Das Abkürzungslatein im Kursteil

    Die Aktienkurse im Kursteil der Zeitungen sind naturgemäß von gestern; also alles andere als aktuell.

    Wer die aktuellen Kurse sucht, sollte in die Teletexte der Fernsehsender schauen oder die Websites der Finanzdienstleister aufschlagen.

    Dennoch bieten die Kurstabellen wichtige Informationen. Die verstecken sich in den Zusätzen und Abkürzungen hinter den jeweiligen Aktienkursen.

    Doch was bedeuten diese Kurszusätze? Hier die wichtigsten mit kurzen Erläuterungen:

    G: Die Abkürzung steht für Geld. Es gab nur Käufer mit „Geld“ eben, keine Verkäufer. Gehandelt wurde folglich nicht, und Umsätze gab es auch keine.

    B: Das Bedeutet Brief und das Gegenteil von Geld. Es gab Verkaufsorder, aber keine Käufer. Zum angegebenen Kurs wollte die Aktie also keiner. Das signalisiert die Gefahr weiterer fallender Kurse.

    bG, bzG, bezG: Das heißt „bezahlt Geld“ und bedeutet, nur ein Teil der Käufer kam zum Zuge. Das Angebot der Verkäufer reichte also nicht aus.

    bB, bzB, bezB: Diese Abkürzungen stehen für „bezahlt Brief“. Sie bedeutet, dass nur ein Teil der Verkaufsorder ausgeführt werden konnte und einige Verkäufer auf ihren Aktien sitzen blieben.

    T: Das heißt, der Kurs wurde „getaxt“ also geschätzt. Dabei wird zumeist der Kurs übernommen, zu dem zuletzt abgeschlossen wurde.

    exD exDiv: Dies ist die Abkürzung für „ohne Dividende“. Es handelt sich um den Kurs, der unmittelbar nach Zahlung der Dividende angegeben wird, also abzüglich Dividendenabschlag.

    Div, Div-Sch: Angabe der gezahlten Dividende oder einer Dividendenschätzung

    k. A.: Keine Angabe. Die Abkürzung wird vor allem verwandt, wenn das Unternehmen keine Daten zur Dividende oder zur Ertragssituation übermittelt hat.

    ebB, etw. bezB: Angebot überstieg die Nachfrage erheblich, weswegen nur einige Aufträge ausgeführt werden konnten. Etwas bezahlt Brief.

    eBG, etw. bezG: Gegenteil von „etwas bezahlt Brief“. Die Nachfrage überstieg das Angebot erheblich, so dass nur wenige Kaufaufträge ausgeführt werden konnten. Etwas bezahlt Geld.

    -G: Gestrichen Geld. Kaufaufträge zum billigsten Preis (Billigst-Kauforders) hat es zwar gegeben, jedoch fehlte jedes Angebot. Deswegen konnte ein Kurs nicht gestellt werden.

    -B: Gestrichen Brief. Zwar bestand ein Angebot zum höchstmöglichen Preis (Bestpreis-Verkaufsorder), aber es gab keine Nachfrage. Auch in diesem Fall konnte ein Kurs nicht festgestellt werden.

    -GT: Gestrichen Geld/Taxe. Eine Feststellung des Kurses war unmöglich, weil der Preis nachfrageseitig lediglich geschätzt werden konnte.

    -BT: Gestrichen Brief/Taxe. Der umgekehrte Fall zu GT. Eine Kursstellung war nicht möglich, da der Preis angebotsseitig geschätzt worden ist.

    ex B, ex BR: Ohne Bezugsrecht. Diese Angabe wird gemacht, wenn eine alte Aktie zum ersten Mal ohne Berücksichtigung eines Bezugsrechts für die neue Aktie notiert wird. In einem solchen Fall wird die Aktie entsprechend niedriger notiert.

    ex BA: Ohne Berichtigungsaktien. Die Bezeichnung erscheint, wenn eine Aktie nach Kapitalberichtigung einer Gesellschaft zum ersten Mal notiert wird.

    ex SP: Nach Splitting. Die erste Notierung nach Durchführung eines Aktiensplits. Der Kurs verringert sich im Verhältnis des erfolgten Aktiensplits, ist also deutlich niedriger. Der Anleger hat aber eine entsprechend höhere Zahl an Aktien in seinem Portfolio. Aktiensplits sind vor allem bei amerikanischen Aktien sehr häufig.

    H/T: Höchststände und Tiefststände werden angegeben bezogen auf einen bestimmten Zeitraum, meistens 52 Wochen.

    s, S: Diese Abkürzung kann Schlusskurs oder Schätzung bedeuten.

    StA: Es handelt sich um eine Stammaktie. Stammaktien sind in Deutschland der Regelfall. Dem Inhaber dieser Aktienform stehen alle Aktionärsrechte zu, einschließlich des Stimmrechts.

    VA, Vorz, Vz: Vorzugsaktien auch Vorzüge genannt. Dem Inhaber stehen Vorteile bei der Gewinnbeteiligung zu, wie eine garantierte Mindestdividende oder ein Anspruch auf Nachzahlung, wenn in einem Jahr eine Dividendenzahlung ausfallen muss. Dafür muss er, jedenfalls in Deutschland, auf jedes Stimmrecht verzichten. Alle weiteren Aktionärsrechte bleiben aber unberührt.

    (vin) NA: (vinkulierte) Namensaktie. Bei einer Namensaktie wird der jeweilige Inhaber im Aktienbuch des betreffenden Unternehmens vermerkt. Der Käufer wird in das Aktienbuch eingetragen, ein Verkäufer wird gelöscht. Die Namensaktie ist vinkuliert, wenn die Aktiengesellschaft einem Eigentümerwechsel zusätzlich zustimmen muss.

    KGV: Das bedeutet Kurs-Gewinn-Verhältnis. Diese Kennzahl gibt an, wie oft der Gewinn im angegebenen Kurs enthalten ist. Das KGV ist ein Anhaltspunkt dafür, aber nicht mehr, ob eine Aktie preiswert ist (= niedriges KGV) oder nicht.