Fehler bei der Aktienanlage

    Die Aktienanlage ist immer ein Geschäft mit Risiko. Das Risiko beim Aktienkauf, durch erhebliche Kursschwankungen jedenfalls zeitweise viel Vermögen zu verlieren, ist der Preis für Renditechancen im Durchschnitt um die 10 % jährlich.

    Man kann das Risiko minimieren, jedoch nicht ganz ausschalten, wenn bei der Aktienanlage einige Regeln beherzigt werden, um die gravierendsten Fehler zu vermeiden.

    Vorsicht vor Aktientipps

    Ein grundlegender Fehler ist, bei der Aktienanlage allein auf den Sachverstand anderer zu vertrauen.

    Der Aktientipp von Freunden, in der Fachzeitschrift oder von Experten der Hausbank mag noch so verlockend klingen. Erfolg beim Aktienkauf setzt eigenen Sachverstand voraus; darüber wie die Akteinanlage überhaupt funktioniert und darüber, ob die Investition in eine Aktie Erfolg versprechend ist.

    Man muss wissen, wie der Aktienhandel organisiert ist, was es mit den unterschiedlichen Aktiencharts auf sich hat, welche wichtigen Indizes es gibt, wie hoch die Kosten beim Aktienhandel sind und an welchen Börsen man bestimmte Aktien am besten kauft.

    Entschieden werden muss auch, ob man die Transaktionen online abwickeln möchte, über die Hausbank oder beides.

    Spekulieren macht Anleger arm und Banken reich

    Die nächste Überlegung betrifft die Frage, welchem Anlegertyp man sich zurechnen möchte. Spekulieren oder langfristig anlegen.

    Entscheidet man sich für den Langfristanleger – sinnvoll, wenn man Vermögen aufbauen und nicht verlieren möchte – sollte man sich konsequent daran halten. Eine Aktienanlage in spekulativen Werten hat in einem Depot mit werthaltigen Aktien nichts zu suchen.

    Gut informiert sein

    Mit einem Aktienkauf wird der Investor Mitinhaber eines Unternehmens. Kein Mensch, der selbst ein Unternehmen gründet, wird sich ausschließlich auf den Rat anderer verlassen.

    Er wird sich selber informieren, eigene Überlegungen anstellen in welcher Branche er sich selbständig machen möchte, sich fehlendes Wissen aneignen usw.

    Nicht anders sollte bei der Aktienanlage verfahren werden. Man muss das Geschäft des Unternehmens, dessen Aktien man kauft, verstehen, wissen wie die Aktiengesellschaft aufgestellt ist, wie sich Umsatz, Gewinn und Aktienkurs in der Vergangenheit entwickelt haben, welche Zukunftschancen das Unternehmen hat und wie es an der Börse bewertet ist, um nur einige Punkte zu nennen.
    Manche Finanzplattformen im Internet oder Online Berater bieten Musterdepots und Watchlists als besonderen kostenlosen Service an.

    Besonders Einsteiger können davon profitieren und eine Weile testen, ob sie das „Handwerkszeug“ beherrschen. Vergessen darf man allerdings nicht: Das Spielen mit einem Musterdepot und das Aufbauen eines Depots mit richtigem Geld sind zwei paar Schuhe.

    Diversifizieren

    Branchenverliebtheit, Konzentration auf heimische Aktien und der Kauf zu vieler Werte sind weitere Fehler bei der Akteinanlage.

    Wichtig sind ein ausgewogener Branchenmix und die Berücksichtigung aller wichtigen Regionen. In Deutschland gibt es nun einmal nur wenige echte Wachstumswerte.

    Wer ein erfolgreiches Depot aufbauen möchte, kommt um Aktien aus den USA, dem europäischen Ausland und einige asiatische Staaten nicht herum. Mehr als 20 Werte machen ein Depot für Privatanleger unübersichtlich.

    Einstieg- oder Ausstiegszeitpunkt

    Viel Gehirnschmalz wird darauf verwendet, den richtigen Einstieg- oder Ausstiegszeitpunkt beim Aktienhandel zu finden.

    Im Grunde ernährt die Jagd nach dem richtigen Zeitpunkt für den Aktienkauf und Aktienverkauf eine ganze Zunft, die Analysten.

    Am so genannten Markttiming verdienen meist nur die Banken und Börsenmakler. Auf die richtige Aktie kommt es an, nicht auf den richtigen Zeitpunkt. Den weiß man meist erst im Nachhinein, denn Hellseher gibt es nun einmal nicht.

    Wachstumswerte sind immer einen Kauf wert, sofern sie vernünftig bewertet sind. Sind sie überbewertet, wie in Zeiten einer ausgeprägten Hausse, sollte vom Aktienkauf (zunächst) Abstand genommen werden.

    Geldreserven behalten

    Wer sich mit dem Aktienmarkt auseinandersetzt, wird viele Aktien finden, die er in seinem Depot haben möchte. Deshalb besteht die Versuchung, alle oder fast alle Geldmittel zu investieren.

    Dieser Versuchung muss man unbedingt widerstehen. Man darf niemals in die Lage kommen, in Zeiten der Kursschwäche Aktien verkaufen zu müssen. Das führt zu schmerzhaften Verlusten. Zeiten allgemeiner Börsenschwäche sind Nachkaufzeiten.

    Aktien sind etwas für Anleger, die langfristig denken. Privatanleger, die kurzfristig spekulieren, werden am Ende wenig Erfolg haben.

    Wer schnell die Nerven verliert, weil beispielsweise der Kurs der gekauften Aktie gleich unter den Einstiegspreis fällt, der kann nur verlieren.

    Keiner würde auf die Idee kommen, eine Immobilie oder seinen Betrieb zu verkaufen, nur weil der Marktpreis unter die „Anschaffungskosten“ fällt. So ist es auch mit Aktien.

    Aktiendepot laufend überprüfen

    Das heißt nun allerdings nicht, sich um eine einmal getätigte Aktienanlage überhaupt nicht mehr zu kümmern. Das Gegenteil ist notwendig.

    Ob eine Aktie es noch wert ist, im Depot zu bleiben, muss in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Erfüllt das Unternehmen noch die Kriterien für ein solides Investment, die man für sich selber aufgestellt hat? Wenn nicht, muss die Aktie konsequent verkauft werden, ohne Rücksicht auf den gegenwärtigen Aktienkurs.

    Wichtig ist es auch, die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Auge zu behalten. Schließlich schadet es auch nicht, einmal Gewinne mitzunehmen. Gewinnmitnahmen von Zeit zu Zeit machen nicht ärmer und gehören zu einer erfolgreichen Aktienanlage dazu.