Eigenheimförderung: Tipps und Infos

    Bauherren, Haussanierer oder Eigenheimerwerber können viel Geld sparen, wenn sie alle zur Verfügung stehenden Fördermaßnahmen vollständig ausschöpfen.

    Gerade in Zeiten teurer Grundstücks- und Baupreise können Fördermaßnahmen den Wunsch nach den eigenen vier Wänden überhaupt erst möglich machen.

    Allgemein bekannt sind die Fördermaßnahmen der KfW Bank. Weniger bekannt ist hingegen, dass auch Länder und Kommunen vor allem jungen Familien mit Kindern Immobilienförderungen zur Verfügung stellen. Selbst Kirchen helfen manchmal beim Erwerb der eigengenutzten Immobilie.

    Ein besonderer Vorteil von Fördergeldern für eigengenutzte Immobilien ist, dass viele Banken die Förderungen als Eigenkapital oder als eigenkapitalgleiche Leistungen anerkennen.

    Ein paar Tipps helfen, sich im Durcheinander der verschiedenen Fördertöpfe besser zurecht zu finden.

     

    Früh informieren und rechtzeitig beantragen

     

    Wer ein Eigenheim erwerben möchte oder wer Sanierungsmaßnahmen plant, sollte sich über Fördermöglichkeiten informieren, sobald sich das Vorhaben konkretisiert.

    Auskünfte erteilen die Hausbanken oder die Kommunen. Informationen erhält man außerdem auf den Webseiten der KfW Bank und auf Webseiten über Landesförderungen.

    Anträge müssen immer vor Beginn der zu fördernden Maßnahme gestellt werden. Gegebenenfalls muss die Förderfähigkeit über gutachterliche Stellungnahmen oder über Beibringung von Unterlagen belegt werden.

     

    Baufinanzierer auf Eigenheimförderung ansprechen

     

    Gute Baufinanzierer informieren ihre Kunden von sich aus über infrage kommende Förderpakete. Denn viele Fördermaßnahmen müssen über die Bank beantragt und abgewickelt werden, die das Immobilienvorhaben finanziert. Das gilt beispielsweise für die wichtige KfW-Förderung.

    Sprechen die Bankberater Eigenheimförderung nicht von sich aus an, ist dies erstens nicht unbedingt ein gutes Zeichen für die Qualität der Beratung, aber zweitens sollte der Kunde konkret nachfragen.

    Die KfW Bank bietet seit kurzem einen besonderen Service. Auf Onlineanfragen hin stellt die KfW Adressen von kompetenten Banken zur Verfügung, die sich diesem Serviceangebot angeschlossen haben. Viele Genossenschaftsbanken und Sparkassen sind dabei.

     

    Förderprogramme kombinieren

     

    KfW Programme lassen sich oft untereinander kombinieren. Häufig können sowohl günstige Darlehen als auch Zuschüsse beantragt werden.

    Möglich sind darüber hinaus Kombinationen mit Landesförderungen oder Vergünstigungen von Kommunen und Kirchen.

    Auskunft über Kombinationsmöglichkeiten sollte die Bank erteilen. Auch Gemeinden und Länder verfügen über Auskunftsstellen.

     

    KfW Förderung

     

    Die unterschiedlichen Fördermaßnahmen werden bei der baufinanzierenden Bank beantragt und lassen sich meistens miteinander kombinieren. Es gibt Darlehen und Zuschüsse.

    Ein Schwerpunkt ist die Förderung zur Steigerung der Energieeffizienz. Gefördert werden auch Einzelmaßnahmen, beispielsweise seit neuestem die Dachbegrünung. Ein weiterer Schwerpunkt sind Fördermaßnahmen für altersgerechtes, barrierefreies Bauen.

    Günstige Kredite und Zuschüsse werden für Neubauten, Sanierungsmaßnahmen und für den Kauf neuer Eigenheime gewährt.

     

    Landesprogramme zur Immobilienförderung

     

    Fast jedes Bundesland stellt besondere Landesprogramme zur Eigenheimförderung zur Verfügung. Die Programme und deren Mittelausstattung unterliegen ständigen Änderungen.

    Sie stehen unter dem so genannten Haushaltsvorbehalt. Haushaltsvorbehalt bedeutet, dass Förderungen nur soweit gewährt werden, als für einen bestimmten Zeitraum Haushaltsmitteln für diesen Zweck zur Verfügung stehen. Wer zuerst kommt, malt zuerst. Wer zu spät kommt erhält nichts.

    Gefördert werden häufig vor allem junge Familien mit Kindern oder mit schwer behinderten Angehörigen. Es gibt Einkommensgrenzen, die eingehalten werden müssen. Die Förderung besteht sehr oft aus zinsgünstigen Darlehen oder Tilgungshilfen.

    Anträge müssen vor Beginn der Maßnahmen gestellt werden. Unter Umständen müssen die Fördermittel im Rahmen der Gesamtfinanzierung zwischenfinanziert werden.

     

    Fördermaßnahmen von Kommunen und Kirchen

     

    Kommunale Fördermaßnahmen sind sehr oft wesentlich unbürokratischer als die Eigenheimförderung von Bund und Ländern. Eine Nachfrage bei der Kommune lohnt sich immer.

    Oft besteht die Förderung in der Zurverfügungstellung günstigen Baulands für junge einheimische Familien. Manchmal werden günstige Erbbaurechte vergeben. Kirchen fördern junge Familien ebenfalls mit der Vergabe von vorteilhaften Erbbaurechten.

     

    Wohn-Riester oder Eigenheimrente

     

    Es handelt sich um die Förderung eigengenutzten Wohnraums im Rahmen der Riester Rente. Gefördert werden Eigenheime aller Art, auch Genossenschaftswohnungen oder ähnliche bzw. lebenslange Dauerwohnrechte.

    Die Wohnung muss vom Zulagenberechtigten selbst genutzt werden und die Hauptwohnung sein. Ferienwohnungen und Wochenendwohnungen werden nicht gefördert.

    Das Kapital aus einem Riester-Vertrag kann direkt für die Finanzierung der Immobilie eingesetzt werden, oder es werden Aufwendungen zur Tilgung eines Darlehens für die Anschaffung oder Herstellung der Wohnung gefördert.

     

    Regionalförderung

     

    Manchmal gibt es regional begrenzte Fördermöglichkeiten für bestimmte Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Beispielsweise können Energieversorger Zuschüsse gewähren, wenn eine Heizung auf Erdgas umgestellt wird.

    Außerdem kann es Fördermaßnahmen zum Heizen oder zur Stromversorgung mit alternativen Energien geben.

     

    Denkmalgeschützte Wohnhäuser

     

    Der Erwerb und die Eigennutzung von denkmalgeschützten Wohnhäusern ist eine Sache für sich. Wer sich dafür entscheidet, kann Sanierungskosten zehn Jahre lang mit je 9 % abschreiben. Kapitalanleger können über einen Zeitraum von zwölf Jahren alle Kosten komplett absetzen.

    Die Einzelheiten sind sehr kompliziert, und es ist eine Reihe von Vorschriften und Regeln zu beachten. Ein Steuerberater kann weiterhelfen.

     

    Steuerliche Vorteile

     

    Hauseigentümer haben eine Reihe steuerlicher Vorteile. Beispielsweise unterbleibt die Versteuerung von Verkaufserlösen (Gewinne aus dem Verkauf), wenn die Immobilie mindestens zwei Jahre lang vor dem Verkauf selbst zu Wohnzwecken genutzt wurde.

    Ist die Immobilie schuldenfrei, die Hypothek also abbezahlt, unterliegt die gesparte Miete nicht der Steuer.

    Eigennutzer einer Immobilie können seit 2009 jährlich 1.200 € Handwerkerkosten absetzen. Die Rechnungen dürfen nicht bar bezahlt werden, erforderlich ist vielmehr eine Banküberweisung. Die Regelung gilt für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen.