Goldsparplan: Geldanlage mit Risiken und Nebenwirkungen

    Nach der Finanzkrise schossen sie wie Pilze aus der Erde, die Goldsparpläne unterschiedlicher Anbieter. Als krisensichere Geldanlage in Zeiten angeblichen Währungsverfalls, so werden diese Sparprodukte angepriesen.

    Doch die prognostizierte Hyperinflation ist bisher ausgeblieben. Stattdessen haben manche Anleger mit ihrem Goldsparplan keine besonders guten Erfahrungen gemacht, und nicht jeder Anbieter ist tatsächlich seriös.

    Gold ist eine spekulative Geldanlage, die als Beimischung in einem breit gefächerten Wertpapierportfolio vielleicht Sinn machen kann. Doch gerade Goldsparpläne sind als Kapitalanlage im Ergebnis weniger empfehlenswert als andere Anlagen in Gold.

    Wer dennoch ein kleines Goldvermögen in Raten ansparen möchte, für den hier ein paar Hinweise.

     

    Wie funktioniert ein Goldsparplan?

    Ein Goldsparplan unterscheidet sich von Ratensparverträgen eigentlich nur dadurch, dass die Sparraten nicht in Wertpapiere oder Sparbriefe angelegt werden, sondern in physisches Edelmetall.

    Der Anbieter des Goldsparplan vereinnahmt die monatlichen Raten und legt diese sofort gesondert in Gold an und verwahrt sie im dafür vorgesehenen Depot. Das kann zur Anschaffung von sehr kleinen Goldmengen führen (1 g Barren).

    Manchmal liest man von monatlichen Mindestraten in Höhe von zehn Euro, vielfach beträgt Mindestrate aber 25 € oder 50 €.

    Viele Goldsparpläne sehen Mindestlaufzeiten vor. Danach kann man das angesparte Gold verkaufen oder sich in natura auszahlen lassen. Die Versandkosten trägt grundsätzlich der Sparer. Will er das Gold behalten, muss er darüber hinaus für die weitere Lagerung sorgen.

    Anbieter findet man in großer Anzahl online. Darüber hinaus gibt es freie Makler, und auch einige Banken scheinen in das Geschäft mit den Goldsparplänen eingestiegen zu sein.

    Bekannte Anbieter für Sparpläne zur Anschaffung von Edelmetallen sind beispielsweise Multi Invest oder Sutor. Soweit ersichtlich, sind diese Finanzdienstleister seriös.

     

    Worauf achten

    Unbedingt empfehlenswert ist es, vor Abschluss eines Ratensparvertrag die Konditionen genau zu studieren. Viele Anbieter von Edelmetallen und damit verknüpften Finanzprodukten sind intransparent.

    Besonders wichtig ist, dass das Vermögen der Kunden unmissverständlich als Sondervermögen geführt wird. Andernfalls besteht die Gefahr das die Edelmetalle der Kunden im Falle eines Konkurses Teil der Insolvenzmasse werden.

    Sehr hilfreich ist es, wenn der Anbieter externe Prüfungen des Edelmetallbestands zulässt. Der Kunde sollte genaue Kenntnis darüber haben, ob sein Geld auch tatsächlich in Gold angelegt und wo genau es gelagert wird.

    Manche Goldfonds bieten neben Einmalanlagen auch Sparpläne an.

     

    Die Vor- und Nachteile von Goldsparplänen

    Hier geht es darum, welche Vorteile oder Nachteile Sparpläne gegenüber anderen Formen der Geldanlage in physisches Gold haben. Ob eine Geldanlage in Gold überhaupt sinnvoll ist, wird im nächsten Kapitel diskutiert.

    Ein Vorteil ist sicherlich, dass Anleger schon mit geringen Beträgen in ihr gewünschtes Edelmetall investieren können. Sie müssen nicht erst größere Beträge ansparen, um Gold zu erwerben.

    Der wesentliche Vorteil dürfte aber die Risikostreuung sein. Der Goldpreis ist immer in Bewegung. Es gibt erhebliche unvorhersehbare Kursschwankungen, auch wenn der Goldpreis in den letzten 15 Jahren jedenfalls bis Oktober 2012 kontinuierlich angestiegen ist.

    Wer Einmalinvestitionen vermeidet und stattdessen regelmäßig in Gold investiert, wird manchmal teurer und manchmal billiger einkaufen. Dadurch entsteht ein durchschnittlicher Einkaufspreis, durch den das Risiko einer zu teuren Einmalinvestition vermieden wird.

    Abgesehen von diesen beiden Vorteilen überwiegen die Nachteile von Goldsparplänen deutlich.

    Die angelegten Beträge werden in der Regel sofort in physisches Gold investiert. Das führt zur Anschaffung sehr kleiner Mengen.

    Bei der Anschaffung so genannter Ein-Gramm-Barren fallen gegenüber größeren Mengen erhebliche Aufschläge an. Zurückgenommen wird das Edelmetall aber nur ungefähr zum Gold-Fixing-Preis.

    Überhaupt sind die Provisionen der Anbieter für Goldsparverträge recht happig. Manchmal gehen mehr als zwölf Monatsraten allein für die Begleichung der geforderten Provision drauf.

    Um einen Goldsparplan anzulegen, braucht man genau genommen die Anbieter dieser Finanzprodukte überhaupt nicht.

    Wer monatlich beispielsweise 50 oder 100 € zurückgelegt und dafür in regelmäßigen Abständen anständige Goldbarren, zum Beispiel 50 g, selbst kauft, kann sich auf diese Weise seinen eigenen Goldsparplan zusammenstellen.

    Selbst wenn das Gold über Banken angeschafft und dort gelagert wird, sind die Gebühren und Provisionen insgesamt niedriger als bei den angebotenen Sparplänen. Geringere Kosten bedeutet höhere Rendite, sofern die Goldkurse zukünftig tatsächlich weiter steigen.

     

    Geld in Gold anlegen?

    Allerdings stellt sich die Frage, ob es tatsächlich sinnvoll ist, in physisches Gold zu investieren. Einen Goldbarren kann man betrachten, aber sonst wenig damit anfangen.

    Irgendwann muss der Wert realisiert werden, also in die „wenig krisensichere“ Währung oder direkt in Waren umgetauscht werden. Zu diesem Zeitpunkt kann das Gold wenig oder viel wert sein, keiner kann das voraussehen.

    Ein Vorteil ist die steuerliche Behandlung. Gegenwärtig sind Gold und Silber abgeltungssteuerfrei. Auf eventuelle Gewinne müssen nach einer Haltezeit von zwölf Monaten keine Steuern gezahlt werden.

    Auch Mehrwertsteuer fällt bei der Anschaffung von Gold nicht an. Silber ist mehrwertsteuerfrei bei einer Lagerung im Zollfreilager.

    Geld in Gold zu investieren, das bedeutet aber erhebliche Risiken. Die Kurse für Gold entwickeln sich keinesfalls nur in eine Richtung. Sie steigen nicht nur sondern sie können auch fallen.

    Das wird von privaten Anlegern manchmal übersehen, denn bis Oktober 2012 ging es mit den Goldkursen seit Jahren nur nach oben. Zunächst war die extrem steigende Nachfrage nach Gold die Ursache, später kam Finanzkrise hinzu.

    Seit Oktober 2012 ist der Goldkurs aber drastisch zurückgegangen, wenn er sich in den letzten Monaten auch etwas erholt hat (Oktober 2012: 1.800 $ – 15. Juli 2013 1.285 $). Auch in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts konnte man mit Gold kaum Gewinne erzielen.

    Anders als bei anderen Geldanlagen wird die Rendite bei Gold allein durch die Entwicklung des Preises bestimmt.

    Bei Aktien fließen die Dividenden in die Rendite ein. Immobilien können vermietet werden, neben der Entwicklung des Marktpreises bestimmen also auch die Mieten die Höhe der Rendite. Bei Gold hingegen ist allein Entwicklung des Marktpreises entscheidend.

    Hinzu kommt das Währungsrisiko. Gold wird in Dollar gehandelt. Es besteht also ein Währungsrisiko. Anleger spekulieren nicht nur auf die Kursentwicklung des Edelmetalls selbst sondern auch auf die Wertentwicklung des Dollars zum Euro. Steigt der Dollar bedeutet das Gewinne, fällt er entstehen Verluste.

    Wer in physisches Gold investiert, der legt sein Geld eigentlich in eine hochspekulative Anlage an. Besonders in den letzten Jahren wurde der Goldpreis durch die Angst vieler Anleger vor den Folgen der Finanzkrise geprägt. Es entstand ein richtiges Goldfieber.

    Eigentlich ist abzusehen, dass die „Goldblase“ früher oder später platzt. Große Vorsicht ist immer angesagt, wenn in eine bestimmte Geldanlage geradezu hysterisch investiert wird. Die Gefahr, dass die Kurse deutlich zurückkommen, ist jedenfalls sehr groß.

    Gold und andere Edelmetalle eignen sich vielleicht als Beimischung zu einem gut diversifizierten Wertpapierdepot. Denn oft entwickeln sich die Preise für Gold und Rohstoffe entgegengesetzt zu den Preisen von Aktien, Anleihen oder Immobilien.

    Allerdings muss nicht in physisches Gold investiert werden. Andere Produkte wie Zertifikate, ETCs oder auch Gold- und Rohstoffaktien sind in Anschaffung und Lagerung günstiger und eignen sich zur Diversifikation ebenso gut.