Die beste Lebensversicherung auswählen

    Alle bekannten Vergleichsportale bieten Tools zur Auswahl der besten Lebensversicherung an. Doch richtig vergleichen lassen sich eigentlich nur isolierte Risikolebensversicherungen.

    Bei Kapitallebensversicherungen oder Lebensversicherungen, die Kapitalbildung und Risikoschutz kombinieren, ist ein echter Vergleich hingegen praktisch ausgeschlossen.

    Denn bei kapitalbildenden Versicherungen gibt es keine von vornherein festgelegten Vergleichsmaßstäbe. Der Ertrag am Ende der Laufzeit hängt von der Entwicklung der Geldanlage während der Ansparphase ab, und seine Höhe ist im Zeitpunkt des Vertragsschlusses weitgehend offen.

    Deswegen bieten Internetportale in der Regel keine automatischen Vergleiche für Kapitalversicherungen an. Stattdessen gibt es auf eine entsprechende Online Anfrage hin meistens eine telefonische Beratung.

    Allerdings gibt es eine Reihe von Anhaltspunkten, anhand deren Anleger Kapitallebensversicherungen finden können, die voraussichtlich angemessene Renditen abwerfen.

    Die beste Risikolebensversicherung finden

    Isolierte Risikolebensversicherungen zu vergleichen, ist in der Regel einfach, weil die Kriterien feststehen. Vergleichsrechner erlauben die Auswahl der gewünschten Leistungsmerkmale. Hat man das passende Leistungspaket gefunden, vergleicht der Rechner die Angebote der mit dem Internetportal zusammenarbeitenden Anbieter.

    Die beste Risikolebensversicherung ist die, welche die günstigsten Prämien bei gleichem Leistungspaket gewährt. Wer ganz sicher gehen möchte, sollte mehrere Vergleichsrechner verwenden, da nicht jeder Rechner alle günstigen Anbieter berücksichtigt.

    Kriterien für die beste Kapitallebensversicherung

    Bei Kapitallebensversicherungen gibt es keine ebenso feststehenden Leistungsmerkmale wie bei Risikolebensversicherungen.

    Anhand einiger Kriterien lässt sich aber abschätzen, welcher Anbieter am ehesten kapitalbildende Versicherungen mit einer vernünftigen Rendite anbietet.

    Erfolgsbilanzen vergleichen

    Wer in der Vergangenheit effektiv gewirtschaftet hat, bei dem besteht die Vermutung, dass er auch zukünftig für überdurchschnittliche Ergebnisse gut ist.

    Zunächst einmal ist wichtig, ob der Versicherer solide aufgestellt und über die nötige Finanzkraft verfügt. Kapitallebensversicherungen sind sehr langfristige Geldanlagen.

    Zwar sind die Verträge durch Gesetz gegen Insolvenz des Versicherers abgesichert, der Anleger kann also sein Kapital nicht verlieren. Dennoch ist es sinnvoller, sein Geld einem starken Partner anzuvertrauen, als einem exotischen Lebensversicherer.

    Starke Partner sind am ehesten ein Garant für vernünftige Renditen auch in Krisenzeiten.

    Erfolgreiche Anlagestrategie

    Dieses Kriterium ist für Anleger in der Regel nicht einfach zu beurteilen. Das geht nur, wenn der Versicherer offen legt, in welche Wertpapiere mit welcher Gewichtung er investiert und welche Anlagestrategien er dabei verfolgt.

    Selten werden Versicherungsgesellschaften das in einer 100 % nachvollziehbaren Form tun. Und nicht alle Versicherten verfügen über die nötigen Fachkenntnisse, um die Anlagestrategie beurteilen zu können.

    Die vom Versicherer herausgegebenen Informationen und Erfolgsbilanzen können aber Anhaltspunkte bieten. Wichtig ist die Frage, ob der Anbieter selbst in Krisenzeiten noch akzeptable Erträge erwirtschaften konnte.

    Kostenbeitrag in der Prämie

    Die mit der Verwaltung und dem Abschluss der Lebensversicherung verbundenen Kosten sind ein wichtiger Punkt bei der Beurteilung einer Kapitalversicherung und vom Versicherer ohne weiteres nachzuvollziehen.

    Vor allem die Abschlusskosten und die Abschlussprovisionen für die Vermittler sind von Bedeutung. Zu hohe Kosten können die Rendite dramatisch verschlechtern.

    Jede Prämie einer Kapitalversicherung (Lebensversicherung oder Rentenversicherung) enthält einen Sparanteil und einen Kostenanteil. Nur der Sparanteil erwirtschaftet die Rendite. Je geringer der Kostenanteil an der Prämie ist, je höher der Sparanteil und je höher die Rendite.

    Die eigene Risikobereitschaft

    Bei der Auswahl der passenden Kapitalversicherung spielt die Risikobereitschaft des Anlegers eine ausschlaggebende Rolle. Herkömmliche Kapitallebensversicherungen verfügen über kein Anlagerisiko, bieten jedoch nur eine geringe Renditechance.

    Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen wird das Anlagerisiko je nach Vertragsgestaltung ganz oder teilweise auf den Versicherungsnehmer übertragen. Dafür sind die Renditenaussichten aber etwas günstiger.

    Wem die Rendite einer herkömmlichen Kapitallebensversicherung zu gering erscheint, er aber dennoch auf eine Kapitalversicherung setzt, sollte englische Lebensversicherungen in seine Überlegungen mit einbeziehen.

    Britische Lebensversicherungen schöpfen in der Regel den nach der Gesetzgebung in der Europäischen Union zugelassenen Aktienanteil an der Gesamtinvestition weitgehend aus, verfügen über eine jahrzehntelange Erfahrung und über ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem, welches den Anleger vor erheblichen Verlusten schützt.

    Neue Formen bei Kapitallebensversicherungen

    Seit der Finanzkrise befinden sich die Anbieter von herkömmlichen Kapitalversicherungen in schwierigem Fahrwasser. Sie haben Probleme, die hohen Garantieleistungen bei Altverträgen früherer Jahre zu erwirtschaften.

    Der Gesetzgeber verspricht Hilfe, indem er die Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven vorübergehend kappen will. Ein entsprechendes Gesetz gilt als sicher, ist aber zum jetzigen Zeitpunkt (Mitte Mai 2014) noch nicht erlassen worden.

    Einige namhafte Versicherungsgesellschaften bieten seit neuestem als Antwort auf die anhaltende Niedrigzinsphase ihrer Meinung nach „moderne“ Kapitalversicherungen an. Diese Versicherungen enthalten praktisch keine Garantieleistungen mehr; nur der reine Kapitaleinsatz wird noch garantiert. Im Gegenzug sollen die Anleger von höheren Ertragschancen profitieren können.

    Die beste Lebensversicherung ist keine Lebensversicherung

    Mit einer Kapitallebensversicherung gibt der Anleger die Verantwortung für seine Geldanlage ab. Das lassen sich die Versicherer teuer bezahlen.

    Wer seine Altersvorsorge selbst in die Hand nimmt und sein Geld ohne Umweg über eine Lebensversicherung anlegt, ist in der Regel besser dran, geht aber auch ein etwas höheres Risiko ein.

    Vor allem fondsgebundene Versicherungen sind ein schlechtes Geschäft. Häufig zeichnen sich solche Produkte durch eine phantasielose Anlagestrategie und die Bevorzugung von Finanzprodukten bestimmter Anbieter ohne Berücksichtigung der Qualität aus.

    Warum also nicht direkt in selbst ausgewählte Fonds investieren? Am besten eignen sich Sparpläne auf Indexfonds. Sie sind sehr sicher, kostengünstig und versprechen ordentliche Renditen. Wer das Risiko minimieren möchte, kann Indexfonds beispielsweise mit Banksparplänen kombinieren.

    In der Regel gelingt es selbst aufwändig gemanagten und damit sehr teuren Fonds nicht, die Rendite von Finanzprodukten zu schlagen, die beispielsweise einen soliden Aktienindex abbilden.