchtet das Rote Kliff in allen gelblichen und rötlichen Farbschattierungen, an manchen Stellen sogar rostrot. Nach den schweren Sturmfluten Anfang der 80iger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde eine umfangreiche Sandvorspülung erforderlich, die einem Teil der Abbruchkante nach wie vor den dringend nötigen Schutz gewährt.

Allerdings ist dadurch die überwältigende Schönheit der Steilküste etwas verloren gegangen. Am ursprünglichsten ist das rote Kliff noch im südlichen Bereich Kampens in Höhe der Uwedüne. Die Uwedüne ist mit etwas über 50 Metern die höchste Erhebung Sylts.

Jahrhunderte lang diente das etwa 30 Meter hohe Rote Kliff der Schiffahrt als Orientierungspunkt und Erkennungsmerkmal der Insel Sylt. Das Rote Kliff entstand vor etwa 120000 Jahren nach der Saale-Eiszeit. Die Gletscher hatten riesige Schuttberge in die Region gebracht, wo heute Sylt liegt. Die blieben liegen, als sich die Gletscher mit zunehmender Erwärmung zurückzogen. Mit dem steigenden Meeresspiegel entstand dann die Steilküste des roten Kliffs. Anders als Geologen im 19. Jahrhundert vermutet haben, gibt es übrigens keinen erdgeschichtlichen Zusammenhang zwischen dem roten Kliff auf Sylt und Helgoland. Die Helgolander Felsen sind sehr viel älter und haben eine andere Entstehungsgeschichte.




Verantwortlich für diesen Beitrag: Andreas Lojewski