Geldanlage: Panikmache der Crash Propheten führt in die Irre

    Weltuntergangsszenarien üben auf viele Menschen offenbar eine kaum erklärliche Anziehungskraft aus. Das gilt besonders, wenn der Verlust allen privaten Vermögens durch den Untergang des Weltwirtschaftssystems, den Kollaps des Finanzsystems und den Bankrott der Staatsfinanzen beschworen wird.

    Die durch den Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers formal ausgelöste globale Finanzkrise hat den Crash Gurus die willkommene Hochkonjunktur beschert.

    Wenn es sich auch um eine schwere Krise gehandelt hat, der wirtschaftliche Totalzusammenbruch ist ausgeblieben.

    Eine kluge Wirtschafts- und Finanzpolitik vor allem der Notenbanken in den USA und Europa, aber auch einiger Regierungen, zu erwähnen ist hier besonders die Bundesregierung mit Kanzlerin Merkel, hat „1929“ verhindert und stattdessen die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs gebracht.

    Das allerdings beeindruckt Crash Propheten das wenig. Was nicht ist, kann ja noch werden. Zunächst wurde der weltweite Zusammenbruch der Wirtschaft für 2013 vorausgesagt. Doch man konnte eigentlich nicht sagen, dass es im vergangenen Jahr bergab ging.

    Nun sollte der Crash aber endlich Anfang 2014 stattfinden. Aber auch mit dieser Voraussage enttäuschten die Crash Auguren. Jetzt setzen die Unkenrufer auf das Jahr 2015. Schließlich habe die Vergangenheit gezeigt dass alle sechs bis sieben Jahre mit einer Finanzkrise irgendwie doch zu rechnen ist.

    Mit Voraussagen soll man vorsichtig sein. Aber es besteht doch eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass auch 2015 der große Zusammenbruch des Finanzsystems und der Weltwirtschaft nicht stattfinden wird.

     

    Geld anlegen in der Krise

     

    Die beste Geldanlage in der Krise ist die Investition in Produktivvermögen oder anders ausgedrückt in Aktien. Das gilt aber nur unter drei Voraussetzungen: Der Anlagehorizont muss langfristig sein, der angelegte Geldbetrag darf auf lange Sicht nicht benötigt werden, und bei einer Investition in Aktien ist auf Werthaltigkeit und Diversifikation zu achten.

    Während einer Krise sind die Aktien erfolgreicher, marktbeherrschender Unternehmen günstig zu haben, weil sie zusammen mit dem gesamten Markt oft zu Unrecht abgestraft werden. Vieles spricht dafür, dass solche stabilen Unternehmen die Krise überleben, manchmal sogar gestärkt aus ihr hervorgehen. Ein Beispiel ist die amerikanische Bank Wells Fargo.

    Wer dem bekannten Börsenautor Harry Dent folgte, und dem Aktienmarkt in den Jahren 2011 und 2012 fernblieb, weil angeblich ein Kurssturz des Dow Jones auf 3000 Punkte bevorstand, der verpasste Gewinne um die 50 %.

    Übrigens sagte der gleiche Autor für 2014 einen Kurssturz beim Dow Jones auf 6000 Punkte voraus. Und neuerdings hat Dent den Eintritt seiner Prognose auf 2016 verschoben. Ob Harry Dent tatsächlich ein erfolgreicher Investor ist, wie er selbst angibt, sei dahingestellt. Sicher ist jedoch, er macht gute Geschäfte mit seinen Krisenprognosen in Büchern und Newslettern.

    Gegenwärtig befindet sich der Dow Jones nahe seinen Höchstständen bei ca. 16.500 Punkten. Die tiefsten Stände während der Finanzkrise wurden Anfang 2009 mit ungefähr 7000 Punkten erreicht.

    Krisen sind grundsätzlich Investitionsgelegenheiten, und wer investiert ist, sollte nachkaufen. Das galt selbst 1929, obwohl es sehr lange dauerte, bis sich die Weltwirtschaft und die Aktienkurse erholten.

    Bei den jetzigen Höchstständen, ist eine Korrektur nicht unwahrscheinlich. Ein neuer Börsencrash jedoch ist nicht in Sicht.

     

    Angstmache mit Fehlprognosen

     

    Nicht nur bei der Vorhersage von Börsencrashs versagten die Crash Propheten. Auch in anderen Bereichen traten die an die Wand gemalten Horrorszenarien nicht ein. Eher war das Gegenteil der Fall.

    Die Hyperinflation blieb aus

    Das Geschrei war groß, als die für die Finanzpolitik Verantwortlichen zur Abwehr der Finanzkrise Liquidität in die Märkte pumpten. Die Verantwortlichen zogen damit eine Lehre aus der Weltwirtschaftskrise, die durch eine restriktive Geldpolitik noch zusätzlich verschärft wurde.

    Vorausgesagt wurde eine tiefgreifende Inflation, manche sprachen sogar von einer Hyperinflation, und sagten die Vernichtung aller Privatvermögen voraus.

    Davon kann gegenwärtig allerdings kaum die Rede sein. Eher könnte man angesichts geringer Inflationsraten in Europa von der Gefahr einer Deflation reden.

    Auch eine Überhitzung der Wirtschaft ist nicht eingetreten. Stattdessen gab es einen langsamen, wenn auch kontinuierlichen Erholungsprozess. Selbst die USA sind keinesfalls von einer Hyperinflation betroffen. Die dortige Staatsverschuldung ist sicher mehr als ein Schönheitsfehler, hat bisher aber keine erkennbaren wirtschaftlichen Einbrüche verursacht.

    Ein Grund ist das umsichtige Agieren der FED. Im Einklang mit der langsamen Erholung der Wirtschaft führt sie die zusätzlichen Anleiheverkäufe jetzt langsam zurück. Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes ist in den USA übrigens so niedrig wie seit 50 Jahren nicht mehr.

    Der Euro lebt

    Totgesagte leben länger. Selbst eine Koryphäe wie der frühere FED Chef Allen Greenspan ließ sich dazu hinreißen, den Untergang des Euros vorher zusagen. Doch der Euro hält sich tapfer auch gegenüber dem Dollar.

    Die Krise der Staatsfinanzen beim wirtschaftlichen Zwergstaat Griechenland konnten ihn ebenso wenig umbringen, wie die Krisen in Spanien, Italien, Portugal oder Irland.

    Ohne Frage handelte es sich um eine Prüfung für den Euro. Aber dank einer klugen Finanzpolitik hat der Euro diese ernste Herausforderung gemeistert. Das zeigt sich beispielsweise bei den Renditen der Staatsanleihen in Krisenländern. Sie sind drastisch gesunken: in Griechenland von 36,6 % auf 6,2 %, in Spanien von 7,6 % auf ca. 2,3 % und in Italien von 6,7 % auf unter 3 %.

    Heute kann man feststellen, bestand wirklich Todesgefahr für den Euro, dann hat ein kluges Krisenmanagement ihn gerettet.

     

    Gold ist kein Retter in der Not

     

    Wenn alles zusammenbricht, das Währungssystem, die Staatsfinanzen, die Weltwirtschaft, dann bleibt nur eine Rettung – Gold. Das war genau Empfehlung vieler Krisenpropheten, alles verkaufen und stattdessen in Gold investieren.

    Der Goldpreis werde auf 5.000 Dollar steigen, so die Prognose mancher. Das hörte sich optimistisch und nach Gewinn an, ungewöhnlich für pessimistische Crash Auguren. Doch dummerweise gerade diese Prognose traf nicht einmal ansatzweise ein.

    Es gab keinen Währungsverfall, verursacht durch das anwerfen von Gelddruckmaschinen, stattdessen aber befindet sich das Gold seit über zwei Jahren in einem Bärenmarkt. Die Höchstkurse lagen um 1.900 Dollar, seitdem hat der Goldpreis um ca. 38 % an Wert eingebüßt.

    Auch dieses Beispiel zeigt: wer erfolgreich Geld anlegen möchte, wird besser nicht auf die Vorhersagen von Crash Propheten.