Börsensegmente in Deutschland

    Unter Börsensegment versteht man einen bestimmten Teil des gesamten Wertpapiermarktes. Jedes Börsensegment hat seine eigenen Regeln.

    Das können Rechtsvorschriften aber auch private Richtlinien sein. Es gibt Börsensegmente für Aktien und für andere Wertpapiere, z.B. für Optionsscheine und Zertifikate.

    Bis zum 31. Oktober 2007 gab es drei wichtige Börsensegmente für Aktien; den amtlichen Handel, den geregelten Markt und den Freiverkehr.

    Das hat sich mit der Umsetzung von EU-Recht ab 1. November 2007 geändert. Seitdem gibt es zwei Hauptsegmente: Den Regulierten Markt und den Open Market (Freiverkehr).

    Regulierter Markt

    Der Regulierte Markt ist gesetzlich genau definiert. Die Zulassung und deren Folgepflichten sind in dem Börsengesetz, der Börsenzulassungsverordnung, dem Wertpapierprospektgesetz und der Börsenordnung geregelt.

    Dieses Börsensegment umfasst alle Aktien, die früher im amtlichen Handel und im geregelten Markt gelistet waren. Die Anforderungen sind relativ streng. Geregelt sind u.a. Publikationspflichten, Anzahl der auszugebenden Aktien, Ad hoc Publizität, Höhe des Streubesitzes, Prospektpflicht und Prospekthaftung

    Prime Standard: Dax und andere

    Die Deutsche Börse hat den regulierten Markt weiter aufgeteilt. Das Flagschiff ist der Prime Standard für Unternehmen, deren Aktien international gehandelt werden sollen.

    Diesen Unternehmen werden weitergehende Pflichten auferlegt, u.a.: Quartalsberichte und ad-hoc Mitteilungen in deutscher und in englischer Sprache, Rechnungslegung nach US-GAAP oder IFRS/IAS und Veranstaltung mindestens einer Analystenkonferenz pro Jahr.

    Nur wer im Prime Standard gelistet ist, kann in die Auswahlindizes DAX, MDAX, TecDAX und SDAX aufgenommen werden. Alle anderen Aktiengesellschaften, die die gesetzlichen Voraussetzungen für den Regulierten Markt erfüllen, werden in den General Standard automatisch aufgenommen.

    Open Market & Entry Standard

    Im Open Market wurde der Entry Standard eingeführt. Der Entry Standard soll jungen sowie kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt ermöglichen. Deshalb sind die Regeln einfach, die Voraussetzungen leicht zu erlangen und die Folgepflichten gering.

    Andererseits sind die Pflichten größer als beim Open Market allgemein vorgesehen. Die Unternehmen müssen zum Beispiel einen testierten Konzern-Jahresabschluss nebst Lagebericht innerhalb von sechs Monaten nach Ablauf des Berichtszeitraums auf ihrer Website veröffentlichen.

    Ebenso einen Zwischenbericht. Börsenrelevante Unternehmensnachrichten sind sofort zu veröffentlichen.

    Marktsegmente für Auslandsaktien

    Für Auslandsaktien gibt zwei Marktsegmente . Internationale BlueChips aus Europa und den USA werden im Qualitätssegment Xetra Stars gehandelt. Mittel- und Osteuropäische Aktien im Freiverkehr in Frankfurt können im Nexex gehandelt werden.

    EUWAX

    Das wichtigste Börsensegment an der Regionalbörse Stuttgart ist die EUWAX (European Warrant Exchange). Dort werden Optionsscheine und Zertifikate gehandelt.