Der Zweitmarkt für Lebensversicherungen: Idee und Hintergrund

    Die Idee der Lebensversicherung ist schon seit dem Altertum geläufig, in der heutigen institutionalisierten Form kennt man sie seit dem 18. Jahrhundert.

    Versichert wird weniger das Leben an sich, sondern das Einkommen, das eine Person erzielt. Fällt mit dem Tod einer Person dieses Einkommen weg, kann das die Existenzgrundlage ganzer Familien zerstören.

    Lebensversicherung soll Existenzgrundlage sichern

    Dies zu verhindern, dient die Lebensversicherung. Im Unterschied zu allen anderen Versicherungen, ist die Lebens- und auch die Rentenversicherung kapitalbildend.

    Das bedeutet, dass man auch dann Geld erhält, wenn der Schadensfall nicht eintritt, und das sogar gut verzinst.

    Aus diesem Grund ist die Lebensversicherung sowohl als Altersvorsorge- als auch als klassisches Anlageprodukt begehrt und führt bei deutschen Sparern stets die Beliebtheitsliste an, noch weit vor anderen Anlageprodukten wie Immobilien, Aktien und Anleihen.

    Das Geheimnis des attraktiven Rendite-Risiko-Profils einer Lebensversicherung liegt in der gesetzlich vorgeschriebenen Anlagestrategie: Die Versicherer müssen die Prämien der Einzahler möglichst langfristig und vor allem sicher anlegen.

    In der Langfristigkeit liegt aber auch das Problem vieler Anleger. Denn kurzfristig zu finanzierende Ereignisse, wie Immobilienkauf, aber auch Hochzeiten, Reisen oder das Studium der Kinder zwingen viele Anleger, auf ihr bisher angespartes Vermögen zurückzugreifen, darunter die Lebensversicherung.

    Auf dem Zweimakt verkaufen statt storniern

    Da Viele keine Kenntnis über den Zweitmarkt für Lebensversicherungen haben und deutsche Versicherer im Unterschied zu englischen Institutionen gesetzlich nicht zur Information darüber verpflichtet sind, werden in Deutschland leider viele Versicherungen storniert und der Rückkaufswert somit durch hohe Stornogebühren belastet. Viel Geld wird somit verschenkt.

    Bereits seit dem 19. Jahrhundert gibt es in England deshalb einen Zweitmarkt für Lebensversicherungen.

    Denn die Lebensversicherung ist ein hochkomplexes Finanzprodukt, das so konstruiert ist, dass es zu Beginn noch die Abschlusskosten decken muss, gegen Ende, zum Ablaufzeitpunkt hin jedoch hohe Überschüsse erwirtschaftet.

    Bei Ablauf werden zudem stille Reserven aktiviert. Zur Mindestverzinsung kommen dann in der Regel noch hohe Überschussbeteiligungen hinzu.

    Aus dieser Differenz heraus errechnen die Aktuare der Zweitmarktankäufer den inneren Wert der Police, den sie als Vorteil an den Versicherungsnehmer weitergeben können.

    In der Regel kann der Verkäufer bis zu 3% über Rückkaufswert für seine Police erwarten, in Einzelfällen sogar bis zu 15%.

    Die sehr unterschiedlich ausfallenden Vorteile resultieren aus verschiedenen Parametern, wie Alter und Geschlecht der versicherten Person, dem Zeitpunkt von Vertragsschluss und Veräußerung der Police, sowie dem aktuellen Rating der Versicherungsunternehmen.

     Verkäufer behält Rest-Todesfallschutz

    Der Vorteil für den Verkäufer liegt jedoch nicht allein in dem höheren Differenzbetrag, den er vom Ankäufer im Vergleich zum Stornofall erhält, sondern auch darin, dass seine Versicherung erhalten bleibt.

    Weil die Ankäufer die Police in der Regel erwerben, um diese bis zum Ablauf weiterzuführen, werden auch alle Prämienzahlungen übernommen. Damit bleibt ein Rest-Todesfallschutz für den Versicherungsnehmer erhalten.

    Die Hinterbliebenen erhalten dann im Todesfall vom Ankäufer eine nachträgliche Kaufpreiserhöhung.

    Altverträge kaufen: eine attraktive Geldanlage

     

    In Deutschland werden erst seit Ende der 1990er Jahre Lebensversicherungen auf einem Zweitmarkt gehandelt, zunächst hauptsächlich, um diese in Fondsprodukte zu strukturieren und weiterzuveräußern.

    Heute ist der Zweitmarkt viel transparenter geworden: Statt über Zweitmarktfonds ist es nun möglich, Einzelpolicen zu erwerben. Als Käufer können sowohl institutionelle, als auch private Investoren auftreten.

    Die Zweitpolicen sind als Anlageobjekt sehr begehrt. Zwar bieten sie keinen Versicherungsschutz mehr, wie das bei einem Erstabschluss einer Lebensversicherung der Fall ist, dafür fallen jedoch auch die Abschlusskosten weg und die Restlaufzeit ist kürzer.

    Übrig bleibt auf jeden Fall eine sichere Rendite, die in der Regel höher ist, als die Durchschnittsrendite alternativer Anlageformen. Hier finden Sie einen aktuellen Überblick über die Anlageperformance abgelaufener Zweitmarktpolicen.

    Der Überblick zeigt die Leistungsbilanz von Policen Direkt, dem mit 70% des Gesamtankaufsvolumens aktuellen Marktführer auf dem Deutschen Zweitmarkt für Lebensversicherungen.

    Verantwortlich für diesen Beitrag: Matthias Wühle