Goldfonds: Was steckt dahinter?

    Goldfonds sind eine Möglichkeit, direkt oder indirekt über Wertpapiere in den Rohstoff Gold zu investieren, ohne das Edelmetall selbst lagern zu müssen. Andere Möglichkeiten sind beispielsweise Zertifikate oder ETCs.

    Goldfonds sind etwas anderes als Goldaktienfonds. Letztere investieren schwerpunktmäßig in Unternehmen, die irgendwie mit dem Rohstoff Gold zu tun haben, zum Beispiel in Goldminenaktien.

    Hingegen kaufen Goldfonds körperliches Gold, in Deutschland aber nur in einem bestimmten Umfang. Hierzulande dürfen nur 30 % des Fondsvermögens in ein Asset angelegt werden. Andernfalls ist ein öffentlicher Vertrieb in Deutschland nicht zugelassen.

    Viele Fonds investieren neben nicht nur in körperliches Gold, sondern auch mit dem Edelmetall unterlegten Wertpapieren wie Anleihen und Zertifikate.

    Es gibt sogar Goldfonds, die auf die Anschaffung von physischem Gold vollständig verzichten und ausschließlich in Surrogate investieren.

     

    Goldfonds besser als eine Direktinvestition?

    Besser in Fonds investieren als direkt in Gold, so jedenfalls argumentieren die Emittenten. Goldfonds gewähren nach deren Meinung alle Vorteile der Geldanlage in Gold, ohne für die teuren Anschaffungskosten und für die Lagerung selbst aufkommen zu müssen. Das sieht nach einem einfachen Weg aus, um von steigenden Goldpreisen zu profitieren.

    In der Tat bemühen sich die Fondsmanager, den jeweiligen Goldkurs durch aktives Management abzubilden. Doch es gibt keine Garantie, dass dieses Ziel tatsächlich erreicht wird.

    Allzu oft teilen Goldfonds das Schicksal der meisten anderen Fondsprodukte. Die einschlägigen Indizes der in den Fonds enthaltenen Wertpapiere performen besser als die mit viel Aufwand gemanagten Fonds.

     

    Die Vorteile von Goldfonds

    Die Emittenten kaufen und lagern große Mengen des Edelmetalls. Dadurch werden die Kosten gesenkt.

    Manche Fonds erlauben außerdem Goldsparpläne. Damit können Privatanleger regelmäßig kleinere Beträge investieren. Teilbeträge in regelmäßigen Abständen angelegt, verringern das Kursrisiko etwas.

    Manchmal ist auf Wunsch eine physische Auslieferung des mit den Fondsanteilen erworbenem Goldes möglich.

    Wird Geld in einen Fonds eingezahlt, der ausschließlich in den Rohstoff selbst investiert, sind Erträge nach einer Haltedauer von zwölf Monaten abgeltungssteuerfrei.

     

    Die Nachteile

    Der Goldpreisboom des letzten Jahrzehnts, insbesondere seit Beginn der Finanzkrise, täuscht darüber hinweg, dass Gold eine hoch spekulative Geldanlage ist.

    Außergewöhnliche Gewinne sind machbar, vor allem für Anleger mit den nötigen Kenntnissen, die den Goldmarkt beobachten können. Sehr viel häufiger kommt es aber zu spürbaren Verlusten.

    Untersuchungen haben beispielsweise gezeigt, dass über lange Zeiträume hinweg mit Gold „besicherte“ Wertpapierdepots schlechter abschneiden als die Depots von Anlegern, die auf eine nennenswerte Goldbeimischung verzichten.

    Wollen besonders sicherheitsbewusste Anleger in Gold investieren (ohne Rücksicht auf die Kursentwicklung), weil sie den Zusammenbruch der globalen Wirtschaft befürchten, ist trotz der hohen Kosten eine Direktinvestition in Goldbarren oder Goldmünzen eher zu empfehlen.

    Goldfonds sind teuer. Hohe Ausgabenaufschläge und Verwaltungskosten fressen einen guten Teil der Kursgewinne auf, wenn es denn welche gibt.

    Schließlich besteht bei vielen Goldfonds ein Währungsrisiko, wenn beispielsweise der Fonds in Dollar ausgegeben wird und eine Absicherung über Derivate nicht stattfindet.