Aktien jetzt kaufen

    Man soll Aktien kaufen, wenn die Kanonen donnern. So lautet eine alte Börsenweisheit. Und im Augenblick (2008 ff) donnern die Kanonen tatsächlich. Getrieben von Rezessionsängsten der Börsianer legen oder legten fast alle Indizes beachtliche Talfahrten hin.

    In Krisenzeiten investieren?

    Also der richtige Zeitpunkt für Privatanleger, in Aktien zu investieren? Aber kann man sicher sein, dass die Talsohle erreicht ist, also weitere herbe Verluste ausgeschlossen sind?

    Die Antworten lauten ja und nein. Nein, weitere Verluste sind nicht ausgeschlossen. Es ist durchaus möglich, dass die Talfahrt sich fortsetzt. Keiner kann mit Sicherheit vorhersagen, wie sich die Weltwirtschaft und damit die Gewinne der Unternehmen entwickeln werden.

    Konjunkturbedingte Kursschwankungen sind normal

    Allerdings zeigt ein Blick in die Kursgeschichte der wichtigsten Aktienindizes, dass Kurseinbrüche immer wieder aufgeholt werden. Kurz- und mittelfristige Schwankungen sind normal.

    Langfristig gesehen erzielte z.B. der Dow Jones jährlich etwa 10 %. Das ist eine Rendite, die ihresgleichen sucht.

    Ja, jetzt ist ein guter Zeitpunkt, in Aktien zu investieren. Kluge Anleger verhalten sich antizyklisch. Aber es gibt Bedingungen, die unbedingt beachtet werden sollten.

    Antizyklisch investieren aber Vorsicht

    Wer in Aktien investiert, sollte dies nur mit Geld tun, das er langfristig nicht benötigt. Der Anleger darf nicht gezwungen sein, Aktien zur Unzeit verkaufen zu müssen.

    Außerdem ist es gut, solide Aktien auszuwählen, so genannte Wachstumswerte, die in der Vergangenheit durch eine kontinuierliche Kursentwicklung nach oben überzeugt haben. Spekulative Werte eignen sich für den Privatanleger eigentlich nicht.

    Aber auch Wachstumswerte können ihre Eigenschaft als solide Geldanlage mit der Zeit einbüßen. Wer in Aktien investiert, kommt deshalb nicht umhin, sich regelmäßig über die wirtschaftlichen Kennzahlen seiner Geldanlage zu informieren. Stimmen die fundamentalen Daten nicht mehr, sollte man sich ohne zu zögern von der Aktie trennen.

    Qualitätsaktien nachkaufen, nicht verkaufen

    Wer in der Krise Aktien verkaufen muss, ist natürlich arm dran. Er wird wohl erhebliche Verluste hinnehmen müssen. Besser ist ein Aktiennachkauf, um den Durchschnittspreis seiner Aktien zu verringern. So können zukünftige Kursgewinne größer ausfallen. Nachkaufen lohnt sich aber nur bei Qualitätsaktien.

    Ein Beispiel (keine Empfehlung): Citigroup gehört nach wie vor zu den größten und ertragreichsten Banken der Welt. Vieles spricht deshalb dafür, dass die Bank die Krise überwindet, evtl. sogar gestärkt aus ihr hervorgeht. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Aktienkurs in nächster Zeit also zu alter Stärke zurückfinden.

    Schlussbemerkung

    Der Artikel wurde Anfang 2008 geschrieben. Damals galt Citigroup unter vielen Analysten trotz aller Kursrückschläge noch als Qualitätsaktie, bei der sich das Halten lohnt. Das hat sich jedoch mit der eskalierenden Finanzkrise grundlegend geändert.

    Das Beispiel zeigt, wie wenig selbst Analysten zukünftige Aktienkurse voraussagen können. Investitionen in Aktien bieten hohe Renditechancen aber eben auch große Risiken. Brechen Kurse aus unternehmensinternen Gründen ein, kann nur zum sofortigen Verkauf geraten werden, selbst wenn der Verlust schmerzlich ist.