Geld in Gold anlegen: Sicherheit oder Spekulation?

    Die Vertreiber von Gold oder mit dem Edelmetall unterlegten Wertpapieren reiben sich die Hände. Finanzkrise und Eurokrise haben ihnen satte Gewinne beschert.

    Angesichts der Unsicherheiten über die weltwirtschaftliche Entwicklung und auf den Finanzmärkten war es einfach, auch viele Privatanleger zu einer Geldanlage in Gold überreden.

    Viele halten Gold oder Wertpapiere, die sich auf den Rohstoff Gold beziehen, für einen besonders sicheren Hafen in unruhigen Zeiten. Dabei sind Goldprodukte eher etwas für waghalsige Spekulanten, jedenfalls wenn man auf eine kontinuierliche Wertentwicklung seiner Geldanlage aus ist.

    Die Kursentwicklung von Gold entspricht eher derjenigen eines wenig soliden Wertpapiers als der einer Qualitätsaktie mit einer kontinuierlichen Renditesteigerung.

    Das hat die Entwicklung der Goldkurse seit Ende 2012 erneut recht eindrucksvoll belegt. Lag der Preis für das Edelmetall Ende 2012 noch bei etwa 1.750 $, ist Gold im Oktober 2013 nur noch ca. 1.350 $ wert.

     

    Wirtschaftskrisen lassen Goldpreis steigen

    Ein Langzeitchart zeigt, was den Goldkurs in der Vergangenheit bewegt hat. Ging es der Weltwirtschaft schlecht oder gab es Probleme mit den öffentlichen Finanzen, geht es dem Goldkurs gut.

    Einen ersten Goldboom gab es ab 1972 während der Ölkrise und der daran anschließenden Wirtschaftsflaute. Ab 1975 gaben die Kurse wieder nach. Ein nächster Boom folgte ab 1979 bis etwa 1983. Auch diese Zeit war gekennzeichnet von wirtschaftlichen Flauten und von Problemen mit den öffentlichen Haushalten, vor allem in den USA.

    Eine weitere Phase der Kurserholung setzte im Jahr 2001 ein. In diese Phase fallen der Anschlag auf das World Trade Center und durch die Kriege im Nahen Osten verunsicherte Finanzmärkte.

    Nach einem drastischen kurzfristigen Rückgang des Goldwerts im Jahr 2006 explodierte der Kurs im Zuge der sich anbahnenden Finanzkrise. Viel spricht dafür, dass der Goldkurs mit zunehmender Beruhigung der Lage auf den Finanzmärkten zukünftig weiter nachgibt.

    Allerdings ist der Goldpreis niemals mehr auf das niedrige Niveau vor 1970 zurückgefallen. Ein Grund dafür ist vielleicht die wachsende Nachfrage nach Gold bei früheren Schwellenländern wie China oder Indien und der erhöhte Bedarf des Edelmetalls in der Industrie.

     

    Gold ideales Spekulationsobjekt

    Spekulanten aber auch professionelle Anleger können vom Auf und Ab des Goldpreises profitieren. Mit den nötigen Marktkenntnissen und einer gehörigen Portion an Risikobereitschaft lassen sich schnell hohe Gewinne erwirtschaften aber auch vernichtende Verluste einfahren.

    Wer richtig Geld verdienen möchte, der darf Gold nicht in der Krise kaufen, wenn der Preis für die zyklische Geldanlage hoch ist. Er muss sich antizyklisch verhalten.

    Das bedeutet: Geld in Gold anlegen, wenn die Wirtschaft blüht und der Goldkurs niedrig ist. Gold zu Geld machen, wenn alle sicherheitsbewussten Anleger sich zur Investition in Gold überreden lassen, also irgendwann auf dem Höhepunkt einer Krise.

    Profis und Spekulanten sind nicht allein auf den Erwerb von körperliches Gold angewiesen. Sie haben die Auswahl unter einer ganzen Anzahl unterschiedlicher Finanzprodukte, die mit Gold unterlegt sind.

    Neben verschiedenen Zertifikaten gibt es beispielsweise ETFs oder Goldfonds.

     

    Gegen Wirtschaftskatastrophen nur mit dinglichen Gold

    Körperliches Gold ist vor allem für Anleger geeignet, die den wirtschaftlichen Weltuntergang erwarten. Wer fest daran glaubt, dass eine Hyperinflation sein Vermögen auffressen wird oder dass der totale weltwirtschaftliche Zusammenbruch droht, für den ist eine Geldanlage in Gold das Richtige.

    Mit Gold unterlegte Wertpapiere eignen sich in diesem Fall nicht. Denn in fundamentalen Wirtschafts- und Finanzkrisen bietet nur körperliches Gold die ausreichende Sicherheit.

    Für Anleger, die Gold wegen eines ausgeprägten Sicherheitsbedürfnisses und nicht wegen einer Wertsteigerung kaufen, muss die Volatilität der Goldpreise egal sein. Für sie spielt außerdem der Umstand keine Rolle, dass Gold keine Dividende abwirft. Körperliches Gold unterliegt allerdings auch nicht der Abgeltungssteuer.

     

    Auf Kosten achten

    Der Erwerb von Gold ist teuer. Je kleiner die Einheiten sind, desto höher sind die mit dem Kauf verbundenen Kosten. Der Grund liegt im wesentlichen in der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskursen.

    Bei einem 10 g Barren kann der Aufschlag zum Kaufpreis deutlich über 10 % betragen. Die meisten Goldmünzen sind nur wenig günstiger. Am preiswertesten ist der südafrikanische Krügerrand mit Aufschlägen um 6 %.

    Ein 1 kg Barren ist im Vergleich dazu richtig preiswert. Der Aufschlag dürfte nur zwischen 3 und 4 % betragen.

    Wenn schon Gold, dann sollten Anleger richtig hinlangen und das Edelmetall in großen Mengen kaufen. Am besten eignen sich wohl 1 kg Goldbarren.

    Manchmal werden Goldsparpläne mit dem Argument beworben, dass mit kleinen regelmäßig geleisteten Geldbeträgen günstig Gold eingekauft werden kann. Doch nicht immer ist das tatsächlich der Fall.

    Neben der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskursen können noch andere Gebühren und Kosten den Erwerb von Goldbarren verteuern. Deshalb ist es wichtig, bei unterschiedlichen Goldhändlern Vergleichsangebote einzuholen.

     

    Goldzertifikate für Privatanleger

    Für Privatanleger eignen sich Goldzertifikate noch am ehesten als Beimischung in einem gut diversifizierten Depot. Zertifikate auf Gold sind für private Anleger, die auf eine Wertsteigerung des Edelmetalls setzen, noch am übersichtlichsten.

    Bei normalen Zertifikaten besteht allerdings ein Währungsrisiko, weil Gold in Dollar gehandelt wird. Es gibt aber auch Goldzertifikate, die den Goldkurs ohne Währungsrisiko annähernd abbilden, so genannte Quanto-Zertifikate.

    Goldminenaktien sind hingegen keine Geldanlage in Gold. Investiert wird in einzelne Unternehmen oder in Fonds, die einen Goldminenindex abbilden. Goldminenaktien spiegeln durchaus nicht den jeweiligen Goldpreis wider, sie können sich sogar gegenläufig entwickeln.