Ehegattenbesteuerung nach dem Anteilsverfahren ab 2009


    Bei der Besteuerung von Ehepaaren soll ab 2009 das sogenannte Anteilsverfahren möglich sein. Das jedenfalls plant die große Koalition.

    Das Anteilsverfahren soll ein freiwilliges Angebot an die Ehepartner sein. Mit dem Anteilsverfahren soll die Hemmschwelle zur Aufnahme einer auch nicht so gut bezahlten Arbeit sinken.

    Warum die Koalition diese Hoffnung mit dem Anteilsverfahren verknüpft, zeigt ein Vergleich des bisherigen Steuerrechts mit dem neuen Anteilsverfahren.

    Der Ehemann ist Hauptverdiener, die Ehefrau verdient etwas dazu. So sieht es wohl in den meisten Ehen aus. Das bedeutet: Steuerklasse III für den Ehemann und Steuerklasse V für die Ehefrau.

    Die Folge: Der Ehemann zahlt allein schon wegen des doppelten Freibetrags Steuern erst ab einem Verdienst von ca. 15.300 Euro im Jahr. Dafür wird die Ehefrau aber vom Finanzamt „bestraft“. Sie muss erst mal bereits den ersten verdienten Euro besteuern.

    Später dann setzt das Finanzamt die gemeinsamen Steuern des Ehepaares per Steuerbescheid fest. Daran wird auch das zukünftige Anteilsverfahren nichts ändern:

    Aber der Arbeitgeber des Besserverdienenden wird monatlich einen höheren Anteil an Lohnsteuer abzuführen haben als der Arbeitgeber des gering verdienenden Ehepartners. Die Folge: Der weniger gut verdienende Partner – meistens die Ehefrau – hat gegenüber heute erst mal ein höheres Nettoeinkommen in der Tasche.

    Um dieses Ergebnis zu erreichen, nämlich die vorläufige „Steuerlast“ gerechter auf die Ehepartner zu verteilen, ist ein etwas kompliziert anmutendes Verfahren geplant.

    Das Finanzamt teilt dem jeweiligen Arbeitgeber mit, welcher Anteil beim letzten Jahreseinkommen auf den betreffenden Ehepartner entfallen ist. Im Jahr darauf wird vom Monatsgehalt nur die Steuer vorweg abgezogen, die anteilsmäßig dem tatsächlichen Einkommen des jeweiligen Ehepartners entspricht.