Geldanlage für Kinder, worauf achten?

    Geld sparen für Kinder, viele Eltern, Großeltern oder nahe Verwandte möchten für den Nachwuchs Kapital sicher anlegen.

    Ein kleines finanzielles Polster erleichtert den Start ins Erwachsenenleben. Die Ausbildung kann sorgenfreier angegangen, das Ersparte kann zur Einrichtung der ersten Wohnung genutzt werden oder einfach nur als Grundstock zur weiteren Vermögensbildung dienen.

    Wer für seine Kinder Geld spart, möchte einerseits eine angemessene Rendite sehen, andererseits soll die Geldanlage aber auch sicher sein. Spekulative Kapitalanlagen wie Zertifikate, Optionsscheine oder Investitionen in Edelmetalle bzw. riskante Einzelaktien verbieten sich deshalb von selbst.

    Es gibt aber eine Reihe von Anlagemöglichkeiten, bei denen Risiko und Ertrag in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.

     

    Früh starten und Zinseszinseffekt nutzen

     

    Gleichgültig für welche Anlageform man sich entscheidet, ein systematischer Vermögensaufbau setzt zwei Komponenten voraus: Langfristigkeit und die sofortige Wiederanlage erwirtschafteter Erträge.

    Mit dem Sparen frühzeitig zu beginnen und regelmäßig etwas Geld zurückzulegen, ist deshalb ein guter Tipp. Kann zu Beginn ein etwas größerer Einmalbetrag investiert werden, ist das umso besser. Ein gewisses Startkapital tut der langfristig zu erwartenden Rendite besonders gut.

    Zinserträge und Dividenden mögen auf den ersten Blick gering erscheinen. Werden sie aber sofort reinvestiert, profitieren Anleger vom Zinseszinseffekt, der die Erträge explodieren lässt, vorausgesetzt man spart langfristig.

    Wer 10, 15 oder gar 20 Jahre Kapital anlegt, verdient durch den Zinseszinseffekt richtig Geld. Das Ersparte kann sich in den letzten Jahren verdoppeln, und das selbst bei moderaten Zinsen.

    Produkte, die die Ausnutzung des Zinseszinseffekts einfach machen, Erträge in kurzen Zeitabständen ausschütten und automatisch reinvestieren, sind deshalb als Geldanlage für Kinder besonders geeignet.

     

    Verschiedene Formen der Lebensversicherung

     

    Für Kinder werden im Wesentlichen zwei unterschiedliche Versicherungsprodukte angeboten: Ausbildungsversicherungen und Aussteuerversicherungen. Es handelt sich von der Konstruktion her um Kapitallebensversicherungen. Man kann sie in der klassischen Form abschließen oder als risikoreichere fondsgebundene Lebensversicherung.

    Es gibt sie als reine Versicherungen oder als gemischte Lebensversicherungen. Im letzten Fall sind weitere Risiken wie Unfall, Berufsunfähigkeit oder Tod des Versicherten während der Ansparphase (Laufzeit des Versicherungsvertrages) mitversichert. Versicherte sind die Personen, die die Versicherung für das Kind, den Begünstigten, abschließen.

    Die Versicherungslösung ist bequem. Die Eltern zahlen die Prämien, alles andere übernimmt die Versicherungsgesellschaft. Außerdem sind die Kinder gegen Unglücksfälle der Eltern in einem gewissen Umfang finanziell abgesichert.

    Die Renditen sind besser als ihr Ruf, aber gegenüber vielen anderen Sparformen relativ uninteressant. Ansonsten überwiegen die Nachteile:

    • Sie sind unflexibel. Wer früher aus dem Vertrag raus will, erhält nur den geringen Rückkaufswert, bei Veräußerung etwas mehr.
    • Nur der Sparanteil der Prämie erwirtschaftet Rendite. Der Kostenanteil und der Prämienanteil für die Risikoabsicherung bei gemischten Verträgen tun dies nicht.
    • Die Anlagestrategie der Versicherungen ist oft, gelinde gesagt, langweilig. Häufig wird in Produkte investiert, die von den Versicherern selbst oder von einem Kooperationspartner angeboten werden.
    • Bei gemischten Verträgen sind die Zusatzleistungen oft überteuert. Allgemein wird empfohlen, Kapitalbildung und Risikovorsorge zu trennen. Wollen die Eltern eine Risikolebensversicherung zur Absicherung des Nachwuchses abschließen, sollte dies in einem gesonderten Vertrag durch eine Risikolebensversicherung geschehen.

     

    Herkömmliche Banksparpläne

     

    Banksparpläne sind transparent und einfach. Alle Eckdaten sind von vornherein geregelt: die Verzinsung und die Zinszahlungstermine, die Laufzeit und manchmal auch der bei Laufzeitende auszuzahlende Betrag. Es müssen lediglich regelmäßig Geldbeträge „auf das Sparbuch“ eingezahlt werden.

    Sparpläne bei Direktbanken sind oft attraktiver als bei Filialbanken. Wird eine ausländische Bank ausgewählt, muss die Einlagensicherung stimmen. In Zeiten niedriger Zinsen ist Flexibilität wichtig, d.h. Kündigungsmöglichkeiten und/oder kurze Laufzeiten. Optimal ist, wenn Zinsen sofort reinvestiert werden.

     

    Fondssparpläne und Indexfonds

     

    Fondssparpläne versprechen eine gute Rendite, allerdings ist das Risiko je nach Art des Fonds verhältnismäßig hoch. Theoretisch ist ein Totalverlust möglich, jedenfalls ist der Kapitalerhalt niemals zu 100 % gesichert.

    Es gibt Fonds (Garantiefonds), die das Verlustrisiko begrenzen. Gleichzeitig begrenzt sind dann allerdings auch die Renditechancen.

    Fonds können mit vielen Finanzprodukten unterlegt sein. Als Kapitalanlage für Kinder eignen sich am besten Aktienfonds, Rentenfonds oder Mischformen.

    Aktiv gemanagte Fonds sind teuer. Die Kosten, Ausgabeaufschläge, Verwaltungsgebühren, manchmal noch weitere Kosten wie Erfolgshonorare, fressen einen Großteil der Rendite, ohne dass ein überdurchschnittlicher Ertrag garantiert ist.

    Im Gegenteil: die meisten aktiv gemanagter Fonds bleiben hinter der Rendite vergleichbarer Indizes zurück. Beispielsweise müssen sich die meisten Fonds, die in deutsche Aktien investieren, mit einer schlechteren Performance zufrieden geben als der DAX.

    Deshalb sind Indexfonds empfehlenswerter. Als passiv gemanagte Fonds sind sie kostengünstig. Indexfonds oder ETFs bilden einen bestimmten Index ab.

    Der zu Grunde gelegte Index sollte solide sein. DAX, Dow Jones, S&P 500, ein Weltindex oder Rentenindizes bieten sich an. Dritte-Welt Indizes, Indizes auf Rohstoffe oder ähnlich Exotisches ebenso wie Branchenindizes sind nicht geeignet.

    Der Zinseszinseffekt kommt besonders zum Tragen, wenn Indexfonds gewählt werden, die auf dividendenstarke Aktien setzen. Der Indexfonds sollte natürlich reinvestierend sein.

    Abzuraten ist von Indexfonds, die in von einer Bank aufgelegte Zertifikate investieren. Filialbanken bieten Indexfonds nicht besonders gerne an, weil sie damit relativ wenig verdienen können. Es gibt aber eine große Auswahl von Indexfonds unterschiedlicher Risikoklassen. Mithilfe von Online Brokerage können sie kostengünstig geordert werden.

     

    Tagesgeld und Festgeld

     

    In normalen Zeiten sind Termingelder deutlich besser verzinst als andere Sparprodukte. Tagesgeld und Festgeld von Direktbanken bringen die beste Rendite.

    Bei Tagesgeld sind immer die Konditionen für Bestandskunden entscheidend. Auf Lockvogelangebote und Zinsgarantien für ein paar Monate sollten Anleger nicht eingehen. Tagesgeldzinsen werden in unterschiedlichen Zeitintervallen ausgezahlt. Je kürzer sie sind, desto besser.

    Sind die Zinsen niedrig, ist eine Investition in Festgeld eher weniger empfehlenswert, zumal die Zinsen manchmal erst am Laufzeitende ausgezahlt werden. Wenn Festgeld, dann mit kurzer Laufzeit von ein bis zwei Jahren.

    Es kann empfehlenswert sein, beide Anlageformen miteinander zu kombinieren. Beispielsweise werden 40 % in Festgeld mit einer Laufzeit von zwei Jahren angelegt, der Rest in Tagesgeld mit kurzen Auszahlungsperioden für Zinsen. Auch hier ist die sofortige Reinvestition der Erträge Voraussetzung für eine vernünftige Rendite.

     

    Garantiefonds Marke Eigenbau

     

    Garantiefonds kosten und sind Renditekiller. Anleger können sich aber ihren eigenen Garantiefonds bauen.

    Je nach Risikobereitschaft werden ein Teil des Kapitals in Indexfonds und ein weiterer Teil in Tagesgeld oder kurzfristiges Festgeld angelegt. Der Indexfonds sorgt für die Rendite, das Tagesgeld sichert mögliche zwischenzeitliche Verluste ab.

     

    Flexibilität, Sicherheit und Rendite

     

    Abgesehen von Versicherungen sind alle Anlagevorschläge flexibel bei einer angemessenen Rendite. Als Geldanlage für Kinder können sie nebeneinander angespart werden, wenn genügend Kapital vorhanden ist. Beispielsweise können die Eltern in einen Indexfonds investieren, während die Großeltern einen kleinen Banksparplan abschließen.

    Indexfonds und Tagesgeld sind praktisch täglich verfügbar. Bei längerfristigen Sparverträgen und Festgeld ist in Zeiten sehr niedriger Zinsen eher Vorsicht geboten. Die Laufzeiten sollten kurz sein. Nach Fristablauf kann der angesparte Betrag dann anderweitig angelegt werden.

    Anders als Versicherungen können alle anderen Geldanlagen relativ einfach ausgewechselt werden, ohne dass wie bei Lebensversicherungen Verluste entstehen. Es empfiehlt sich aber nicht, die Kapitalanlage grundlos auszuwechseln.

    Wird Kapital frei und bieten sich bessere Möglichkeiten, weil die Rahmenbedingungen sich geändert haben, empfiehlt sich eine Umschichtung. Sonst ist eine Veränderung der Anlagestrategie eigentlich nicht sinnvoll.