Aktien kaufen für Einsteiger und Tipps zur Auswahl

    Mit diesen Aktienkauf Tipps werden keine einzelnen Aktien empfohlen. Es geht um ein paar allgemeine Hinweise für Privatanleger, die ihr Geld in Aktien anlegen möchten.

    Aktien sind auf lange Sicht eine lukrative Geldanlage, deren Rendite durch andere Formen der Kapitalanlagen kaum zu schlagen ist.

    Hohe Renditen bei gleichzeitigem Verlustrisiko

    Doch nicht für jeden Anleger ist der Aktienhandel die richtige Form der Vermögensverwaltung. Aktien unterliegen mitunter heftigen Kursschwankungen und manchmal geschieht es, dass bisher als besonders werthaltig eingestufte Papiere plötzlich in die Krise geraten.

    Zuletzt konnte man diese Erscheinung bei Werten während der Finanzkrise beobachten. Wer einen Aktienkauf erwägt, muss also eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen. Hohe Renditen bei gleichzeitigem Verlustrisiko sind zwei Seiten derselben Medaille.

    Keine kurzfristige Geldanlage

    Das Kapital für den Aktienhandel muss „übrig sein“. Anleger dürfen es auf lange Sicht nicht benötigen. Nur so sind sie vor Verlusten geschützt, die durch einen Verkauf zur Unzeit entstehen können.

    Aktien eignen sich nicht zur kurzfristigen Geldanlage. Sie sind etwas für Personen mit langfristigem Anlagehorizont, 5 bis 10 Jahre vielleicht.

    Mit kurzfristigem Aktienhandel oder mit Daytrading verspielen Anleger in der Regel einen Großteil ihrer Rendite oder fahren auf Sicht sogar Verluste ein.

    Fonds oder in Einzelaktien

    Vor jedem Aktienkauf steht die Entscheidung an: Soll man in Fonds oder in Einzelaktien investieren. Fonds sind häufig teuer. Die Fondsverwalter lassen sich ihre Dienstleistung bezahlen.

    Dennoch sind Fondsverwalter sehr oft nicht in der Lage, die Performance einzelner Aktienindizes zu schlagen.

    Deswegen ist es in vielen Fällen besser, auf passiv gemanagte Finanzprodukte zurückzugreifen, die einzelne Indizes mehr oder weniger abbilden.

    Fällt die Entscheidung für Einzelaktien, sollte das Portfolio auf 10 – 20 Einzelwerte beschränkt werden. Wichtig ist die richtige Mischung zwischen den Branchen und einzelnen Ländern bzw. Regionen.

    Markt selbst beobachten

    Ob Fonds oder Einzelaktien, der Markt sollte immer selbst beobachtet werden. Das gilt für gesamtwirtschaftliche Entwicklungen ebenso wie für die Entwicklung der betreffenden Unternehmen.Investiert werden sollte ausschließlich in Top Aktien.

    Sehr grob gesagt sind das die Papiere von Unternehmen, die in ihrer Branche globale Marktführer sind und die sich in der Vergangenheit durch eine kontinuierlich positive Gewinnentwicklung sowie regelmäßige Kurssteigerungen ausgezeichnet haben.

    Vor allem für Privatanleger ist es nicht ganz einfach, solche Top Aktien zu finden. Banken erweisen sich häufig nicht als gute Ratgeber, wenn es um einen Aktienkauf geht.

    Und schon gar nicht ist es sinnvoll, dem todsicheren Tipp eines Freundes oder guten Bekannten zu folgen.

    Anleger, die in Einzelwerte investieren, kommen nicht umhin, sich von der Qualität des Papiers selbst zu überzeugen und eine eigenständige Entscheidung zu treffen.

    Eine Hilfe bieten Fonds oder Akteinclubs, deren Anlagestrategie die Investition in werthaltige Aktien ist. Beispiele sind der Stuttgarter Aktienbrief (www.boerse-aktuell.de) und der Hanseatische Aktienclub HAC (www.hac.de). Es handelt sich um Beispiele, nicht um Empfehlungen.

    Richtiger Zeitpunkt

    Viel wird über den richtigen Zeitpunkt für einen Aktienkauf geschrieben. Entscheidet man sich für Top Aktien, ist diese Frage nicht sehr ausschlaggebend.

    Überhaupt wird durch aktiven Aktienhandel eher der Finanzdienstleister als der Anleger reich. Gute Aktien bringen erst dann wirklich Renditen, wenn sie lange gehalten werden.

    Nachkaufen

    Bricht der Kurs einer Aktie zusammen, ist zu unterscheiden: Geschieht der Kursverfall aus allgemeinwirtschaftlichen Gründen, und sind die fundamentalen (betriebswirtschaftlichen) Daten des Unternehmens sonst in Ordnung, sollte – wenn möglich – nachgekauft werden.

    Ist das betreffende Unternehmen selbst bei guter wirtschaftlicher Gesamtlage in die Schieflage geraten, muss die Aktie ohne Zögern verkauft werden, auch wenn die Verluste hoch sind. Überhaupt sollte man sich beim Aktienhandel antizyklisch verhalten. Kaufen, wenn die Kanonen donnern und verkaufen, wenn das Umfeld positiv ist.

    Sonderfall: Aktien mit hoher Dividende

    Viele Anleger möchten gern Aktien erwerben, die kontinuierlich eine hohe Dividende ausschütten. Vor allem wenn die Börse nicht gerade boomt, die Kurse also niedrig sind und kurzfristige Kursgewinne kaum zu erwarten sind, ist dieses Thema aktuell.

    Denn bei niedrigen Kursniveau ist die Dividendenrendite vor allem bei gesunden Unternehmen besonders attraktiv.

    Dividendenrendite ist der Bruttobetrag der Dividenden in Prozent der aktuellen Aktienkurse, also Dividendenzahlung dividiert durch Aktienkurs mal Hundert.

    Deutsche Unternehmen zahlen in der Regel einmal jährlich Dividende, ausländische Aktiengesellschaften häufig mehrmals im Jahr. Amerikanische Firmen beispielsweise schütten in der Regel vierteljährlich Dividenden aus, britische halbjährlich.

    Jede Dividendenausschüttung macht das Unternehmen entsprechend ärmer. Deshalb wird an einem bestimmten Tag die Dividende vom Kurs abgezogen.

    In Deutschland ist dieser Ex-Tag, oder auch Ex-Date, regelmäßig der Tag nach der Hauptversammlung. Beträgt die Dividendenrendite 3 Prozent, dann sinkt der Aktienkurs um den gleichen Prozentsatz (plus/minus die normale Tagesschwankung). In den Kurstabellen der Zeitung findet man dann den Zusatz xD oder ex-Dividende.

    Hat man also mit Blick auf höhere Dividenden am Tag vor der Ausschüttung gekauft, kommt man zunächst mit Plus-Minus Null raus.

    Die Aktie muss den Dividendenabschlag erst einmal wieder aufholen, damit man profitiert. Solide Aktien können das rasch schaffen, denn die ausgeschüttete Dividende und der Dividendenabschlag werden häufig genutzt, um zu (re)investieren, und die Kurse ziehen dadurch wieder etwas an.

    Wer allein auf die Dividendenrendite schaut, ist allerdings schlecht beraten. Die Dividende ist ein wichtiger Teil des Ertrags, doch auf lange Sicht ist die Kursentwicklung wenigstens ebenso wichtig..

    Kursgewinne versprechen auf Dauer nur Aktien von Unternehmen, die fundamental in Ordnung und auf Wachstum ausgerichtet sind.

    Die investieren manchmal lieber in viel versprechende Zukunftsmärkte, anstatt den Aktionären höhere Dividenden auszuschütten.

    Was beim Aktienkauf wichtig ist

    Sie haben sich jetzt erstmals entschlossen, in Aktien zu investieren. Sie haben Kapital, das Sie in absehbarer Zeit nicht benötigen und deshalb langfristig angelegt werden kann.

    Ihr neues Depot soll solide Aktien enthalten aus unterschiedlichen Branchen, um durch eine optimale Branchenmischung mögliche Risiken auszugleichen. Wie gehen Sie nun beim eigentlichen Aktienkauf vor? Hier einige Hinweise und Tipps.

    Discountbank oder Hausbank?

    Eigentlich kauft oder verkauft der Anleger selbst keine Aktien. Er erteilt einem Makler eine Kauforder oder eine Verkaufsorder, der das Geschäft dann ausführt; in den allermeisten Fällen an einer Börse.

    Gehandelt wird also in jedem Fall über einen Dritten. Das kann ihre Hausbank sein, aber auch eine Discountbank.

    Wird beim Aktienkauf auf Top Aktien gesetzt, die langfristig gehalten werden, spielen die Gebühren für den Aktienhandel nicht eine so entscheidende Rolle.

    Es ist deshalb verhältnismäßig gleichgültig, ob man ein Depot bei der Hausbank oder bei einem Onlinebroker anlegt.

    Discountbroker oder Direktbanken bieten die Möglichkeit, Order über das Internet sehr kostengünstig und zeitnah abwickeln zu können.

    Man ist in der Lage, den konkreten Kursverlauf der Aktie am Kauftag zu verfolgen und dann recht punktgenau eine Order abzugeben, die schnell ausgeführt wird. Unterdessen bieten wohl alle großen Banken Internetbrokerage an, sehr oft zu günstigen Bedingungen.

    Sie ordern dann nicht über Direktbanken, haben aber meistens ähnliche Vorteile, was Gebühren und Flexibilität angeht.

    Xetra oder Parkett?

    Sehr günstig ist der Xetra-Handel. Doch Achtung: Setzen Sie Limits oder ist das Handelsvolumen sehr gering, kann es zu Teilausführungen ihrer Order kommen und die Gebühren entstehen mehrmals.

    Es gibt also Fälle, in denen der Parketthandel doch vorzuziehen ist.

    Außerbörsliche Handelsplattformen

    Einige Banken bieten im Rahmen ihres Internetbrokerage außerbörsliche Handelsplattformen zu sehr günstigen Bedingungen. Nach Aufruf der Aktie wird ein Kurs gestellt, den der Käufer in wenigen Sekunden akzeptieren muss, andernfalls gilt er als abgelehnt.

    Achten Sie dabei immer darauf, ob und inwieweit der angebotene Kurs vom „amtlichen“ Kurs nach oben abweicht. Internetplattformen, wie Onvista oder die Teletexte der Nachrichtensender bieten gute Kursinformationen.

    Auf Kosten achten

    Seit es Direktbanken gibt, sind die Depotgebühren und die Order-Gebühren mächtig in Bewegung geraten.

    Erkundigen Sie sich genau nach den Kosten, vor allem nach den jährlichen Depotgebühren, bevor Sie mit dem Kauf von Wertpapieren beginnen. Vielleicht lässt die Bank auch mit sich handeln.

    Ein Depot bei der Hausbank mag teurer sein. Ein Vorteil, gerade für Einsteiger, liegt jedoch in der Beratungsmöglichkeit und in dem Vertrauensverhältnis zur Hausbank.

    Man kann einen Termin vereinbaren, sich beraten lassen und dann ganz herkömmlich ordern. Höhere Kosten fallen nicht so sehr ins Gewicht, wenn man auf häufige Umschichtungen verzichtet.

    Aktien sind eigentlich eine Langfristanlage. Häufiges Umschichten des Depots nutzt der Bank mehr als dem Anleger.

    Ausländische Aktien attraktiv

    Wer auf Top Aktien setzt, wird feststellen, dass es davon wenige in Deutschland gibt, überwiegend handelt es sich um ausländische Aktien. Auch wegen der Ländermischung sollten Anleger ausländische Aktien kaufen.

    Ausländische Wachstumsaktien dürfen also in einem ausgewogenen Depot nicht fehlen. Solche Aktien sind bisweilen in Deutschland fast vollständig unbekannt.

    Das Handelsvolumen an deutschen Börsen ist deshalb sehr gering, oder die Aktien werden (an manchen Tagen) überhaupt nicht gehandelt. Da ist es schon mal möglich, dass eine einzige Kauforder kleine Kurssprünge auslöst, man also teuer einkauft. . Deshalb ist es immer empfehlenswert, beim Aktienhandel kurzfristige Limits zu setzen und bei Nichterreichen ggf. nachzubessern.

    Sehr oft kann es sinnvoll sein, die Aktie an der jeweiligen Heimatbörse, also im Ausland, zu handeln.

    Nachteil: Bisweilen entstehen doppelte Kosten. Natürlich will der Börsenmakler an der Heimatbörse ebenfalls verdienen. Entschließt man sich trotz des geringen Handelsvolumens, in Deutschland zu ordern, sollte man in jedem Fall ein Limit setzen.

    Handelt es sich dabei um Aktien außerhalb des Euro Raums, können Währungsschwankungen mittelfristig ein Problem darstellen und die Rendite jedenfalls zeitweise spürbar schmälern.