Erbschaftssteuer Höhe und Freibetrag 2009

    Freibetrag und Höhe der Erbschaftssteuer, das sind wichtige Punkte für jeden, der etwas vererben will oder erbt. Seit dem 1. Januar 2009 gibt es neue Regelungen. Im Jahr 2010 erfolgten weitere wichtige Änderungen. Hier ein kurzer Überblick.

    Freibeträge und Steuerklasse

    Die Freibeträge zur Erbschaftssteuer wurden erheblich angehoben. Wichtig ist nach wie vor die Steuerklasse.

    Steuerklasse 1

    Zur Steuerklasse I gehören Ehegatte, Kinder, Stiefkinder, Enkel, Eltern und Großeltern.

    Die Freibeträge in Steuerklasse I sind für Ehegatten 500.000 Euro (früher 307.000); für Kinder und Kinder verstorbener Kinder 400.000 Euro (früher 205.000), für Enkel, Stiefenkel und Urenkel 200.000 Euro (früher 51.200), für Eltern und Großeltern bei Erwerb von Todes wegen (Schenkung siehe Steuerklasse II) 100.200 Euro (früher 51.200).

    Die Erben in absteigender und aufsteigender Linie sind damit deutlich begünstigt.

    Steuerklassen 2 & 3

    Zur Steuerklasse II gehören Eltern und Großeltern bei Schenkung, Geschwister, Nichten, Neffen, Stiefeltern, Schwiegereltern, Schwiegerkinder und geschiedener Ehegatte. Alle haben einen Freibetrag von 20.000 Euro (früher 10.300).

    Zur Steuerklasse III gehören alle anderen, einschließlich des eingetragenen Lebenspartners. Der Freibetrag ist 20.000 Euro (früher 10.300).

    Besonderheiten bei eingetragenen Lebenspartnerschaften

    Eingetragene Lebenspartner haben jetzt allerdings einen Freibetrag von 500.000 Euro anstatt 10.300 Euro und sind bis zu diesem Erbbetrag Ehegatten gleichgestellt.

    Besondere Freibeträge bei Steuerklasse 1

    Zusätzlich haben Personen der Steuerklasse I noch einen Freibetrag für Hausrat über 41.000 Euro (unverändert). Freibeträge für andere bewegliche Gegenstände wurden von 10.300 Euro auf 12.000 Euro angehoben. Damit sind enorm viele Erbmassen in direkter Linie abgedeckt und die Fragen der meisten Betroffenen geklärt.

    Besteuerung über den Freibetrag hinausgehender Beträge

    Komplizierter wird es, wenn das Erbe über diese Beträge hinausgeht. Beträgt der über den Freibetrag hinausgehende Betrag bis zu 75.000 Euro (früher 52.000 Euro), fällt Steuer wie folgt an:

    Klasse I = 7 % (unverändert), Klasse II = 30 % (früher 12 %), Klasse III = 30 % (früher 17 %). Zwischen einem Wert von über 75.000 Euro bis 6 Millionen Euro steigert sich der Steuersatz von 11 auf 19 % (unverändert) in Klasse I. In den Klassen II und III bleibt er bei 30 %.

    Als maximale Steuerbelastung ist für Steuerklasse I = 30 % und für II und III = 50 % vorgesehen. Lebenspartner sind also in der Klasse III schlechter gestellt als Ehegatten, wenn das Erbe über 500.000 Euro hinausgeht.

    Sonderfragen bei Grundvermögen und Unternehmen

    Wenn die Erbmasse die Freibeträge übersteigt, ist es jedenfalls sinnvoll, sich bei der Erbschaftssteuererklärung fachlich beraten zu lassen. Denn im Zusammenhang mit Grundvermögen oder Betrieben gibt es viele Sonderregelungen und Bewertungsfragen.

    Das sei hier nur kurz angedeutet mit den Stichworten: Verschonungsabschläge für Unternehmensnachfolger, Behaltefrist oder Zehnjahresfrist im Zusammenhang mit selbst genutzten Immobilien.

    Dahinter verbergen sich Regelungen im Erbrecht, die außerhalb des Freibetrags die Höhe der Erbschaftssteuer sehr beeinflussen können.

    Erbschaftssteuer: Höhe änderte sich 2010 erneut

    In 2010 gibt es Änderungen gegenüber der Erbschaftssteuer 2009. Die wichtigsten betreffen nicht den Freibetrag, sondern die Erbschaftssteuer-Höhe. Konkret wird es günstiger für Erben der Steuerklasse II und beim Vererben von Unternehmen.

    Die Steuerklasse II regelt die Erbschaftssteuer-Höhe für Geschwister, Nichten, Neffen, Stiefeltern, Schwiegerkinder und geschiedene Ehegatten. Der 2009 mit 20.000 Euro festgelegte Freibetrag bleibt offenbar gleich. Die Vergünstigung wird durch eine Senkung der zu zahlenden Prozentsätze bewirkt.

    Ein neuer Stufentarif und Neuregelungen beim Erben von Unternehmen sollen für mehr Gerechtigkeit sorgen.

    Neue Steuersätze in Steuerklasse zwei

    Die Regelungen im Vergleich:

    • Erbschaft bis zu 75.000 Euro, neuer Steuersatz 15 % (2009 = 30 %).
    • Erbschaft bis zu 300.000 Euro, neuer Steuersatz 20 % (2009 = 30 %).
    • Erbschaft bis zu 600.000 Euro, neuer Steuersatz 25 % (2009 = 30 %).
    • Erbschaften bis zu 6 Millionen Euro, es bleibt beim Steuersatz von 30 % Erbschaften bis zu 13 Millionen Euro, neuer Steuersatz 35 % (2009 = 50 %).
    • Erbschaften bis zu 26 Millionen Euro, neuer Steuersatz 40 % (2009 = 50 %).
    • Erbschaften darüber hinaus, neuer Steuersatz 43 % (2009 50 %).

    Ferner werden die komplizierten Regelungen zur Erbschaftssteuervergünstigung für Erben von Unternehmen entschärft.

    Lohnsummenregelung

    Die neue „Lohnsummenregelung“ sieht vor, dass das Unternehmen 5 Jahre nach dem Erbfall fortgeführt werden muss (2009 = 7 Jahre). Die Mindestlohnsumme muss in dieser Zeit 400 % (2009 = 650 %) der „Ausgangslohnsumme“ (durchschnittliche Lohnsumme der letzten 5 Jahre vor Erbfall) betragen.

    Betriebe mit bis zu 20 Mitarbeitern (2009 = 10 Mitarbeiter) unterliegen der Lohnsummenregelung gar nicht. Der „Behaltezeitraum“ wird auf 5 Jahre (vorher 7 Jahre) vermindert. Die komplette Freistellung des Unternehmens von der Erbschaftsteuer kann der Erwerber bei 7jähriger Betriebsfortführung in Anspruch nehmen (2009 = 10 jährige Betriebsfortführung). Dabei muss die Lohnsumme 700 % der „Ausgangslohnsumme“ betragen (2009 = 1000 %).

    Die Erbschaftssteuer-Höhe in Steuerklasse II und die komplizierte Lohnsummenregelung im Unternehmensbereich sowie der „Behaltezeitraum“ sind Kern der positiven Erbschaftssteuer-Änderungen 2010 gegenüber der Erbschaftssteuer 2009.