Gold ETCs und ETFs ein sicherer Hafen?

    Gold ETCs und ETFs auf Gold, beide Anlageformen werden sehr oft durcheinander geworfen. Häufig ist von ETFs die Rede, obwohl es sich eigentlich um ETCs handelt.

    Gemeinsam ist beiden Wertpapieren, dass ihre Laufzeit nicht begrenzt ist und sie als börsennotierte Goldprodukte täglich gehandelt werden können. Außerdem können beide Anlageformen, jedenfalls theoretisch, mit physischem Gold unterlegt sein.

    Aber sonst unterscheiden sich ETFs und ETCs auf Gold recht deutlich voneinander.

     

    Gold ETCs: zwei verschiedene Typen

    Gold ETCs (Exchange Traded Commodities) sind rechtlich betrachtet Inhaberschuldverschreibungen. Sie ähneln insoweit den Goldzertifikaten.

    Anders als bei Fonds ist das Vermögen der ETCs kein Sondervermögen. Die Folge: In bestimmten Fällen tragen die Anleger das Risiko einer möglichen Insolvenz des Emittenten. Anleger sollten immer die Vertragsbestimmungen genau studieren, bevor sie in einen Gold ETC investieren.

    Es gibt zwei Varianten von Gold ETCs. Sie unterscheiden sich in den Goldprodukten, mit denen sie unterlegt sind.

    Durch physisches Gold besicherte ETCs

    Bei dieser Variante kauft der Emittent mit dem Geld der Anleger körperliches Gold, Goldbarren oder Münzen. Das Gold wird beim Emittenten eingelagert. Der Anleger erhält mit der Inhaberschuldverschreibung ein verbrieftes Recht auf den zustehenden Anteil am Gold.

    Nicht immer werden ETCs zu 100 % mit physischem Gold besichert. Manchmal geschieht die Besicherung zu einem geringen Prozentsatz nur mit Lieferansprüchen von Gold.

    Einige Emittenten, zum Beispiel Xetra Gold, liefern das Gold auf Wunsch des Anlegers sogar aus. Bei Xetra Gold beträgt der Anteil an physischem Gold übrigens 95 %.

    Ein Vorteil mit Gold physisch besicherter ETCs ist die Direktinvestition in das Edelmetall, ohne weitere Lagerungs- und Verwaltungskosten.

    Ein weiterer Vorteil ist die fast punktgenaue Koppelung an den aktuellen Goldkurs. Das ist möglich, weil die Wertpapiere jederzeit handelbar und fast vollständig mit körperlichem Gold unterlegt sind.

    Ein Nachteil ist das bereits oben erwähnte Insolvenzrisiko. Manche Emittenten verfügen neben dem Gold über keine weiteren Vermögenswerte. Kommt es zur Insolvenz ist der Anleger Gläubiger neben anderen Gläubigern. Die Sicherheit seiner Geldanlage ist nicht garantiert.

    Allerdings verringert sich das Ausfallrisiko, je höher der Anteil am körperlichen Gold ist.

    Außerdem besteht ein gewisses, theoretisches Verlustrisiko. Das Gold wird bei einer Verwahrerstelle verwahrt. Eine Verpflichtung, den Bestand gegen Verlust durch Diebstahl oder Beschädigung zu versichern, besteht jedoch grundsätzlich nicht.

    Mit Goldfutures unterlegte ETCs

    Bei dieser Form von Gold ETCs wird auf die Anschaffung von physischem Gold im Wesentlichen verzichtet. Vielmehr wird das Geld der Anleger in Gold Futures, also in Warentermingeschäfte, investiert.

    Vor Fälligkeit der Futures werden sie verkauft und mit dem Erlös werden neue Futures erworben.

    In der Regel wird versucht, die Wertentwicklung von Gold Futures über einen Index nachzubilden.

    Mit dem Abschluss von Termingeschäften entfällt die Notwendigkeit, Gold kostenpflichtig lagern zu müssen.

    Dieser Typ von ETCs auf Gold verfügt neben dem Kursrisiko des Edelmetalls Gold selbst noch über ein weiteres Spekulationsrisiko. Goldpreis und der Kurs für die Futures können auseinanderfallen. So kann der Preis für Gold steigen, während die Kurse für die Gold Futures gleichzeitig sinken.

    Mit Futures unterlegte ETCs sind im Grunde reine Spekulationsobjekte. Möglich ist eine Spekulation sowohl auf steigende als auch auf fallende Goldkurse.

    Da es sich um Inhaberschuldverschreibungen handelt, trägt der Anleger das volle Emittentenrisiko.

     

    Nur wenige Gold ETFs

    Echte ETFs auf Gold gibt es nicht viele. In der Regel wird nicht in körperliches Gold investiert und auch nicht in Futures. Vielmehr legen Gold ETFs grundsätzlich in Goldminenaktien an.

    Bekannt ist eigentlich nur ein echter Gold ETF (ISIN LU0259322260). Dem Wertpapier liegt der Goldminenindex AMEX Gold Bugs Index®  zu Grunde.

    Goldminenaktien müssen sich allerdings keineswegs parallel zum Goldpreis entwickeln. Der Kurs solcher Aktien wird stark von der Werthaltigkeit des betreffenden Unternehmens und weniger von der allgemeinen Goldpreisentwicklung bestimmt.

    Beispielsweise spielen Faktoren wie Produktionskosten, politische Unruhen oder Streiks eine große Rolle. Viele Goldminenaktien gehören nicht gerade zu den Wertpapieren, in die man direkt investiert würde.

    Die in dem oben erwähnten Index zusammengefassten Unternehmen sind so genannte ungehedgte Goldminen. Sie verkaufen ihre Produktion nicht langfristig. Terminverkäufe über zwei Jahre sind ausgeschlossen. Dadurch verringert sich das Risiko von Abweichungen zum Goldkurs etwas.

    ETFs sind passiv gemanagte Indexfonds. Wären sie nicht mit spekulativen Goldminenaktien unterlegt sondern mit Wertpapieren aus bekannten Aktienfonds, würde es sich um eine solide Geldanlage für Privatanleger handeln.

    Indexfonds sind kostengünstig und zeichnen sich nicht zuletzt deshalb durch eine solide Rendite aus.

     

    Steuerliche Behandlung und Kosten

    Bei ETCs fallen Verwaltungskosten an, die mögliche Renditen teilweise erheblich mindern können. ETFs sind wie alle anderen Indexfonds relativ kostengünstig.

    Neben den Kosten sollte das Währungsrisiko beachtet werden. Körperliches Gold notiert in Dollar. Die wenigsten mit Gold unterlegten Wertpapiere sind mit Derivaten gegen Währungsrisiken abgesichert.

    Mit Futures unterlegte ETCs sind abgeltungssteuerpflichtig. Die Abgeltungssteuer beträgt 20 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Entstehen Verluste, können sie mit Gewinnen aus anderen Geldanlagen gegengerechnet werden.

    Die steuerliche Behandlung von Erträgen aus mit körperlichem Gold unterlegte ETCs (zum Beispiel Xetra Gold) ist umstritten. Das Bundesfinanzministerium hat sich natürlich für die Besteuerung ausgesprochen (Erlass vom 9. Oktober 2012 (Az. IV C 1 – S 2252/10/10013, Randziffer 57).

    Hingegen gehen die Emittenten nach wie vor von der Steuerfreiheit ihrer Produkte wie bei Goldsparplänen aus (Stand: Oktober 2013), sofern die Haltefrist von einem Jahr eingehalten wird. Sie empfehlen Widerspruch gegen die entsprechenden Steuerbescheide.

    Die Emittenten berufen sich zur Begründung auf eine ältere Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH-Urteil vom 24. Januar 2012 Az. IX R 62/10). Danach ist ein Anspruch auf die körperliche Lieferung von Gold ein privates Veräußerungsgeschäft.

    Das Urteil bezieht sich allerdings auf Sachverhalte aus den Jahren 2001 und 2002. Zu dieser Zeit gab es die Abgeltungssteuer noch nicht. Ob der Bundesfinanzhof seine Rechtsprechung unter der Geltung der Abgeltungssteuer aufrecht erhält, ist noch nicht geklärt.