Clever Geld anlegen mit Zinseszins

    Anleger achten sehr oft ausschließlich auf die Höhe des Zinssatzes einer festverzinslichen Geldanlage oder auf die kurzfristigen Gewinnchancen von Aktien oder ähnlichen Wertpapieren. Untersuchungen zeigen, dass Zinseszinsen bei der Entscheidung, welche Geldanlage in Betracht kommt, nur eine untergeordnete Rolle spielen.

    Wer Zinseszinsen außer Betracht lässt und sich allein von der Zinshöhe leiten lässt, der verzichtet auf das exponentielle Wachstum seiner Geldanlage.

    Zinseszinsen haben einen immensen Beschleunigungseffekt beim Ertrag. Voraussetzung ist jedoch, dass das Geld langfristig angelegt wird. Der Beschleunigungseffekt verstärkt sich mit zunehmendem Zeitablauf um ein Vielfaches.

    Um exponentielles Wachstum zu erzielen, müssen die Erträge und Zinseszinsen natürlich unverzüglich erneut in dieselbe Geldanlage investiert werden.

     

    Höhere Zinsen – weniger Rendite?

    Für eine Londoner Studie wurden den beteiligten Personen zwei unterschiedliche Geldanlagen zur Auswahl vorgestellt. Bei der ersten Variante handelte es sich um Festgeld mit einer Verzinsung in Höhe von 1,4 %. Die zweite zur Auswahl gestellt der Geldanlage brachte nur 1,2 % Zinsen allerdings bei monatlicher Zinsauszahlung.

    Die meisten an der Studie beteiligten Personen entschieden sich für die Geldanlage mit den höheren Zinsen. Dabei erwirtschaftete die zweite Variante auf längere Sicht deutlich höhere Renditen. Die Ursache dafür ist der Zinseszinseffekt.

    Sparer sollten vor jeder Anlageentscheidung die Auswirkungen des Zinseszinseffekts berechnen lassen und dabei unterschiedliche Anlagezeiträume berücksichtigen. Dann wird sehr schnell deutlich, dass sich jedenfalls für Privatanleger Tagesgeldhopping oder die Ausnutzung kurzfristiger Kursschwankungen bei Aktien nicht lohnen.

    Ein langfristig angelegter Sparvertrag kann am Ende eine höhere Rendite erzielen, als gut verzinstes Festgeld oder Tagesgeld, wenn der Zinseszins nicht genutzt wird.

     

    Tagesgeld und Zinseszins

    Tagesgeld ist attraktiv, wenn es Bestandskunden dauerhaft gute Konditionen bietet. Für eine langfristige Geldanlage, mit der Vermögen aufgebaut werden soll, sind zeitlich begrenzte Zinsgarantien bei hohen Zinssätzen (Lockvogelangebote) für Neukunden uninteressant.

    Welche Banken überdurchschnittlich gut verzinstes Tagesgeld anbieten, können Anleger feststellen, wenn sie sich über die Geschäftspolitik der vergangenen Jahre informieren. Gute Verzinsung über einen langen Zeitraum in der Vergangenheit ist ein Indiz dafür, dass die Bank auch zukünftig attraktives Festgeld oder Tagesgeld anbieten wird.

    Neben der Höhe der Zinssätze für Bestandskunden sind die Zinsauszahlungsstermine von Bedeutung. Werden Zinsen halbjährlich oder vierteljährlich ausgezahlt, ist der Zinseszinseffekt höher als bei einer jährlichen Auszahlung.

    Festgeldangebote, die die Auszahlung der aufgelaufenen Zinsen zum Ende des Anlagezeitraums vorsehen, sind unter dem Gesichtspunkt des exponentiellen Wachstums nicht empfehlenswert.

     

    Exponentielles Wachstum bei Aktienanlagen

    Exponentielles Wachstum erzielen Anleger bei Aktien, wenn sie ausgezahlte Dividenden sofort wieder anlegen. Wird in Einzelwerte investiert, kann dies jedenfalls für Privatanleger ein Problem sein.

    Deswegen empfehlen sich passiv gemanagte Indexfonds, so genannte ETFs. Indexfonds gibt es für alle Wertpapierarten, für die ein Index gebildet wird. Es gibt sie also nicht nur auf Aktienindizes sondern auch beispielsweise auf Rentenindizes.

    Empfehlenswert sind zum Beispiel Indexfonds mit so genannten Dividendenaristokraten. Solche ETFs investieren in Wertpapiere, die seit mindestens einem Jahrzehnt Dividenden ausgeschüttet haben.

    Privatanleger können besonders von Wertpapiersparplänen profitieren, die das Geld der Anleger in Indexfonds investieren und nicht auszahlend (revolvierend) sind. Ein Aktiensparplan hat noch zwei weitere Vorteile. Durch die Geldanlage in regelmäßigen Abständen werden Kursschwankungen ausgeglichen

    Der Anleger muss nicht laufend traden oder besonders günstigen Kaufgelegenheiten hinterher jagen. Wer spekuliert, verliert eher Geld, als dass er Vermögen bildet. Selbst von Finanzprofis aktiv gemanagte Fonds erreichen die Rendite von vergleichbaren Indexfonds in der Regel nicht.