Einzelaktien oder Aktienfonds?

    Wer in Aktien investiert, steht immer wieder vor der Frage: Kaufe ich besser Aktienfonds, vertraue ich also Börsenprofis oder bevorzuge ich die ,“Do-it-yourself Methode“.

    Patentrezepte gibt es nicht. Welche Geldanlage man bevorzugt ist auch eine Sache des persönlichen Temperaments.

    Einige wenige Regeln können Erstanlegern helfen, an den Gewinnchancen der Aktienmärke teilzuhaben und dabei die Risiken überschaubar zu halten.

    Fonds teuer

    Wer in Fonds investiert, sollte sich genau mit der Anlagestrategie vertraut machen. Er sollte wissen, welche Einzelaktien zu welchem Anteil der Fond enthält und welche im Laufe des Jahres gehandelt wurden.

    Eine nicht ganz leichte Aufgabe. Aktienfonds sind oft teuer. Ausgabeaufschläge, Rücknahme- und Managementgebühren sind hier die Stichworte.

    Außerdem: Viele Aktienfonds performen schlechter als die wichtigsten Indizes. Da sind passiv gemanagte Papiere, die Indizes abbilden, z.B. den Stoxx oder S&P 500 oft erfolgreicher.

    Investition in Einzelaktien erfordert Grundwissen

    Wer in Einzelaktien investieren will und Informationen sucht, wird mit einer Fülle von Theorien und Einschätzungen überhäuft.

    Fundamentalisten streiten sich mit Technikern. Erstere machen ihre Entscheidung von harten Unternehmensdaten abhängig.

    Letztere versuchen, den Aktienchart zu lesen, wie im alten Rom die Priester die Eingeweide.

    Und dann die vielen aufgeregten Ratschläge: Welche Branchen oder Regionen sind in Mode? Wie fallen die Quartalsergebnisse aus? Soll man in Rohstoffe kurzfristig investieren oder in irgendwelche Pennystocks? Wie steht es mit Optionsscheinen?

    Für Spielertypen sicherlich interessant. Für Privatanleger, die Chancen und Risiken realistisch abwägen, sicherlich nicht.

    Lassen sich die Aktienkurse überhaupt vorhersagen? Berühmt ist die Geschichte vom Affen: Der wirft Bananenschalen auf einen Kurszettel. Was er trifft, wird gekauft.Der Affe hat mehr Erfolg als die Profis.

    Diesen Scherz hören die natürlich nicht gern. Aber etwas Wahres ist dran. Die Zukunft lässt sich eben nicht vorhersagen.

    Dennoch: Das Chancen-/Risikoverhältnis lässt sich durch relativ einfache Regeln optimieren.

    Einfache Tipps

    Selbstverständlich ist: Man beteiligt sich nur an Firmen, deren Geschäft man versteht. 10 bis 20 Aktien im Depot reichen.

    Branchen- und Ländermischung müssen stimmen. Immer ist enge Kontrolle erforderlich.

    Weitere hilfreiche Regeln:

    1. Investieren Sie nur in Unternehmen mit überdurchschnittlichem Gewinnwachstum in der Vergangenheit und gleichen Aussichten für die nächsten Jahre.

    2. Kaufen Sie keine überteuerten Aktien. Der Aktienpreis muss durch den Unternehmenswert gerechtfertigt sein. Anhaltspunkte bieten das durchschnittliche KGV des Gesamtmarktes, besser noch der Branche.

    3. Versuchen Sie Aktien zu finden, die eine Story haben und die deshalb Investoren magisch anziehen. Ein Beispiel aus jüngster Zeit: Starbucks, die bekannte Kaffeehauskette aus den USA.

    4. Traden Sie nicht zu häufig. Lassen Sie Gewinne laufen und überlegen Sie sich gegen Ende des Jahres, von welchen Verlustträgern Sie sich trennen wollen.