Goldminenaktien bei Spekulanten beliebt

    Wer über genügend Kapital verfügt, um sich riskante Spekulationsgeschäfte leisten zu können, der wird Goldaktien lieben. Kaum eine Geldanlage ist so volatil wie Goldminenaktien.

    Möglich sind außergewöhnlich hohe Spekulationsgewinne innerhalb kürzester Zeit aber auch gleichzeitig drastische Verluste bis hin zum Totalverlust.

    Privatanleger, die sich mit der Investition in Wertpapiere schrittweise ein Vermögen aufbauen wollen, sind mit einer Geldanlage in einzelne Goldminenaktien weniger gut beraten.

    Statt einzelne Goldaktien zu kaufen, sind Goldaktienfonds eher zu empfehlen.

     

    Was die Kurse von Goldminenaktien treibt

    Goldaktien kaufen bedeutet nicht, in Gold zu investieren. Die Investition in Minenaktien stellt eigentlich auch nicht eine Ersatzinvestitionen dar, wenn Anleger zwar an den Kursbewegungen von Gold teilhaben, aber nicht in körperliches Gold investieren möchten.

    Wer Goldaktien kauft, der investiert in ein bestimmtes Unternehmen und nicht in den Rohstoff selbst. Die Aktien von Goldminenunternehmen müssen keineswegs die Wertentwicklung des Edelmetalls selbst widerspiegeln.

    Vielmehr spielen viele andere Faktoren für die Kursentwicklung eine Rolle. Dazu gehören die Profitabilität des einzelnen Unternehmens und die allgemeine Entwicklung am Aktienmarkt.

    Goldminenaktien gehören in der Regel nicht zu werthaltigen Aktien, in die so erfolgreiche Investoren die Warren Buffet Geld anlegen würden. Bei den meisten Goldaktien fehlen solide betriebswirtschaftliche Kennzahlen.

    Der Goldmarkt selbst ist sehr instabil, und weder die Kursentwicklung noch die Ertragsentwicklung der Aktien zeigen einen langfristig nachhaltigen Aufwärtstrend.

    Koppelung der Kurse an den Goldpreis?

    Natürlich ist die Kursentwicklung bei Goldminenaktien vom Goldpreis nicht völlig unabhängig.

    Seit der Jahrtausendwende etwa bis zum Jahr 2011 bestand eine starke Abhängigkeit der Kurse vom jeweiligen Goldpreis. Stieg der Preis für das Edelmetall, stiegen die Kurse einzelner Goldminenaktien ebenso. Fiel der Preis fürs Gold, gaben die Kurse ebenfalls nach.

    Allerdings fielen die Schwankungen deutlich drastischer aus als beim Preis für physisches Gold. Seit 2011 haben sich die Kurse für Goldaktien vom Goldpreis eigentlich abgekoppelt. Die Kurse sind stärker gefallen als der Goldkurs selbst.

    Unternehmenspolitische Entscheidungen

    Der Kursverfall ist nicht nur dem sinkenden Goldpreis geschuldet. Falsche Unternehmensentscheidungen spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Betroffen ist mehr oder weniger die gesamte Branche. Deswegen sind Goldaktien gegenwärtig (Oktober 2013) keinesfalls billig, wie oft als Kaufargument angeführt wird.

    Angetrieben von einer weltweit steigenden Goldnachfrage haben die Goldminenunternehmen unüberlegt den Schwerpunkt auf Produktionssteigerungen um jeden Preis bei hohem Kapitaleinsatz gelegt und dabei steigende Kosten in Kauf genommen.

    Steigen die Produktionskosten schneller als der Preis für körperliches Gold, sinkt der Gewinn. Kurseinbrüche sind die Folge.

    Der Kurs einzelner Goldminenaktien ist jedoch nicht nur von einer erfolgreichen Unternehmenspolitik und von der Entwicklung des Goldpreises abhängig, auch regionale Probleme spielen eine Rolle.

    Abgesehen von den beiden Ländern USA und Australien wird Gold im wesentlichen in Schwellenländern gefördert. Die dortigen politischen Verhältnisse stellen einen Unsicherheitsfaktor dar.

    Auch Streiks und politische Unruhen können die Ertragssituation einzelner Goldminenunternehmen negativ beeinflussen.

     

    Goldminenaktien an deutschen Börsen

    Anleger können auch an deutschen Börsen Goldminenaktien erwerben. Die Papiere aller wichtigen Goldminen werden in Frankfurt gehandelt. Allerdings kann es wegen des geringen Handelsvolumen sinnvoller sein, Goldaktien an der jeweiligen Heimatbörse ordern.

    Bekannte Goldminen sind: Newmont Mining (USA), Barrick Gold (Kanada), AngloGold (Südafrika), Placer Dome (Kanada), Gold Fields (Südafrika), Harmony Gold (Südafrika), Buenaventura (Peru), Newcrest Mining (Australien), Goldcorp, Kinross Gold und Yamana Gold (alle Kanada).

    Bei allen Goldminenaktien besteht ein Währungsrisiko. Bei einigen der aufgeführten Unternehmen werden in Deutschland keine oder nur sehr wenige Originalaktien gehandelt. Oft kann man dann in Deutschland aber so genannte ADRs erwerben..

    ADRs (American Depository Receipts) verbrieften nicht die gleichen Rechte wie Aktien und verfügen auch nicht über dieselben Sicherheiten. Empfehlenswerter ist, die Originalaktien an der jeweiligen Heimatbörse zu ordern.

    Beim Aktienhandel entstehen Ordergebühren und gegebenenfalls Depotkosten. Der Kauf und Verkauf von Aktien an ausländischen Börsen führt zu weiteren Kosten.

     

    Einzelaktien versus Goldaktienfonds

    Goldaktienfonds sind nicht mit Zertifikaten, Goldfonds oder ETCs auf Gold zu verwechseln. Sie investieren direkt in eine Vielzahl von Goldminenaktien.

    Die Streuung auf viele einzelne Unternehmen, die in unterschiedlichen Regionen tätig sind, minimiert das Risiko.

    Ein Bergarbeiterstreik in Südafrika beispielsweise hat deshalb nicht die gleichen negativen Auswirkungen auf die Geldanlage, als würde nur in eine südafrikanische Goldmine investiert werden.

    Auch Goldaktienfonds unterliegen deutlichen Schwankungen. Bei fast gleichen Ertragschancen sind sie jedoch nicht so risikoanfällig wie Einzelaktien. Deswegen eignen sie sich für Privatanleger als kleine Depotbeimischung eher.

    Allerdings sind Goldaktienfonds häufig sehr teuer. Neben den üblichen Ausgabeaufschlägen können Verwaltungsgebühren oder erfolgsabhängige Gebühren die Kosten stark in die Höhe treiben.

    Am besten eignen sich Goldaktienfonds, die mit einem bestimmten Index unterlegt sind. Ein Beispiel ist derNYSE Arca Gold Bugs Index. Solche Fonds, die nicht oder nur kaum aktiv gemanagt werden, sind regelmäßig kostengünstig.

    Ob Goldminenaktien einzelner Unternehmen oder Goldaktienfonds, wer als Privatanleger aus Sicherheitsgründen in Gold investieren möchten, ist streng genommen mit körperlichen Gold trotz relativ hoher Anschaffungs- und Lagerkosten besser bedient. Goldsparpläne ermöglichen den Aufbau eines Goldbestandes in Raten.

    Goldbarren behalten immer einen bestimmten Wert. Ein Totalverlust ist ausgeschlossen. Und selbst die erfolgreichsten Goldaktienfondsmanager können den Goldpreis seit Jahren nicht schlagen.