Hausfinanzierung und Bauspardarlehen

    Neben der Hausfinanzierung mit Hypothekendarlehen ist das Bausparen immer noch sehr populär. Bisweilen werden beide Finanzierungsformen nebeneinander verwandt.

    Bauspardarlehen zeichnen sich auf den ersten Blick durch ausnehmend günstige Zinsen aus.

    Sie werden von der Bausparkasse gewährt bis zur Höhe von regelmäßig 80 % des Beleihungswertes und grundsätzlich durch ein zweitrangiges Grundpfandrecht besichert.

    Ansparphase

    Doch bevor der Bauherr in den Genuss des günstigen Bauspardarlehens kommt, muss einiges passieren.

    Zwingende Voraussetzung, damit der Bauherr ein Bauspardarlehen zur Hausfinanzierung einsetzen kann, ist der Abschluss eines Bausparvertrages.

    Der muss mit der vertraglich festgelegten Rate angespart werden, wobei eine Einmalzahlung ebenfalls möglich ist. Der Vertrag legt die Bausparsumme fest. Hiervon sind je nach Tarif 40 % bis 50 % anzusparen.

    Zuteilung und Wartezeit

    Ist diese Sparleistung erreicht und die Wartezeit abgelaufen, hat der Bausparer Anspruch auf Zuteilung des Bausparvertrages und erhält die Bausparsumme ausgezahlt.

    Diese setzt sich zusammen aus dem Bausparguthaben (Sparleistung + Zinsen + ggf. staatliche Förderung bzw. Arbeitgeberförderung, abzüglich der teilweise hohen Kosten) und dem Bauspardarlehen.

    Wichtig zu wissen: Wann der Bausparvertrag zugeteilt wird, ist bei Abschluss des Bausparvertrages offen. Den Bausparkassen ist gesetzlich verboten, mit Wartezeiten zu werben oder den genauen Zeitpunkt der Zuteilung zuzusagen.

    Die Zuteilung hängt nämlich von dem Geldpolster der Bausparkasse im Zeitpunkt der vollständig erbrachten Sparleistung ab.

    Geht es der Bausparkasse gut, ist die Wartezeit kurz; herrscht Bausparflaute, ist sie lang. Nennt der Vertreter der Bausparkasse vor Abschluss des Vertrages feste Termine, sollte man ihn darauf hinweisen, dass man sich den vor Abschluss des Vertrages von der Bausparkasse selbst schriftlich bestätigen lassen wird.

    Rendite und Kosten

    Die im Bausparvertrag festgelegten Zinsen für die Spareinlage sind normalerweise verhältnismäßig niedrig. Oft liegt sie bei etwas mehr als 2 %. Sie sind nicht von der Entwicklung der Marktzinsen abhängig.

    Deswegen kann es vorkommen, dass man schon bei sicheren Kapitalanlagen mehr Zinsen erhält als mit dem Bausparen.

    Bei der Berechnung der Rendite dürfen auch die relativ hohen Kosten nicht übersehen werden.

    Dennoch sind Bausparverträge nicht die schlechteste Renditeanlage. Das gilt insbesondere, wenn der Sparer die – wenn auch geringen – staatlichen Förderungen, wie Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage in Anspruch nehmen kann.

    Ob sich Bausparen lohnt, hängt außerdem maßgeblich davon ab, eine Bausparkasse mit günstigen Bedingungen zu finden. Die Angebote der Bausparkassen sind sehr unterschiedlich. Mit einem Bausparkassenvergleich lässt sich deshalb viel Geld sparen.

    Zwischenfinanzierung

    Bausparkassen und Banken bieten für nicht zuteilungsreife Bausparverträge Zwischenfinanzierungen an.

    Wegen der geringen Verzinsung der Sparleistungen kann sich dabei allerdings der eigentliche Sinn des Bausparens, nämlich günstige Darlehenszinsen, rasch ins Gegenteil verkehren.

    Von Zwischenfinanzierungen kann man deshalb regelmäßig abraten.

    Realistisches Verhältnis von Ansparrate zu Bausparsumme

    Bei Abschluss eines Bausparvertrages sollte der Bausparer auf ein vernünftiges Verhältnis zwischen monatlicher Ansparrate und Bausparsumme achten. Manche Vertreter vergessen das bisweilen im Eifer des Gefechts.

    Beispiel: Eine Bausparsumme in Höhe von 100.000 Euro und eine monatliche Sparrate von 50 Euro stehen in keinem Verhältnis zueinander. Nur mit Glück wird der Bausparer die Zuteilungsreife eines solchen Bausparvertrages noch erleben.

    Die Hauptverwaltungen geben Auskunft über die richtige Wahl der Bausparsumme im Zusammenhang mit der Ansparrate.

    Wie andere Formen der Hausfinanzierung auch, haben Bauspardarlehen Vor- und Nachteile und werden wegen der Nachteile oft kritisiert.

    In vielen Fällen sind Bausparverträge und Bauspardarlehen aber sinnvoll, erwirtschaften eine vernünftige Rendite, und ermöglichen vielen Häuslebauern die Erfüllung ihres Wunsches nach einem eigenen Haus.