Attraktive Zusatzrente mit Fondsentnahmeplan?

    Der Fondsentnahmeplan ist neben der Sofortrente und dem Bankauszahlungsplan eine weitere Möglichkeit, einen Einmalbetrag zu verrenten.

    Fondsauszahlungspläne werden häufig Personen empfohlen, die auf Flexibilität und hohe Renditen Wert legen sowie über eine gewisse Risikobereitschaft verfügen.

    Sie können eine sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Rente oder zur Betriebsrente sein, allerdings sollte die Grundversorgung durch andere, weniger mit Risiken behaftete, Formen der Altersvorsorge sichergestellt werden.

     

    Was ist ein Fondsentnahmeplan?

    Bei einem Fondsentnahmeplan wird zunächst ein bestimmter Betrag in Investmentfonds angelegt. Häufig handelt es sich um die Ablaufleistung einer Kapitallebensversicherung. Es kann aber auch ein Geldbetrag sein, der auf andere Weise angespart wurde.

    In Betracht kommen Aktienfonds, Rentenfonds und offene Immobilienfonds. Empfehlenswert ist, das zur Verfügung stehende Kapital auf die unterschiedlichen Fondsarten aufzuteilen.

    Dabei gilt: Je älter der Anleger ist, desto geringer sollte der Anteil risikoreicher Aktienfonds sein. Aktienfonds unterliegen erheblichen Kursschwankungen. Es handelt sich deshalb um typische Langfristanlagen.

    Nur wer einen langen Anlagehorizont hat, kann kurzfristige Kursschwankungen aussitzen und von den überdurchschnittlich Gewinnschancen profitieren.

    Aus dem angelegten Einmalbetrag und der damit erwirtschafteten Rendite werden regelmäßige Beträge in regelmäßigen Abständen ausbezahlt. So entsteht eine Zusatzrente.

    Man unterscheidet kapitalerhaltende von kapitalverzehrenden Fondsentnahmeplänen. Bei ersteren werden lediglich die Renditen ausgezahlt. Der Kapitalstamm bleibt also erhalten.

    Bei kapitalverzehrenden Fondsentnahmeplänen werden die Rentenzahlungen auch aus dem Kapitalstamm bedient. Bei dieser Variante ist der eingesetzte Geldbetrag nach Ablauf einer bestimmten Zeit verbraucht. Es handelt sich um eine Zusatzrente auf Zeit.

    Fondsentnahmepläne werden von Banken aber auch von Fondsgesellschaften angeboten.

     

    Worauf ist zu achten?

    Wichtig sind vor allem zwei Punkte: Flexibilität und Rendite. Banken und Fondsgesellschaften bieten gerne ihre eigenen Produkte an. Hauseigene Fondsprodukte müssen aber im Vergleich zu anderen Fonds nicht die renditestärksten sein.

    Manchmal sind die mit Anschaffung und Verwaltung verbundenen Kosten der angebotenen Fonds überdurchschnittlich hoch. Hohe Kosten sind Renditekiller. Deshalb macht es Sinn, auf Rabatte und reduzierte Ausgabeaufschläge zu achten.

    Ein guter Fondsentnahmeplan zeichnet sich durch hohe Flexibilität aus. Die Höhe der regelmäßigen Entnahmen sollte variabel sein.

    Es sollte möglich sein in unterschiedliche Fondsarten zu investieren und die Fondsprodukte während der Laufzeit des Entnahmeplan zu wechseln.

    Schließlich kommt es auf die richtige Auswahl der Fonds an. Wie sich Wertpapiere entwickeln werden, lässt sich niemals voraussagen. Fonds, die in der Vergangenheit überdurchschnittliche Renditen erwirtschafteten, können in der Zukunft deutlich unter den Gewinnerwartungen bleiben.

    Allerdings ist die Berechenbarkeit der Gewinnschancen höher, je breiter der Fonds aufgestellt ist. Spezialfonds oder Branchenfonds beispielsweise bergen das Risiko hoher Kursschwankungen.

    Besser sind Fonds, die zum Beispiel einen bestimmten Index zur Grundlage haben oder weltweit investiert sind. Das gilt auch für Rentenfonds.

    Empfehlenswert für Privatanleger sind passiv gemanagte Indexfonds, deren Anschaffung und Verwaltung keine großen Kosten verursachen.

     

    Die Vorteile von Entnahmeplänen

    Die beiden Hauptvorteile sind Flexibilität und gegenüber anderen Anlageformen hohe Renditen. Auch Rentenfonds erwirtschaften in der Regel mehr Ertrag als beispielsweise Bankentnahmepläne oder Sofortrenten.

    Anleger behalten Höhe oder Dauer ihrer Zusatzrente praktisch vollständig unter ihre Kontrolle. Sie können den Fondsentnahmeplan sogar ganz auflösen und das Geld anderweitig anlegen.

    Im Rahmen eines Entnahmeplans sind in der Regel Umschichtungen immer ohne weiteres möglich. Allerdings können dadurch Kosten entstehen, die die Renditen spürbar senken können.

    Anders als bei normalen Sofortrenten ist der angelegte Betrag im Falle des Todes nicht verloren. Vielmehr erhalten die Erben das noch nicht verbrauchte Kapital.

     

    Die Nachteile von Fondsauszahlungsplänen

    Jeder Fonds unterliegt Kursschwankungen, gleichgültig ob es sich um ein Aktienfonds, Rentenfonds oder offene Immobilienfonds handelt. Je älter der Anleger ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kurseinbrüche nicht mehr ausgesessen werden können.

    Fondsauszahlungspläne können eine bestimmte Rente nicht garantieren. Anders als bei Sofortrenten oder Bankentnahmeplänen gibt es keine garantierten Zinsen.

    Fondsentnahmepläne haben dieselben Nachteile wie die Direktinvestitionen in einzelne Fonds. Relativ hohe Kosten können die Rendite beeinträchtigen.

    Wenige Fonds erreichen die Rendite vergleichbarer Indizes. Beispielsweise bleiben die meisten Aktienfonds hinter der Wertentwicklung so bekannter Indizes wie Dow Jones oder DAX zurück.

    Erträge sind abgeltungssteuerpflichtig, sobald der gültige Steuerfreibetrag ausgeschöpft ist.

     

    Fondsentnahmepläne selbst zusammenstellen

    Mit etwas Zeit und Hintergrundwissen kann sich jeder seinen eigenen Fondsauszahlungsplan zusammenbauen. Die Mischung sollte dem jeweiligen Risikoprofil entsprechen. Das Mischungsverhältnis sollte durch Zukäufe oder Verkäufe nach Möglichkeit nicht verändert werden.

    Möglich ist auch die Direktinvestition zum Beispiel in werthaltige Aktien als Beimischung. Sehr empfehlenswert sind Investitionen in die unterschiedlichen Formen von Indexfonds. Eine gute Auswahl gibt es unterdessen auch in Deutschland.

    Um Direktinvestitionen zu tätigen, benötigt man ein gewisses Fachwissen, und die Märkte müssen genau im Auge behalten werden. Für manche Anleger können das Nachteile sein.

    Ein entscheidender Vorteil ist, dass man über seine Geldanlage je nach den aktuellen Bedürfnissen frei verfügen kann. Das gilt auch für Höhe und Anzahl der regelmäßigen Entnahmen.

    Entscheidet man sich dafür, einen Fondsentnahmeplan selbst zu basteln, ist eine Bargeldreserve in Höhe von 10-20 % des Gesamtkapitals empfehlenswert. Die Bargeldreserve kann als Tagesgeld, sehr kurzfristiges Festgeld oder als Spareinlage angelegt werden.