Aktienindizes: Definition und Bedeutung

DAX und Dow Jones, diese Aktienindizes kennt jeder, selbst wenn er sich sonst für Geldanlagen in Aktien nicht interessiert.

Weniger bekannt aber dürfte sein, worin sich diese Aktienindizes voneinander unterscheiden und weswegen ihre Wertentwicklung nicht ohne weiteres miteinander verglichen werden kann.

Lesen Sie hier eine kurze Einführung in die Welt der Aktienindizes.

Was eigentlich ist ein Aktienindex? Nach welchen Kriterien werden sie zusammengesetzt? Welche „Aktienpakete“ werden in den einzelnen Indices abgebildet?

Worin beispielsweise unterscheiden sich Kursindizes von Performanceindizes?

Schließlich: Welches sind die wichtigsten Aktienindizes, in die sich eine Investition für Privatanleger lohnt und wie geschieht das am besten?

Was ist ein Aktienindex?

Ein Aktienindex ist eine Kennzahl, mit der die Wertentwicklung einer bestimmten Anzahl von Aktien ausgedrückt wird.

Die Auswahl der Aktien, die Zusammensetzung des Aktienkorbes und der Maßstab für die Ermittlung der Wertentwicklung richten sich nach zuvor festgelegten Kriterienkatalogen.

Kriterien für die Aktienauswahl

Die Zusammensetzung von Aktienindizes wird grundsätzlich nicht von Regierungen bestimmt. Oft handelt es sich um Organisationen aus der Finanzbranche oder um Organisationen aus dem finanznahen Bereich.

Beispiele: Die Zusammensetzung des DAX wird von der Deutschen Börse organisiert. An der Berechnung des Dow Jones ist das Wall Street Journal beteiligt. Beim FTSE 100 redet die Financial Times mit.

Regionale Aktienindizes bilden die Entwicklung von Aktien aus einer bestimmten Region ab. Ein Beispiel ist der STOXX Europe Total Market Index (TMI), der ungefähr 95 % der im Streubesitz befindlichen Börsenkapitalisierung von 17 Ländern Westeuropas abbildet.

Länderindizes bilden Aktienkörbe aus Aktien von Unternehmen, die ihren Hauptsitz in dem entsprechenden Land haben. Oft gibt es mehrere Länderindices zum Beispiel für BlueChips, MidCups, ShortCups und Technologieaktien. Beispiel: DAX, MDAX, SDAX und TECDAX in Deutschland.

Blue-Chip-Indizes beinhalten Aktien einer bestimmten Anzahl der größten Unternehmen in einem Land, einer Region oder der Welt. Beispiele: Dow Jones, DAX, MSCI World.

Leitindizes haben auf regionale oder auch weltweite Finanzmärkte einen bestimmenden Einfluss, weil sie Unternehmen mit großem Einfluss und hoher Marktkapitalisierung aus wirtschaftsstarken Ländern repräsentieren. Beispiele: DAX für Deutschland, S&P 500 und MSCI World weltweit.

Branchenindizes bzw. Sektorindizes bilden Aktienkörbe für bestimmte Branchen ab. Oft handelt es sich um Teilindizes bestimmter Blue-Chip-Indizes. Beispiele: DAX-Subindizes auf die Branchen Auto/Transport, Finanzen, Chemie/Pharma sowie Maschinenbau/Elektronik.

Spezielle Indizes dienen als Benchmark (oder als Vergleichsindizes) für bestimmte Anlagestrategien. Beispiele: Dividendenindizes wie DivDAX für Dividendenstrategien, ShortDAX, um auf fallende Kurse zu spekulieren.

Zwei Methoden zur Indexberechnung

Aktienindizes können als Kursindex oder als Performanceindex berechnet werden. Manche Indizes, wie der DAX, werden nach beiden Methoden dargestellt.

Soll die Wertentwicklung verschiedener Indizes untereinander verglichen werden, geht dies nur wenn die Indizes nach derselben Berechnungsmethode dargestellt werden.

Kursindex

In die Berechnung von Kursindizes, auch Preisindizes genannt, fließen nur die Aktienkurse ein, die regelmäßig nur um Erträge aus Bezugsrechnungen bzw. Sonderzahlungen bereinigt werden.

Dividenden und Kapitalveränderungen werden nicht berücksichtigt. Dividendenausschüttungen führen demnach zu Rückgängen beim Indexstand.

International werden fast alle Blue-Chip-Aktienindizes vornehmlich als Kursindizes berechnet. Wer in Fachpublikationen den Indexstand des Dow Jones, Euro Stoxx 50, Nikkei 225, FTSE 100 oder CAC 40 nachliest, erhält die Kursindex-Werte.

Performanceindex

Beim Performanceindex wird der Indexstand unter Einschluss aller Dividenden und aller weiteren Einnahmen wie Erlöse aus Bezugsrechten berechnet. Es wird so getan, als ob alle Erträge unverzüglich erneut in Aktien investiert würden.

Werden beispielsweise Dividenden ausgeschüttet, hat die Ausschüttung allein keinen Einfluss auf den Kurs eines Performanceindexes. Die Auszahlung führt zu keinem Kursrückgang.

Der DAX ist einer der wenigen Blue-Chip-Indizes, der regelmäßig als Performanceindex dargestellt wird, obwohl es ihn auch als Kursindex gibt.

Maßstäbe für die Gewichtung einzelner Aktien

Für die Gewichtung einzelner Aktien in einem bestimmten Index werden drei unterschiedliche Methoden verwendet: Preisgewichtung, Kapitalisierungsgewichtung und Gleichgewichtung.

Preisgewichteter Index

In einem preisgewichteten Index ist jede Aktie mit der gleichen Stückzahl enthalten. Beispielsweise wird jede Aktie mit einem Stück in den Index übernommen.

Aktien mit hohen Kursen und/oder einer überdurchschnittlichen Performance beeinflussen den Index besonders stark.

Beispiele für preisgewichtete Indizes sind der Dow Jones und der Nikkei 225. Beide Indizes gelten als wichtige Leitindizes.

Kapitalisierungsgewichteter Index

Ein kapitalisierungsgewichteter Index berücksichtigt die Marktkapitalisierung der in dem Index enthaltenen Unternehmen. Je höher die Marktkapitalisierung, desto höher ist der prozentuale Anteil am Index.

Die Marktkapitalisierung wird berechnet durch die Multiplikation der Anzahl der im freien Handel verfügbaren Aktien mit dem aktuellen Kurs der Aktie.

Diese Methode führt zu einer Bevorzugung von Aktien, die häufig gehandelt werden. Häufig gehandelter Aktien werden stärker gewichtet als weniger gehandelte Papiere.

Beispiele für kapitalisierungsgewichtete Indizes sind der DAX, der S&P 500 und MSCI Indizes.

Gleichgewichteter Index

Bei einem gleichgewichteten Index richtet sich der prozentuale Anteil am Index ebenfalls nach der Marktkapitalisierung oder einem anderen Kriterium.

Allerdings ist die Gewichtung nicht proportional, sondern wird in der Regel auf einen bestimmten Prozentsatz gekappt. Beispielsweise wird die Gewichtung einer Aktie auf 10 % begrenzt.

Manche Branchenindizes werden als gleichgewichtete Indizes dargestellt. Ein Beispiel ist der Öko DAX. Der DivDAX ist ebenfalls ein gleichgewichteter Index.

Regelmäßige Anpassung der Zusammensetzung

Die Zusammensetzung der Indizes wird in regelmäßigen Abständen von den Herausgebern angepasst.

Bei gleichgewichteten Aktienindizes versteht sich das von selbst. Durch Kursänderungen kann die Zusammensetzung solcher Indizes aus den Fugen geraten.

Beispielsweise kann die vorgesehene 10 % Grenze für einzelne Aktien überschritten werden. In solchen Fällen ist eine automatische Anpassung erforderlich.

Bei anderen an Aktienindizes kann eine Anpassung erforderlich werden, weil im Index enthaltene Papiere besondere Anforderungen nicht mehr erfüllen oder entsprechend den vorgegebenen Kriterien Aktien ausgewechselt werden müssen.

Beispiel: ein Dividendenindex soll immer die 30 dividendenstärksten Aktien eines bestimmten Landes enthalten.

Die A Aktie ist in dem Index mit einer Dividendenrendite von 1,5 % gerade noch an letzter Stelle enthalten. Die im Index nicht enthaltene B Aktie weist aber neuerdings eine Dividendenrendite in Höhe von 1,6 % aus.

Die A Aktie muss deshalb mit der B Aktie ausgetauscht werden.

Weiteres Beispiel: Ein Kriterium für die Aufnahme in einen Blue-Chip-Index ist ein Mindestprozentsatz beim Streubesitz.

Erfüllt eine im Index enthaltene Aktie dieses Kriterium nicht mehr, wird sie gegen eine andere Aktie, die über den erforderlichen Streubesitz erfüllt, aber noch nicht im Index enthalten ist, ausgetauscht.

Wichtige Aktienindizes

Wie viel Aktienindizes gibt es auf der Welt? Keiner hat sie wohl gezählt. Wahrscheinlich wäre das ein unmögliches Unterfangen.

Selbst professionelle Investoren werden nur einen kleinen Ausschnitt der weltweiten Aktienindizes kennen.

Kennen sollte man aber die wichtigsten Aktienindizes, die sich für eine Geldanlage privater Investoren eignen.

Anleger möchten natürlich die Wertentwicklung verschiedener Aktienindizes vergleichen, bevor sie sich für eine Investition in einen der Indizes entscheiden.

Leider ist dies nicht ganz so einfach, weil sich die Kriterien für die Zusammenstellung, wie oben dargestellt, in vielen Punkten unterscheiden können.

Jedenfalls sollte man niemals einen Performanceindex mit einem Kursindex vergleichen. Manche Aktienindizes notieren sowohl als Performanceindex als auch als Kursindex. Dadurch wird ein jedenfalls grober Vergleich erleichtert.

Wie sich ein Index im Vergleich zu einem anderen Index über die Jahre entwickelt hat, ist eine Sache. Wichtiger ist aber eine andere: der Index sollte über einen sehr langen Zeitraum kontinuierlich eine gute Performance aufweisen.

In unserem Artikel über japanische Aktien haben wir die verschiedenen japanischen Aktienindizes mit der Wertentwicklung des S&P 500 verglichen.

Die Charts zeigen deutlich, mit welchem Aktienindex Investoren besser bedient sind.

Japanische Aktien: Lohnt der Kauf?

Amerikanische Aktienindizes

Der amerikanische Aktienmarkt ist der weltweit wichtigste und unserer Meinung nach auch attraktivste. Jedenfalls noch stimmt diese Aussage.

Die bekannten amerikanischen Aktienindizes haben alle Leitindexcharakter. Wer die Eröffnungskurse an den deutschen Börsen verfolgt, kann dies bestätigen.

In aller Regel eröffnet der DAX mit Gewinnen, wenn amerikanische Werte sich am Vortag gut geschlagen haben bzw. die Futures eine positive Eröffnung an den New Yorker Börsen erwarten lassen.

S&P 500

Der S&P 500 ist wahrscheinlich der wichtigste Leitindex weltweit. Er beinhaltet die 500, genauer die 505, größten börsennotierten US-amerikanischen Aktiengesellschaften. Das sind etwa 75 % der US-amerikanischen Börsenkapitalisierung.

Die Gewichtung geschieht nach Marktkapitalisierung. In der Regel wird der S&P 500 als Kursindex angegeben. Es gibt ihn aber auch als Performanceindex (S&P 500 Total Return Index oder TR Index).

Der S&P 500 startete am 31. Dezember 1987 mit einem Basiswert in Höhe von 247,08 Punkten. Am Nachmittag (Ortszeit) des 18. Dezember 2017 lag die Punktzahl bei 2.692,52.

Die Performance Variante notierte mit 5.247,44 Punkten.

Dow Jones

Der Dow Jones Index wurde im Jahr 1896 von den Herausgebern des Wall Street Journals Charles Dow und Edward Jones gegründet.

In ihm sind die Aktien der 30 größten Unternehmen des Landes enthalten. Der Index ist preisgewichtet.

Der Index wird normalerweise in der Kursindex-Version angegeben. Es gibt ihn aber auch als Performanceindex (Dow Jones Industrial Average Total Return Index, abgekürzt: DJITR).

Am 18. Dezember 2017 notierte der Kursindex mit 24.808,14 Punkten. Der Performanceindex verzeichnete hingegen 53.480,54 Punkte.

Nasdaq 100

Der Nasdaq 100 ist ein Subindex des Nasdaq Composite. In ihm sind 100 Aktien von den 3000 im Nasdaq Composite gelisteten Aktien enthalten.

Es handelt sich um die Aktien mit der höchsten Marktkapitalisierung. Allerdings werden Finanzunternehmen nicht berücksichtigt.

Der Nasdaq 100 ist ein Kursindex. Er ist preisgewichtet (modifiziert marktkapitalisierungsgewichtet). Die Indexgewichtung darf 24 % nicht überschreiten.

Der Index wird seit dem 31. Januar 1985 berechnet und startete mit einer Basis in Höhe von 250 Punkten.

Wilshire 5000 Total Market Index

Der Wilshire 5000 ist ein Kursindex, der alle US-amerikanischen Aktiengesellschaften enthält, die an der New York Stock Exchange, der Nasdaq oder der NYSE Amex gelistet sind.

Er besteht zu knapp über 70 % aus Nebenwerten (Small Cups). Der Index wurde 1974 erstmals gelistet und bis 1970 zurückgerechnet.

Der Wilshire 5000 ist vor allem für US-amerikanische Investoren interessant, weil sie mit Indexfonds auf den Wilshire 5000 praktisch den gesamten amerikanischen Aktienmarkt abdecken können einschließlich kleinerer Werte, die oftmals ein höheres Performance-Potenzial haben als BlueChips, allerdings bei hohem Risiko.

Deutsche Aktienindizes

Der deutsche Aktienmarkt hat nicht dieselbe Bedeutung wie der amerikanische oder der japanische Aktienmarkt.

Ein Grund dafür mag die mangelnde Aktienkultur in Deutschland sein. So wie es aussieht, scheint der deutsche Aktienmarkt aber in den letzten Jahren sowohl für inländische als auch für ausländische Investoren interessanter geworden zu sein.

Indexpyramide der Deutschen Börse

Indexpyramide: Die deutschen Aktienindizes

Quelle: Deutsche Börse

Ähnlich wie in den USA gibt es neben dem DAX als Leitindex einen Index, der die wichtigsten Technologieunternehmen zusammenfasst.

DAX: der deutsche Leitindex

DAX ist die Abkürzung für deutscher Aktienindex. Er enthält bezogen auf die Marktkapitalisierung die 30 größten und liquidesten Aktiengesellschaften.

Der DAX besteht seit dem 1. Juli 1988. Er ist ein Produkt der Deutschen Wertpapierbörsen, der Frankfurter Wertpapierbörse und der Börsenzeitung. Der Basiswert betrug 1000 Indexpunkte.

Der deutsche Leitindex ist ein Performanceindex. Er wird aber außerdem als Kursindex dargestellt.

Während dieser Beitrag geschrieben wurde, lag der Performanceindex bei 13.312, 30 Punkten. Der Kursindex hingegen betrug 6.309,31 Punkte.

TecDAX: der deutsche Technologie Index

Der TecDAX ist der Nachfolger des Nemax50. Der Nemax50 wurde ein Opfer der Technologieblase, die Anfang 2001 platzte.

Die Erstnotierung war am 24. März 2003. Der Index enthält 30 Werte, ausgewählt aus den 35 größten Technologieunternehmen in Deutschland. Maßstab sind Marktkapitalisierung und Umsatz.

Der TecDAX wird als Kursindex und als Performanceindex dargestellt. Zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Beitrags notierte der Performanceindex mit 2.560 Punkten, während der Kursindex bei 2.074,11 Punkten lag.

MSCI World: Aktien der Industrieländer

Der MSCI World berücksichtigt die ca. 1600 größten Unternehmen aus 23 Industrieländern.

Der Index wird vom amerikanischen Finanzdienstleister MSCI zusammengestellt. Die Gewichtung geschieht nach Marktkapitalisierung.

Dadurch dominieren Aktien aus den USA mit einem Anteil in Höhe von knapp 60 %. Dies unterstreicht auch die Bedeutung des S&P 500 als weltweiten Leitindex.

Der Index wird seit dem 31. März 1968 berechnet. Der auf den 31. Dezember 1969 festgestellte Basiswert beträgt 100 Punkte.

Der MSCI World wird in drei Varianten ausgegeben: als Kursindex, als Performanceindex ohne Berücksichtigung von Quellensteuern und als Performanceindex mit Berücksichtigung von Quellensteuern.

Veröffentlicht wird in der Regel der Kursindex. Gegenwärtig notiert der Index mit 2.085,54 Punkten.

Der MSCI World wird durch den MSCI Emerging Markets ergänzt. Anleger, die in die gesamte Welt investieren möchten, müssen Finanzprodukte auf beide Aktienindizes erwerben.

Weitere wichtige Aktienindizes

Neben den aufgeführten Aktienindizes gibt es noch andere, die unseres Erachtens – mehr oder weniger – für Privatanleger geeignet sind.

Eurostoxx 50

Der Index fasst die 50 größten börsennotierten Unternehmen in der Eurozone zusammen. Die Zusammensetzung richtet sich nach der Marktkapitalisierung. Der Index wird als Performanceindex (ISIN EU0009658152) und als Kursindex (ISIN EU0009658145) dargestellt.

Mit dem Eurostoxx 50 können Anleger länderübergreifend investieren, ohne dass ein Währungsrisiko besteht. Der STOXX Europe 50 berücksichtigt auch europäische Unternehmen außerhalb der Eurozone.

CAC 40

Der CAC 40 ist der französische Leitindex. Es handelt sich um einen Kursindex, der die 40 größten französischen Aktiengesellschaften umfasst.

Die Zusammensetzung richtet sich nach der Marktkapitalisierung sowie nach dem Börsenwert und dem Streubesitz.

FTSE 100 Index

FTSE (Financial Times Stock Exchange) 100 ist der britische Leitindex. Er enthält die 100 wichtigsten und umsatzstärksten Aktiengesellschaften, die an der Londoner Börse gehandelt werden.

Der Index ist ein Kursindex. Die Zusammensetzung richtet sich nach der Marktkapitalisierung. Gegenwärtig beträgt der Punktestand 7.537,01.

Nikkei 225

Der Nikkei 225 gilt als der japanische Leitindex. Es handelt sich um einen Kursindex, der preisgewichtet ist.

Lange Zeit galt der Nikkei 225 als der wichtigste Index neben den amerikanischen Indizes. Seine Bedeutung ist aber in den letzten Jahrzehnten deutlich geschrumpft. Grund sind die wirtschaftspolitischen Schwierigkeiten Japans (unter anderem Deflation, Asienkrise).

SMI: der Schweizer Aktienindex

Der Swiss Market Index (SMI) ist der Schweizer Leitindex. Er beinhaltet die 20 größten Titel aus verschiedenen Segmenten. Die Aufnahme an den Leitindex ist von strengen Kriterien abhängig.

Für Anleger ist der Index ausgesprochen interessant, weil er viele Blue Chips in den Bereichen Finanzen und Pharma enthält.

Darunter sind bekannte Valueaktien wie Roche, Novartis, Zurich, Adecco und der große Nahrungsmittelkonzern Nestlé.

Gegenwärtig notiert der SMI mit 9.452,32 Punkten (18. Dezember 2017). Der erste Schlussstand am 30. Juni 1988 betrug 1.500 Punkte.

In Aktienindizes investieren: wie geht das?

In einen Aktienindex zu investieren, das ist denkbar einfach und zudem mit wenig die Rendite reduzierende Kosten verbunden.

Privatanleger haben zwei Möglichkeiten: Sie können Indexzertifikate erwerben, oder sie können in einen passiven Indexfonds investieren.

Indexzertifikate bilden den Basisindex in einem bestimmten Bezugsverhältnis ab. Beispiel: Der Index notiert mit 10.000 Punkten. Das Bezugsverhältnis soll 1 : 100 sein. Ein Zertifikat kostet 100 Euro.

Indexzertifikate sind kostengünstig, aber es handelt sich um Inhaberschuldverschreibungen. Anleger tragen das Emittentenrisiko. Emittent ist die ausgebende Bank.

Unserer Meinung nach sind Fonds für Privatanleger besser geeignet. Sie sind ebenfalls kostengünstig. Unterschieden werden zwei Formen:

Indexfonds werden von den Herausgebern ausgegeben und zurückgenommen.

ETFs sind Indexfonds, die frei an der Börse gehandelt werden können. Diese Form der Indexfonds sind flexibler und deshalb empfehlenswert.

Eine ausgezeichnete Übersicht über die zur Verfügung stehenden ETFs bietet die Webseite justETF.

ETFs sind so gut wie der zugrunde liegende Basiswert. Taugt der Index nichts, taugt auch ETF nichts. Privatanleger können bei guten Renditen ihr Risiko deutlich reduzieren, wenn sie in einen soliden breit aufgestellten Index investieren.

In Betracht kommt der MSCI World, aber auch der von uns favorisierte S&P 500. Auch die Geldanlage in einen Dividendenindex ist eine solide Investition.

Seit der Finanzkrise haben Indexfonds Hochkonjunktur. Die guten Verkaufschancen veranlassen die Finanzbranche bisweilen, eigene Indizes zu konstruieren und darauf Indexfonds bzw. ETFs auszugeben.

Ob Anleger in solche Konstrukte investieren sollten, ist Geschmackssache. Geldanlagen in Indexfonds auf anerkannte, gut performende und breit aufgestellte Aktienindizes hingegen erwirtschaften regelmäßig gute Renditen bei überschaubarem Risiko.