Fondssparpläne: Abgeltungssteuer renditeschädlich

    Geldanlagen, bei denen Zinsen oder Dividenden ausgezahlt werden, können hohe Renditen einfahren, wenn sie lange genug gehalten werden. Voraussetzung ist, dass Erträge sofort wieder investiert werden, wie dies bei thesaurierenden Fonds der Fall ist.

    Lässt man Kursentwicklungen außer Betracht, verdreifacht sich eine mit 5 % verzinste Geldanlage nach 30 Jahren. Vom zwanzigsten bis zum dreißigsten Jahr verdoppelt sich das Vermögen. Die Schlussgewinne sind immer am höchsten.

    Dieser Effekt, den man auch bei Kapitallebensversicherungen kennt, wird durch die Zinseszinsen wesentlich verursacht.

     

    Abgeltungssteuer bremst das Wachstum der Rendite

     

    Doch wer in Wertpapiere investiert, kann keinesfalls immer in voller Höhe vom Zinseszinseffekt profitieren. Der Grund liegt in der Abgeltungssteuer. Die Abgeltungssteuer reduziert den Zinseszinseffekt.

    Müssen 25 % Abgeltungssteuer auf die Erträge gezahlt werden, kommt der Zinseszinseffekt nicht mehr vollständig zum Tragen. Anleger können nur noch 75 % der Erträge erneut investieren

    Wird eine thesaurierende Geldanlage gewählt, muss der Anleger die Mittel für die Abgeltungssteuer zuschießen, wenn sie nicht automatisch einbehalten wird.

    Es gibt aber die Möglichkeit, die Abgeltungssteuer zu vermeiden. Wer in zertifizierte Riesterprodukte investiert, braucht während der Ansparphase keine Steuern zu entrichten. Der Anleger kann vom Zinseszinseffekt in voller Höhe profitieren.

    Steuern fallen erst in der Auszahlungsphase an. Für die Besteuerung dem Grunde nach ist es uninteressant, ob der angesparte Betrag in einer Summe oder als Rente ausgezahlt wird.

     

    Riester Fondssparen

     

    Weder Zinsen noch Dividenden oder Kursgewinne unterliegen der Abgeltungssteuer. Dabei ist gleichgültig, ob die staatliche Förderung in Anspruch genommen wird oder nicht.

    Auch so genannte und geförderte Riesterverträge sind steuerfrei während der Ansparphase. Diese Verträge können auch von Selbstständigen abgeschlossen werden. Wichtig ist allein die Zertifizierung als Riesterprodukt.

    Die Besteuerung erfolgt nachrangig im Verlauf der Auszahlungsphase, nachdem die Ansparphase abgeschlossen ist. Bei Einmalzahlungen müssen Gewinne nur zur Hälfte versteuert werden, wenn der Sparer 60 Jahre alt ist und der Vertrag zwölf Jahre bestanden hat.

    Entscheidet sich der Anleger für regelmäßige Rentenzahlungen, wird lediglich der Ertragsanteil besteuert.

     

    In welche Fonds investieren?

     

    Grob eingeteilt gibt es Aktienfonds, Mischfonds und Rentenfonds. Wie der Anleger sein Depot zusammenstellt, hängt von seiner Risikobereitschaft ab.

    Wird beim Sparen auf den Zinseszinseffekt abgestellt, sollten Fonds gewählt werden, die in Zinsen oder Dividenden ausschüttende Wertpapiere investieren und die thesaurierend sind.

    Fonds, die aktiv gemanagt werden, erheben Ausgabeaufschläge und manchmal darüber hinaus Verwaltungsgebühren und andere Kosten. Sie sind teuer, und die Gebühren minimieren die Rendite spürbar.

    Nur wenige Fonds erreichen dieselbe Performance wie vergleichbare Indizes. Gute Performance in der Vergangenheit ist keine Garantie für eine überdurchschnittliche Wertentwicklung in der Zukunft.

    Empfehlenswert sind vielmehr kostengünstige Indexfonds (ETFs). Es gibt hunderte unterschiedliche Indexfonds, die alle möglichen Indizes abbilden. Anleger finden auch mit nur Dividenden ausschüttenden Aktien unterlegte Indexfonds.

    Wichtig ist, die Depotzusammensetzung so wenig wie möglich zu verändern. ETFs auf solide Indizes, amerikanische oder europäische Indizes, erholen sich nach Kursrückschlägen in der Regel schnell wieder.

    Man kann vorübergehende Kurseinbrüche also getrost aussitzen, sofern die Geldanlage langfristig orientiert ist. Ratensparpläne verringern das Kursrisiko zusätzlich.