Baisse und Aktienhandel

    Unter Baisse oder Bärenmarkt versteht man eine längere Phase sinkender Kurse bei Wertpapieren, insbesondere bei Aktien.

    Wie bei allen auffallenden Kursentwicklungen an den Finanzmärkten spielt auch bei der Baisse die Psychologie eine entscheidende Rolle.

    Ursachen für einen nachhaltigen Kursverfall

    Mit zunehmender Dauer der Baisse schwindet das Vertrauen der Marktteilnehmer, und Aktien werden zu Tiefstpreisen verkauft.

    Dieses Verhalten wiederum verstärkt den Bärenmarkt, und die Kurse gehen weiter in den Keller. Manchmal gibt es durchaus rationale Anlässe für eine Baisse.

    So ist die Finanzkrise sicherlich ein Grund für einen Kursrückgang, vor allem bei Finanzwerten. Allerdings werden Ausmaß und Dauer des Bärenmarktes bald nicht mehr von solchen rationalen Gesichtspunkten, sondern fast ausschließlich von der Krise in den Köpfen der Marktteilnehmer bestimmt.

    Ein Beispiel dafür ist der atemberaubende Kursverfall von 2000 bis Anfang 2003. Ohne dass dies wirklich gerechtfertigt war, fiel der DAX von ca. 8.000 auf unter 2.200 Punkte, eine Kapitalvernichtung von etwa 80 %. Der „Neue Markt“ überstand die Baisse nicht.

    Spekulationen über richtige Einstiegszeitpunkte müßig

    Gerade in Zeiten der Baisse wird über den Aktienhandel eine Menge spekuliert, genauer über den richtigen Zeitpunkt, Aktien zu verkaufen oder erneut zu kaufen.

    Da ein Blick in die Zukunft nun einmal unmöglich ist, lässt sich der günstigste Zeitpunkt für einen Aktienhandel niemals bestimmen. Das Ende der Baisse zu erwischen, ist immer reine Glücksache.

    Besonders hinterhältig ist, dass es in einem Bärenmarkt mitunter Phasen kräftiger Kurserholung gibt, die einige Marktteilnehmer für das Ende der Baisse halten.

    Zu Ende ist eine Baisse nach allgemeiner Auffassung dann, wenn das Kapital von den zittrigen in die hart gesottenen Hände gelangt ist, so jedenfalls hat es Kostolany ausgedrückt. Doch wann ist das der Fall?

    Strategien für den Aktienhandel

    Gegen Verluste im Bärenmarkt gibt es eigentlich keine erfolgreiche Strategie. Sie treten eben ein. Vor allem Privatanleger werden durch ständiges Verkaufen und Kaufen von Aktien sicher nicht reicher, eher ärmer.

    Beachtet man einige Punkte, kann man aber die Baisse ganz gut aussitzen und die Voraussetzungen für spätere Kursgewinne schaffen.

    Aktien sind eine langfristige Anlageform. Man investiert dort nur Geld, welches mit Sicherheit für viele Jahre nicht benötigt wird.

    Davon investiert man auch nicht alles, sondern behält einen Teil als Barreserve. Spekulative Aktien sollte man meiden und lediglich solide Wachstumsaktien auswählen.

    Kommt es zu einem nachhaltigen Kursverfall, kann man die Aktien im Depot durch Nachkauf verbilligen; und zwar dann, wenn es sich lohnt.

    Dabei kommt es für Langfristanleger auf den günstigsten Zeitpunkt gar nicht so sehr an. Damit vermeidet man jedenfalls einen Kardinalfehler: Solide Aktien, die grundlos in den Abwärtsstrudel hineingeraten sind, zur Unzeit verkaufen zu müssen.